Hier wieder ein erschreckender Bericht, der uns mit der Bitte um Veröffentlichung erreichte:

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Am Samstag den 06.11. fand, eine Fasanenjagd statt. Da ich selbst nicht zu Hause war, konnte ich nicht kontrollieren, ob sich unser Kater im Hause befand.

Unglücklicherweise tat er es nicht. Ich muss dazu sagen, dass es sich um einen kastrierten, fetten und faulen Kater handelt, der außer ab und an mal ein Mäuschen zu fangen,

keinerlei Jagdtrieb besitzt und sich außerhalb nie weiter als höchstens 20 Meter wegbewegt.

 

Als er Abends nicht nach Hause kam, war die Sorge bei mir und meinen Kids natürlich groß. Sonntag Abend hat er sich dann doch noch nach Hause geschleppt, was auch zeigt,

dass die Tat sich unweit unseres Hauses ereignet hat. Beide Beine dick geschwollen und Einschußwunden. Montag früh ging's dann gleich zum Tierarzt. Röntgenaufnahmen wurden

gemacht. 14 Kugeln hat er in seinem Körper. Vollgepumpt mit Schmerzmitteln und Antibiotika genießt er z. Zt. unsere Nähe und kann nicht begreifen, was geschehen ist.

Meine Kinder sind sehr traurig und wütend. Ich denke, die Bevölkerung gehört über diesen Vorfall aufgeklärt, bedenkt man, dass jährlich 200000 Hunde und Katzen erschossen werden.

 

Durch Zahlung der Tierarztrechnung wurde zumal ein Schuldeingeständnis seitens der Jägerschaft gemacht. Die Röntgenbilder füge ich bei.

Ich hoffe, Sie können mir behilflich sein, die Tierquälerei öffentlich zu machen und verbleibe

 

mit freundlichen Grüßen

S. Z.   (Name der Redaktion bekannt)

41836 Hückelhoven-Ratheim

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Pressemitteilung 
11. Januar 2011

Bundesweite Initiative fordert Einstellung der Massentötung von Füchsen

 

Vielerorts finden dieser Tage so genannte „Fuchswochen" statt, bei denen Füchsen über mehrere Jagdreviere hinweg mit allen verfügbaren Mitteln nachgestellt wird. Die Initiative „Schonzeit für Füchse" fordert die zuständigen Ministerien auf, Fuchswochen schon während der Paarungszeit im Januar und Februar zu unterbinden.

Die „Fuchswochen", bei denen unter Zuhilfenahme revierloser Jäger revierübergreifend oft Dutzende von Füchsen getötet werden, finden vornehmlich im Januar und Februar statt. In der winterlichen Paarungszeit sind die Füchse weitaus weniger vorsichtig als sonst, und der Schnee macht sie und ihre Spuren leichter sichtbar. Die getöteten Tiere werden größtenteils verscharrt oder in der Tierkörperbeseitigung entsorgt – kritische Jäger sprechen bereits vom Rotfuchs als „Wegwerfartikel Nummer eins" in unseren Wäldern (ÖJV Saar,

http://www.oejv-saar.de/seite400.html).

Als Begründung für die Veranstaltung von Fuchswochen wird meist angeführt, man müsse die Fuchspopulation „regulieren", etwa, um der Ausbreitung von Seuchen (Tollwut) und Fuchsbandwurm Einhalt zu gebieten. Tatsächlich kann man die Fuchsdichte mit jagdlichen Mitteln jedoch keineswegs kontrollieren: Je mehr Füchse durch Jagd oder Unfälle sterben, desto stärker steigt die Geburtenrate. Andersherum führt eine sinkende Sterblichkeit durch soziale Regulationsmechanismen zu weniger Nachwuchs. Von einer wie auch immer gearteten Notwendigkeit, Füchse zur vermeintlichen Bestandsreduktion zu bejagen, kann also keine Rede sein.

 

Dabei verursachen gerade die Fuchswochen viel unnötiges Tierleid. Zum einen sorgt die intensive Jagd gerade jetzt im Winter, wo Wildtiere mit ihrer Kraft haushalten müssen und nicht unnötig beunruhigt werden sollten, für massive Störungen in Wald und Feld. Darüber hinaus können die zahllosen Fuchsrüden, die nach der erfolgreichen Paarung mit einer Füchsin getötet werden, ihre wichtige Rolle bei der Aufzucht des Nachwuchses nicht mehr erfüllen. Wie Forschungsarbeiten jedoch unmissverständlich zeigen, sinken Überlebenschancen und Kondition der Welpen deutlich, wenn der Fuchsvater die Familie nicht mit Nahrung versorgen und vor Konkurrenten schützen kann.

Der Fuchs ist ein hübscher und intelligenter, mit unseren Haushunden verwandter Beutegreifer, der als Gesundheitspolizist und Mäusejäger wichtige Dienste leistet. Umso unverständlicher ist, warum er wie ein Schädling verfolgt und ihm in den meisten Bundesländern nicht einmal eine Schonzeit zugestanden wird. Im Rahmen der kürzlich formierten bundesweiten Initiative „Schonzeit für Füchse" (www.schonzeit-fuer-fuechse.de ) haben Tier- und Naturschutzorganisationen den Bund und die Länder nun aufgefordert eine Schonzeit von Anfang Januar bis Ende September zu erlassen.

Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass auch Reineke Fuchs seinen Nachwuchs ungestört von menschlichen Nachstellungen großziehen kann.

 

In diesem Zusammenhang verweist die Initiative auch darauf, dass sich Veranstalter von Fuchswochen und teilnehmende Jäger durch die Störung des Wildes im Rahmen der Fuchswochen unter Umständen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesjagdgesetz schuldig machen. Ferner sei selbst ein Straftatbestand wegen des Verstoßes gegen die Schonung der für die Aufzucht erforderlichen Elterntiere nicht auszuschließen.

 

Initiatoren / V.i.S.d.P.:

Lovis Kauertz, Am Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim, lovis.kauertz@gmail.com, Telefon 0177 72 300 86

Dag Frommhold, Eichbergstr. 47, 72639 Neuffer, dag.frommhold@fuechse.info, www.fuechse.info

 

Kampagnen-Webseite: www.schonzeit-fuer-fuechse.de

(Hier steht auch kostenloses Bildmaterial für die Verwendung der Kampagne zur Verfügung)

Weiterführende Informationen sowie Quellennachweise zur Vaterrolle des Fuchsrüden http://www.fuechse.info/index.php?navTarget=artikel_texte/schonzeit.html

Anschreiben an die Ministerien: http://www.schonzeit-fuer-fuechse.de/presse.html

 

 


Mit Gewalt gesäbelt

07.01.2011

 

Liebe Tierschützer,

in einem Fall von länger anhaltender, brutaler Tierquälerei bitte ich um Unterstützung durch Schreiben an die Staatsanwaltschaft Stade bzw. durch Anzeigenerstattung (persönlich oder online) bei der Polizei sowie um Weiterleitung und ggf. Medieninformation. Obwohl der Zeitungsbericht eindeutig kritisch die Tat des Tierquälers aufzeigt, fehlen grausame Details, die ich in einem Telefongespräch mit der Augenzeugin erfuhr: (Anmerkung: die Schwere der Verletzungen des vermutlich angefahrenen, jungen Rehs waren im dichten Schneetreiben nicht zu erkennen.) Der durch einen Autofahrer per Handy herbeigerufene Jäger traf ein, stellte seinen Fuß sofort mit voller Wucht und extremer Kraft auf den Kopf des wehrlosen Tieres und begann, mit einem stumpfen Messer 9-mal in den Hals des sich windenden Rehs zu "säbeln"! Er wollte den Kehlkopf aufschneiden!!!

Die Zeugin und eine weitere Frau versuchten, den Jäger von dieser furchtbaren Tierquälerei abzuhalten. Es gelang ihnen nicht!

Der Jäger warf das nach Luft ringende und noch lebende Reh krachend auf die Ladefläche seines Wagens. Also: das Tier hat eindeutig gelebt und hatte nun zusätzlich zu den Verletzungen durch das Angefahrenwerden viele Messerschnitte im Hals und einen aufgeschnittenen Kehlkopf. Die Qualen des Tieres müssen unvorstellbar gewesen sein.

Es ist bis jetzt nicht bekannt, wie lange das Tier noch in diesem Zustand gelebt hat bzw. was nach dem Wegfahren des Tierquälers mit dem unter schlimmsten Schmerzen leidenden Reh passiert ist. Der Name des Jägers ist noch nicht bekannt. Es muss sich nicht unbedingt um den für dieses Gebiet zuständigen Jagdpächter handeln. Der Jagdpächter müsste jedoch diesen Mann kennen. Er ist ca. 30 - 35 Jahre alt und soll eine große, kräftige Statur haben. Der Autofahrer, der diesen Tierquäler hinzu gerufen hat, weiß, wer es ist, weil er die Nummer von sich aus mit dem Handy wählte. Der Autofahrer ist leider namentlich auch noch nicht bekannt. Evtl. könnte aber die zuständige Polizei den Namen des Autofahrers kennen, weil dieser wohl auch die Polizei angerufen hat, die aber nicht am Ort war.

Ort der brutalen Tierquälerei: die Kreisstraße 40 zwischen Hollenstedt und Dierstorf

Datum: 17. Dezember 2010 in der Dämmerung

 

http://tierschutznews.ch/2011/home/gast-autoren/821-mit-gewalt-gesaebelt.html


 


Der Mythos von der Berechtigung der Jagd

 Autor : Dr.rer.nat. Guy Hopp
Doktor der Naturwissenschaften


 Gerne werden von Jägern irgendwelche Studien oder angebliche Erfahrungen zitiert die beweisen sollen, dass die Jagd einen positiven Einfluss auf die Wildpopulation hat und/oder der Vermeidung von Schäden durch Wild dienen soll. Dazu muss bemerkt werden, dass es nur so wimmelt von (bezahlten) Studien die von Interessengruppen in Auftrag gegeben werden um die eine oder andere These zu unterstützen. Diese können also von Natur aus nicht zum Beweis herangezogen werden und nur wissenschaftlich fundierte Studien die unabhängig erstellt worden sind sollten berücksichtigt werden. Auf die gleiche Weise wird oft mit irgendwelchen Erfahrungen aus dubiosen Quellen operiert. Als Wissenschaftler halte ich mich ausschließlich an Fakten  und an Beispiele die am besten dazu geeignet sind von Gebieten wo die Jagd verboten worden ist wie zum Beispiel Naturschutzgebiete in vielen Ländern oder auch als bestes Beispiel der Kanton Genf in der Schweiz wo 1974 durch Volksbeschluss die Jagd komplett abgeschafft wurde und durch eine staatliche Wildhege ersetzt wurde. Wie also ist dieses Experiment ausgegangen, dazu sehen wird uns die offizielle Webseite des Kanton Genfs an

 http://etat.geneve.ch/dt/nature/chasse-274-2011.html

Einzig und allein die Wildschweine werden als Problem genannt weil sie aus umliegenden Jagdgebieten flüchten und sogar über den Fluss aus Frankreich herüberschwimmen wenn dort gejagt wird. Dies wird dann durch die Wildheger geregelt die entweder durch Schutzzäune oder auch durch Abschuss dieses Problem unter Kontrolle gehalten. Die Abschusszahlen beschränken sich dabei auf ein paar hundert Tiere verglichen mit der Jagdstatistik für den Rest der Schweiz (Quelle Schweizerische Bundesgenossenschaft)

Da ich Leiter einer Forschungsgruppe in Genf bin und mich dort oft aufhalte, kann ich den Erfolg des Jagdverbotes auch aus persönlichen Gesprächen mit Bewohnern bestätigen. Die obigen Zahlen (nur 200 Wildschweine in Genf – über 100,000 erlegte Tiere aller Arten im Rest der Schweiz) belegen, dass die Jäger wieder einmal nur das Problem das sie selbst verursacht haben lösen wollen : Überpopulation durch Füttern und Jagddruck!

Noch ein Wort zur so genannten “Wiedereinführung der Jagd“ in  Genf oder zur Lockerung in anderen Kantonen, zwei Beispiele :

Im Dezember letzten Jahres ging ein Freudenschrei durch die Jägerschaft als der Liberale Pierre Weiss in einer Genfer Finanzkommission den Vorschlag machte die Jagd wieder den Jägern zu überlassen, um damit Kosten zu sparen gegenüber der Wildhege. Nun erstens hätte dies sowieso keine Folgen gehabt da dazu eine Verfassungsänderung sprich Referendum notwendig gewesen wäre und zweitens wurde dieser Vorschlag im Großen Rat des Kantons mit 71% zu 6 % abgeschmettert.
 

Einige Zitate von Abgeordneten :
Der Kanton Bern in der Schweiz wurde ein Paradies für Jäger nachdem hier die staatliche Wildhege und Kontrolle abgeschafft wurde. In den folgenden zwei Jahren wurden dann in einem internen Bericht über 600 Fälle von Tieren gemeldet die durch Jäger angeschossen wurden und dann grausam zugrunde gingen (keine Munition mehr, nicht gefunden ..). In einer beispiellosen Farce wurde dann das Gesetz geändert so dass die Abschüsse nur noch bei genügend Licht durchgeführt werden dürfen so dass die Jäger weniger oft daneben schießen (kein Kommentar)
 

Fazit: Wenn man sich in der Debatte über den Nutzen der Jagd auf wissenschaftlich fundierte Studien oder konkrete Beispiele beruft, dann ist es offensichtlich, dass die Jagd überflüssig ist und nur Probleme schafft die sie dann wieder beheben will.


Offenlegung : Dr.rer.nat. Guy Hopp hat sich nach einem einschneidenden Erlebnis mit einem bei einer Treibjagd verletzen Reh

der Juegdgéigner Lëtzebuerg a.s.b.l.    angeschlossen um das sinnlose und grausame Morden von Wildtieren abzuschaffen.
 

 

 


 

 


 

 

Viele Angaben nicht erfasst

 

Die so genannte „Jahresstrecke“, also die Anzahl der vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) gemeldeten jährlich getöteten Wildtiere ist nach Einschätzung von www.jagdaberfair.de, einer Tierschutzinitiative mit Schwerpunkt Jagd, vollkommen falsch und untertrieben.

Die Statistik des Jagdverbandes gibt für das Jagdjahr 2009/10 etwas über fünf Millionen im Rahmen der Jagd getöteter Wildtiere an. Schon das ist eine unglaublich hohe Anzahl, wenn man bedenkt, dass nur ein kleiner Teil dieser Tiere überhaupt - zum Beispiel als Wildbret - „verwertet“ wird. Der Großteil der getöteten Tiere wird einfach entsorgt.

Die Wahrheit sieht viel schlimmer aus: ‘zigtausende Enten, Füchse, Bodenbrüter werden alljährlich im Rahmen der Jagdhundeausbildung getötet. Die Trefferquoten bei Bewegungsjagden (das Wild wird aufgescheucht und auf der Flucht erschossen) sind ausgesprochen gering. Dabei wird der weitaus größte Teil der Tiere nur verletzt und nicht aufgefunden. Diese Tiere verenden oft qualvoll nach Stunden oder Tagen. Bei der Jagd auf Wasservögel wird durch die breite Streuwirkung des Schrots ein weitaus größerer Teil der Tiere „nur“ verletzt und  nicht getötet. Umweltverbände gehen davon aus, dass jährlich etwa 2.000-4.000 Tonnen Blei in Deutschland verschossen werden. Das führt nicht nur zur Vergiftung von Böden und Gewässern, es führt auch dazu, dass bis zu 300.000 Tiere durch die Aufnahme von Blei beim Gründeln oder über die Nahrung den Gifttod sterben, darunter immer wieder der Seeadler. In den USA, den Niederlanden,

Dänemark und Schweden ist die Verwendung von bleihaltiger Munition längst untersagt.

Einige hunderttausend Vögel, darunter Kormoran, Blässhuhn, Höckerschwan und Eichelhäher und ebenso Hunde und Katzen werden  von vornherein nicht oder nicht systematisch erfasst und ein weiterer signifikanter Anteil wird aus Bequemlichkeit oder wegen des administrativen Aufwands nicht gemeldet.



 


 

Insgesamt dürften so ohne Übertreibung etwa 10 Millionen Tiere jährlich der Jagd zum Opfer fallen – das sind 28.000 Tiere pro Tag! Der Sinn insbesondere der Hobby-Jagd ist nicht nur heftig umstritten, es gibt auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die zu dem Ergebnis kommen, dass die Jagd zur Bestandsregulierung - und diese wird als Hauptargument der Jagd vorgebracht - nicht erforderlich ist. Wissenschaftler habe sogar nachgewiesen, dass die Jagd im Hinblick auf die Bestandsregulierung kontraproduktiv ist und zum Beispiel bei Fuchs und Schwarzwild zu erhöhter Fortpflanzungsdynamik führt.

Nun wäre auch die von http://www.jagdaberfair.de/ erstellte "Jahresstrecke" nicht vollständig, ohne die Toten Menschen zu erwähnen, die durch die Jagd umkommen oder verletzt werden. Bei Jagdunfällen werden im langjährigen Jahresdurchschnitt etwa 40 Menschen pro Jahr getötet und einige Hundert verletzt. Weitere 40 Personen werden bei Wildunfällen getötet und mehrere Tausend verletzt. Die hohe Anzahl der Wildunfälle (allein über 200.000 mit Rehwild) ist eine direkte Folge der so genannten Hege dieser beliebten Trophäenträger.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

04.03.2010     Grundthesen zur Jagd gehen online

 

 

Zwischen fünf und sechs Millionen Wildtiere werden jährlich von Jägern erlegt. Dabei dient nur ein Bruchteil der erlegten Tiere als Nahrung oder wird z.B. als Pelz verwertet. Das Hauptargument für dieses Tun sei der Arten- und Naturschutz, argumentieren die Jäger und die Politik, die den Rahmen für dieses Massaker bietet. Es gehe darum Bestände stabil zu halten und die bei uns fehlenden Prädatoren wie Wölfe und Bären zu ersetzen.


Bei dieser Argumentation schreien sowohl Wildbiologen als auch Tierrechtler und Tierschützer auf. Schockierend dabei ist, dass die Behörden, die Abschusszahlen festlegen, keinerlei fundierten Erkenntnisse über die tatsächliche Bestands- noch über die angeblich hohen Schadenszahlen haben. Bestandzahlen werden aus Abschusszahlen hochgerechnet. Eine Methode, die keinem wissenschaftlichen Standard entspricht.


Inzwischen ist hinlänglich wissenschaftlich bewiesen, dass diese vermeintliche Bestandsdezimierung die sozialen Strukturen im Tierreich zerstört und u.a. somit die Tiere zu einer unkontrollierten Vermehrung anregt. Hinzu kommt, dass mit direkten oder indirekten Fütterungen in das natürliche Nahrungsangebot der Tiere eingegriffen wird, was gerade in den Wintermonaten zum Aussetzen der natürlichen Selektion führt. Am Ende ist genau das Gegenteil der ursprünglichen Absicht erreicht: die Bestände erhöhen sich.

Bei der Betrachtung der Strukturen in der Jägerschaft und dem Agieren der politischen Instanzen ist nur ein konsequenter Schluss möglich: die in Deutschland praktizierte Jagd ist eine Hobby- und Spaßjagd, bei der Trophäenkult, das gesellschaftliche Erlebnis und die Lust am Töten mit dem damit verbunden Ausleben von Machtgefühlen im Vordergrund steht.

Letzteres wird immer wieder durch Jägerberichte aus Insider-Kreisen bestätigt. Die Behauptung der Jäger, Jagd sei angewandter Naturschutz, verkommt dabei zur Farce. Vielmehr ist festzustellen, dass Jagd oft mit Tierquälerei verbunden ist und in der Praxis oftmals feigem Mord an einem Mitlebewesen gleicht. Diese Argumentation der Tierschützer erhält zunehmend Rückhalt durch Wildbiologen.

Die Jagd findet in einer von der Gesellschaft oft wenig gekannten und wenig beachteten Subkultur - Tradition genannt - statt, deren Handeln durch eine für diesen Bereich lobbyistisch geprägte Gesetzgebung legitimiert wird. Jagdunfälle und Fehlabschüsse, wenn z.B. bei einer Treibjagd ein Pferd oder eine Kuh erlegt wird, rütteln regelmäßig auf und rücken die Jagd für einen Moment in den Focus der Bevölkerung.


Wichtig ist auch zur erkennen, dass die Jagd keiner umfassenden behördlichen Kontrolle unterliegt. Der Jagdschutz obliegt den Jägern selbst, was einer Selbstkontrolle gleichkommt, die für ein demokratisches Gesellschaftssystem einen untragbaren Zustand darstellt. Jagdbehörden beschränken sich meist auf das Ausstellen von Jagdscheinen, die Registrierung von Abschusszahlen und werden wiederum häufig von Jägern

geleitet, so dass Jagdvergehen und Gesetzesverstöße häufig unerkannt und ungeahndet bleiben.

Weiter kommt hinzu, dass Jäger jährlich mehrere tausende Hunde und zehntausende von Katzen wegen „Wilderei“ töten, was selbstredend so gut wie keine Akzeptanz findet. Da bereits 2004 eine EMNID-Umfrage ergab, dass mehr als 76 Prozent der Bevölkerung der Jagd kritisch gegenübersteht oder diese vollends ablehnt, ist es letztendlich verständlich, arum sich Widerstand gegen die Jagd mehrt. Im Rahmen dieser

Entwicklung haben nun führende Tierrechts-, Tierschutz- und Naturschutzorganisationen ein Thesenpapier unter dem Titel Grundthesen zur Jagd erarbeitet, welches die Fakten rund um die Jagd kurz und knapp analysiert. Aus diesen Thesen sind künftig weit reichende Forderungen abzuleiten, die der bisher praktizierten Jagd einen neuen Rahmen gewähren müssen.

Das Thesenpapier soll zum einen in der Bevölkerung eine noch höhere Aufmerksamkeit wecken – es besteht nach wie vor ein immenser Informationsbedarf – und zum anderen in die Diskussionen um die Jagdgesetzgebung eingreifen. So wird z.B. in Rheinland-Pfalz zurzeit eine Landesjagdgesetznovellierung diskutiert, bei der jedoch zu erkennen ist, dass der Tier- und Naturschutz wieder weitestgehend

auf der Strecke bleibt.

 


Die "Grundthesen zur Jagd" sind eine gemeinsame Bekundung folgender Organisationen und Initiativen:

 

 

Aktion Kirche und Tiere – AKUT e.V www.aktion-kirche-und-tier.de
Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt www.albert-schweitzer-stiftung.de
AnimalSpirit www.animal-spirit.at
Arbeitskreis-Tierschutz e.V. www.arbeitskreis-tierschutz.de
Hans-Rönn-Stiftung www.hans-roenn-Stiftung.de
Natur ohne Jagd e.V. www.natur-ohne-jagd.de
Ökologisch-Demokratische Partei www.oedp-baden-baden.de
PAKT e.V. (Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa) www.paktev.de
PeTA www.peta.de
pro iure animalis www.pro-iure-animalis.de
RespekTiere e.V. www.respektiere.at
SOS-Galgos www.sos-galgos.net
Tierschutzpartei www.tierschutzpartei.de
Tierrefugium Hanau www.tierrefugium-hanau.de
Tierherberge Donzdorf www.tierherberge-donzdorf.de
Tierheim Viernheim www.tierheim-viernheim.de
Vegetarierbund Deutschland www.vebu.de  

 

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Grundthesen zur Jagd:


Ökonomisch-ökologischer Rahmen

-  Agrarwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd auf der einen Seite sowie die Zersiedelung unberührter Naturlandschaft auf der anderen Seite sind primär verantwortlich für die drastische Reduzierung der Artenvielfalt.

 

-  Intensive Agrarwirtschaft raubt der Tierwelt den Lebensraum; überlebende Tiere werden durch ausufernde Bejagung sukzessive an den Rand des Aussterbens getrieben.

 

-  Die Forstwirtschaft ist an einer Gewinnmaximierung der Holzerträge orientiert. Das Schlagwort „Wald vor Wild“ definiert die Situation, Waldtiere sind der Störfaktor dieser Industrie. Waldschäden durch Verbiss sind nachweislich Vorwand, Wildtiere gewaltsam an einen nach wirtschaftlichen Interessen definierten Normbestand anzugleichen.

Die gesamte freie Natur wird zu einem Freiland-Industriekomplex umgebaut.


Psychologisch-pathologische Komponente

-  Felder und Wälder sind zum Teil in Privatbesitz, zum Teil in Staatsbesitz. Der Staat ist per Verfassung Sachwalter des Volksvermögens; Wildtiere gehören somit dem gesamten Volk und nicht einer Minderheit von Jägern, die sich zum alleinigen Nutzer der Tiere aufgeschwungen hat. „Naturschutz“ durch Jagd findet nicht statt, Trophäenkult und Schießvergnügen sind vorrangig. Die Jagd ist ein weitgehend lustbetonter und breit gestreuter Arten-Terrorismus.

 

-  Jagd ist die letzte legale Möglichkeit, in Friedenszeiten mit der Waffe ungestraft zu töten. Sie ist die letzte Möglichkeit, dem Tötungstrieb hemmungslos nachzugehen. Waffenbesitz birgt – wie Beispiele drastisch belegen – immer die Gefahr des Missbrauchs.

 

-  Anzutreffen sind in diesem Umfeld vorwiegend mental entsprechend gelagerte Individuen, denen Mitgefühlsfähigkeit hochgradig fehlt.

Ein Blick in Jägerzeitungen bestätigt dies und offenbart regelmäßig ein beängstigendes Tötungsvergnügen.

 

-  Der Neurologe und mehrfach ausgezeichnete Psychoanalytiker und Schriftsteller Paul Parin erklärte in seinem viel beachteten Buch „Die Leidenschaft des Jägers“ (Europäische Verlagsanstalt, 2003): „Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten.

Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt ... Und weil es sich bei der Jagd um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt – um ein Fieber eben –, geht es ... um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.“


Juristisch-strukturelle Komponente

-  Jagd ist in Strukturen eingebunden, die demokratische Regeln konterkarieren. Jäger sind oftmals Leiter der Jagdbehörden, entscheiden in eigener Sache über Auslegung, Anwendung und Sanktionen jagdlicher Vorgänge. Diese jagdfreundlichen Strukturen decken personell den gesamten gesellschaftlichen Bereich – vom Handwerker bis zum Minister – ab, ein Netzwerk, das den Beteiligten Vorteile und Abhängigkeiten garantiert.

 

-  Aufgrund dessen herrscht in den Wäldern weitgehend Rechtsfreiheit, Kontrollen der Jagd von behördlicher Seite finden so gut wie nicht statt. Jagdschutz ist zurückdelegiert an die Jäger, so dass sich innerhalb des Staates ein autonomes, Selbstverwaltendes Interessensystem etabliert hat.

 

-  Die intensive Jagd – insbesondere auf Schwarz- und Rehwild – wird mit Schäden der Landwirtschaft und überhöhter Population begründet.

Es gilt ausdrücklich festzustellen, dass

1.    keine summarische Schadenserfassung bei den Behörden stattfindet,
2.    die Wildbestände völlig unbekannt sind und nur aus den Abschusszahlen hochgerechnet werden,
3.    selbst die Abschusszahlen nicht systematisch erfasst werden.

 

-  Behördlich-jagdliche Entscheidungen fallen nicht anhand fundierter Ermittlungen und Zahlenwerke, sondern unterliegen dem populistischen Kalkül der anordnenden Behörde. Alternativen zur Bejagung werden nahezu nicht in Erwägung gezogen.

 

-  Auf Betreiben der Agrar- und Jagdlobby werden verstärkt revierübergreifende Treib- und Drückjagden durchgeführt, wobei jegliche Treibjagd tierquälerische Komponenten enthält allein aus der Tatsache, dass ungenau getroffen und nahezu wahllos geschossen wird. Für revierübergreifende Maßnahmen existiert als Gesetzesgrundlage im Jagdrecht lediglich der §10a BJagdG. Diese Vorschrift sieht vor, dass zum Zwecke der Hege des Wildes revierübergreifende Hegegemeinschaften gebildet werden können. §1 Abs. 1 BJagdG unterscheidet dabei eindeutig zwischen „Hege“ und „Jagdausübung“.

Unter „Hege“ versteht das Gesetz den Schutz und die Pflege wildlebender Tiere, wohingegen sich die „Jagdausübung“ auf das Nachstellen, Fangen und Erlegen von Wild bezieht. Deutlich wird diese Trennung von „Hege“ und „Jagdausübung“, indem die Pflicht zur Hege beim Grundstückseigentümer verbleibt, auch wenn das Jagd-ausübungsrecht an die Jagdgenossenschaft abgetreten wird. Nach alldem gibt es keine gesetzliche Grundlage für die revierübergreifende Jagdausübung.

 

-  Keinerlei fundiertes Zahlenmaterial liegt für alle anderen Tierarten vor. Beispielsweise unterliegt die Fuchs- und Vogeljagd keiner Beschränkung durch Abschussbegrenzungen, sodass es dem einzelnen Jäger frei steht, nach Belieben zu jagen. Dieser Freibrief begründet einen nie gekannten Wildtierterrorismus durch Antianimalisten.

 

-  Die gewachsenen Sozialstrukturen vieler Wildtiere, vor allem der Wildschweine, werden durch Jäger zerschossen. Leittiere, welche die Vermehrungsraten kontrollieren, sind in den Rotten und Verbänden kaum noch vorhanden. Die Populationsdynamik ist durch den erheblichen und immer mehr zunehmenden Jagddruck enorm gestiegen.

 

-  Die Füchse, die in freier Natur monogam und reviertreu sind, werden zum Ortswechsel gezwungen, um sich neue Partner zu suchen, da die Paare durch die Jäger auseinander geschossen werden. So werden durch Zerstörung sozialer Tierstrukturen nicht nur neue Paarbildungen verursacht, jedes weibliche Tier befruchtet und damit die Geburtenrate erhöht, sondern auch verstärkt Krankheiten übertragen, welche angeblich durch die Jagd bekämpft werden sollen.

 

-  Die Vogeljagd, speziell die Enten- und Gänsejagd, verursacht eine undifferenzierte Tierselektion ohnegleichen. Der Vogel, der auf seinen länderübergreifenden Flügen den Nachstellungen in einem Jagdrevier entkommen ist, unterliegt den gleichen Verfolgungen auf seinen Stationen im nächsten und übernächsten Revier.

Diese Tiere sind dem lustorientierten Tierselekteur schutzlos ausgeliefert. Desaster in der Sozialstruktur betroffener Tierverbände und im Artengefüge ganzer Vogelbestände sind damit vorprogrammiert. Durch die Verwendung von Schrotmunition, die vielfach nicht sofort tödliche Steckschüsse mit inneren Verletzungen verursacht, erleiden jährlich Hunderttausende angeschossener Tiere einen langsamen, qualvollen Tod.

 

-  Für das reine Schießvergnügen gezüchtete und in Mitteleuropa ursprünglich nicht heimische Tiere wie z.B. Fasanen dokumentieren die pervertierte Auffassung von Tier- und Naturschutz. Auf der gleichen Ebene sind Winterfütterungen zu sehen. In forstlich nutzungsorientierten Stangenkulturen besteht ein ausgeprägter Mangel an Stauden, Buschwerk und Weichhölzern, sodass nur mit Hilfe der Zufütterung saisonal ungeeigneten Futters größerer Schaden im Forst verhindert und dabei gleichzeitig ein überhöhter Wildbestand zur weiterhin lohnenden Bejagung erhalten werden kann.

-  Absolut dekadent und morbide sind Auslandsjagden, in denen aus reiner Tötungsgier sowohl bestandsbedrohte und oft international streng geschützte Arten als auch zahme Zuchttiere (z.B. Löwen) von pathologischen Tiertötern erlegt werden.


Ethisch-politische Komponente

-  Tiere sind Individuen, die Freude und Leid, Schmerz und Glück erfahren können, die Rechte besitzen und die als Mitgeschöpfe geachtet werden müssen. Die Jagd widerspricht einem aufgeklärten, fortschrittlichen Verständnis von Natur und Tieren aufs Schärfste.

 

-  Die Menschheit hat sich per Selbsternennung und mit keiner naturwissenschaftlichen Logik in Einklang zu bringendem Selbstverständnis mit der Berechtigung ausgestattet, ohne Gewissensprobleme über die Interessen aller andersartigen Wesen (Arten) zu entscheiden, um diese nach Lust und Laune zu versklaven, zu töten, zu züchten und zu verändern. Die Jagd ist dabei nur eine kleine Facette dieses gigantischen anthropogenen Unfugs- und Unterdrückungssystems.

 

-  Das heutige Jagdgesetz ist aus der nationalsozialistischen Gesetzgebung hervorgegangen und in seinen Grundzügen bis heute gültig. Unverkennbar tauchen faschistoide Komponenten wie Männlichkeit, Einheit, Stärke, Riten, Symbole und die „regenerative“ Kraft von Gewalt – umdefiniert als Gewalt gegen Tiere – auf. Gerade der exzessive Bezug zur Tradition stützt diese These.

 

-  Oft unterstützt faschistoides Gedankengut „rassisches“ Überlegenheitsgefühl und ethnische Verfolgung. Der humane Bezug hat sich bei der Jagd auf einen animalistischen Bezug transformiert und sich in einen, dem menschlichen Rassismus vergleichbaren, Antianimalismus gewandelt. Durch biologischen Ranghöhenwahn des Menschen, speziell des jagenden Menschen, gegenüber der Tierwelt ist ein faschistoider Artenselektionismus entstanden, der in einen gnadenlosen Terrorismus gegen Wildtiere ausgeufert ist. Gegenüber einigen Tierarten (z.B. Fuchs) und definierten Feindgruppen (sog. „Raubzeug“ und „Raubwild“) ist ein genozidales Handeln zu erkennen.

 

 

 

 

 


 

 

Tierquäler verstümmeln Fuchs

....oder die Fuchs-Ohr-Prämie für Jäger lässt weitere Perversionen gesetzlich zu  (Anm. d. Red.)

 

Ohren eines angefahrenen Tiers abgeschnitten - Jäger erhalten von Behörde bei Abschuss Prämie von 20 Euro
 

Hartmannsdorf. Jagdpächter Frank Heil hat am Donnerstagmittag in Hartmannsdorf an der Chemnitzer Straße einen grausamen Fund gemacht. Er war vom Ordnungsamt von Hartmannsdorf gerufen worden, weil am Straßenrand ein angefahrener Fuchs liegen sollte. "Als ich eintraf, lebte das Tier noch, aber beide Ohren waren abgeschnitten", sagte der Jäger am Freitag auf "Freie Presse"-Nachfrage.

 

Er habe den Fuchs dann fachgerecht getötet, indem er ihn mit dem Messer den so genannten Fangstoß versetzte und den Kadaver entsorgte."So was ist mir noch nie widerfahren", reagierte der Jagdpächter mit einer über 40-jährigen Berufserfahrung entsetzt. Wer auch immer so etwas tue, müsse bestraft werden. "Das ist Tierquälerei. Der Fuchs ist angefahren worden. Es hat nur noch die Vorderläufe bewegen können, weil das Rückgrat gebrochen war", so Heil. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die Angaben zu der grausigen Tat machen können. "Es wurde Anzeige aufgenommen. Wir ermitteln wegen Tötung eines Tieres", sagte Polizeisprecherin Heidi Hennig. Eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren erhält laut Tierschutzgesetz derjenige, der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm erhebliche Schmerzen zufügt.

 

Doch die Verstümmelung des Tieres könnte mehrere Gründen haben, erklärt Ulrich Köhler, Chef der Kreisjagdbehörde Freiberg. "Wenn ein Jäger einen Fuchs erlegt hat, schneidet er die Gehörspitzen, wie Ohren genannt werden, als Beweis ab, als weil er dafür von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises eine Prämie von 20Euro erhält." Damit werde die Fuchspopulation geregelt, da die Anzahl der Tiere in den vergangenen Jahren angestiegen sei. Durch die erfolgreiche Tollwutimpfung gebe es wieder mehr Füchse. Doch eine andere Gefahr bestehe durch den Fuchsbandwurm, der durch den Fuchs und seine Ausscheidungen auf den Menschen übertragen wird und bei ihm zum Tod führen kann. "Deshalb gibt es diese Fangprämie in Sachsen", sagt Köhler. "Doch das Tier nicht von seinen Qualen zu erlösen, ist schäbig und Tierquälerei", schimpft Köhler. Er vermutet, dass "ein Jäger die Prämie kassieren will". Doch es könnten auch andere Täter infrage kommen. Die Polizei kann noch nichts über die Hintergründe der Tat sagen. "Wer mit seinem Auto ein Tier anfährt, sollte immer die Polizei rufen", empfiehlt die Sprecherin. Neben Versicherungsfragen sei es wichtig, dass der zuständige Jagdpächter das Tier ordnungsgemäß entsorge. Laut Unterer Jagdbehörde sei es Pflicht des Jägers, getötete Füchse entweder in der Tierkörperbeseitigungsanlage abzugeben oder tief zu vergraben. Damit solle vermieden werden, dass Wildschweine die Kadaver ausgraben und fressen.

für Hinweise: Telefon 03737 7890

Von Bettina Junge,  Erschienen am 22.01.2010

 

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/1666395.php

 

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...und berechtigte Protest-Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten, wie folgende Mails zeigen:

 

 

Mail von Lovis Kauertz

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!


Eben erfahre ich durch einen Pressebericht, dass in Ihrem Bundesland Kopf- oder soll ich besser sagen Ohrenprämien für Füchse ausgeschrieben sind.


Begründung sei die Gefahr der Übertragung des Fuchsbandwurmes auf den Menschen (1). Ferner beruft sich der Leiter Ihres Bürgerbüros, Herr Dr. Walter Siegemund, in einem öffentlich gemachten Standardschreibens darauf, dass zum einen eine Abschussprämie für Füchse Tradition (2) habe, ferner diese auch in anderen Bundesländern, z.B. Rheinland-Pfalz, ausgelobt sei. Darüber hinaus wird als Begründung angegeben, der Jäger habe ansonsten keinen Anreiz, Füchse oder “Raubzeug” zu schießen (3). Ferner behauptet Herr Dr. Siegmund, Jäger haben die Aufgabe, den Wildbestand zu regulieren (4), der Fuchsbestand könne sich aufgrund fehlender natürlicher Feinde nicht selbst regulieren (5), der Fuchs würde den Bestand von Hasen und Dachsen und anderem Niederwild schädigen (6) und er müsse aus Tierschutzgründen und um des biologischen Gleichgewichts Willen (7) gezielt bejagt werden. Weitere haltlose in dem Schreiben aufgeführte Begründungen will ich nun hier aus Platzgründen nicht ausführen.

Das vollständige Schreiben finden Sie hier:

 http://www.arbeitskreis-tierschutz.de/Startseite/Artikel/Abschusspraemie.htm

Dass in Sachsen - wie in vielen anderen Ländern - für Füchse und andere ausgesuchte Arten überhaupt keine Schonzeiten bestehen ist an sich schon verwerflich und wird weder dem Tierschutzgedanken noch dem Grundgesetz gerecht. Dass aber Prämien für erlegte Füchse ausgelobt werden, und der Nachweis über abgeschnittene Ohren geführt wird ist nicht nur verwerflich, es ist ethisch nicht vertretbar in einer Zeit, in welcher moderne Maßstäbe von Natur- und Tierschutz gelten sollten. Zu den mangelhaften Begründungen Ihres leitenden Mitarbeiters möchte ich wie folgt Stellung nehmen:

(1) Wie viele Fälle von Übertragung des Fuchsbandwurmes auf den Menschen hat es in Sachsen (in Deutschland) in den letzten Jahren gegeben? Welche wissenschaftliche Begründung gibt es dafür, wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr des Menschen massiv Füchse zu jagen? Wie hoch ist der Fuchsbestand in Sachsen?

Es gibt unabhängige Studien der Universitäten Ulm und Stuttgart, welche zeigen, dass selbst Risikopersonen (Waldarbeiter, Förster etc) nicht am Fuchsbandwurm erkranken, obwohl sie bereits Kontakt mit diesem Parasiten hatten (Quelle: Kurt Eicher, Biologe). Diese Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen beweisen, dass eine ernstzunehmende Gefahr für den Menschen vom Fuchsbandwurm nicht ausgeht. Sollten Sie dennoch der Überzeugung sein, dass etwas gegen den Fuchsbandwurm unternommen werden muss, so gibt es die Alternative über Köder Impfstoffe auszubringen. Die Jagd auf Füchse zur Vermeidung der Ansteckung des Menschen mit dem Fuchsbandwurm verstößt gegen den Gedanken des Tierschutzgesetzes, denn es gibt keinen vernünftigen Grund dem Fuchs deshalb nachzustellen.


(2) Dass bereits in der DDR oder aktuell auch in Rheinland-Pfalz Fuchsprämien ausgelobt wurden und auch schon im Mittelalter den Füchsen nachgestellt wurde, ist doch bitte keine Rechtfertigung für eine keiner Ethik gerecht werdenden Herangehensweise Ihres Bundeslandes.

(3/4/5) Die Jäger benötigen keinen weiteren Anreiz, Füchse zu erlegen. Ein Großteil der Jäger - sicherlich nicht alle - sind reine Lust-Töter, es wird geschossen, was vor die Flinte kommt. Lesen Sie die einschlägigen Jagdzeitungen, hören Sie was auf Treib- oder Drückjagden oder am Stammtisch gesprochen wird - als einigermaßen sensibler Mensch kann man da nur entsetzt sein! Eine Ursache der angeblichen Überpopulation von Füchsen in Sachsen ist die Jagd selbst. Durch die Jagd werden die Sozialgefüge der ansonsten monogam lebenden Tiere geradewegs zerschossen. Das führt dazu, dass Füchse immer wieder das Revier wechseln und dort neue Partnerinnen befruchten. Damit wird nicht nur die ansonsten funktionierende Bestandsregulation unter Füchsen signifikant zerstört, auch führt es z.B. durch häufigere Sexualkontakte zu einer stärkeren Verbreitung von Krankheiten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich selbst mit drastischen Maßnahmen die Fuchspopulation nicht reduzieren lässt. Niemand kann die Bestanddichte besser regulieren als die Füchse selbst. Stellen Sie die Jagd auf Füchse ein, denn was Sie da machen, hat weder Hand noch Fuß - es dient allein der Mordlust einer Minderheit von Jägern.

(6/7) Der Fuchs ist keine Gefahr für den Bestand des Niederwilds. Dass er Bestands gefährdend für den Dachs ist, ist lächerlich. Dann bitte zeigen Sie mir einen Fuchs, der einen gesunden Hasen stellt. Der Fuchs ist ein Allesfresser, seine fleischliche Nahrung bezieht er im Wesentlichen durch das Bejagen von Mäusen und krankem Niederwild. Auch Kaninchen stehen auf seiner Speisekarte. Aber in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet war der Fuchs nie die Ursache für die Gefährdung einer Tierart. Daher ist auch die von Herrn Dr. Siegemund angeführte Behauptung, der Fuchs müsse aus Tierschutzgründen bejagt werden, an den Haaren herbei gezogen. Das biologische Gleichgewicht erreichen Sie nicht durch die Bejagung des Fuchses, vielmehr würde das Pflanzen von Hecken und die Pflege von natürlichen Ausgleichsflächen dieses Ziel unterstützen.

Bitte setzen Sie sich mit dieser Argumentation auseinander, befragen Sie nicht nur die Jäger und der Jagd zugetane Experten … und lassen Sie sich nicht zu sehr von der mächtigen Jagdlobby beeinflussen.
 
Mit freundlichen Grüßen


 

 

Chaos-Jäger gefährdeten Passanten - Zeugen gesucht

Durmersheim (pol/dd) –

Am Samstagmittag, 5. Dezember, zwischen 14 und 15 Uhr fand im Bereich des neuen Friedhofs in Durmersheim eine Treibjagd statt.

Dabei sollen die Jäger im Bereich der Brunnenstraße

bei dem dortigen Weg zum Friedhof auch zwischen Passanten hindurch auf Tiere geschossen haben.

Wie die Polizeidirektion Rastatt/Baden-Baden mitteilt, wurde dieser Vorfall jetzt erst schriftlich beim Polizeiposten Durmersheim

angezeigt. Eventuell durch Schüsse gefährdete Personen werden gebeten, sich mit dem Polizeiposten Durmersheim unter 07245/5090

in Verbindung zu setzen.

 


 

 

06.01.2010 13:52   Jäger erschießt Hund - Jagdschein entzogen

 

Ein Thüringer Jäger muss seinen Jagdschein abgeben, weil er den Hund eines Kollegen erschossen hat. Das Verwaltungsgericht Weimar wies die Klage des Betroffenen gegen den Entzug der Lizenz ab. Mit seinem Schuss auf den Jagdhund habe der Mann seine Waffe missbräuchlich oder leichtfertig verwendet,

heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil. Damit sei er «jagdrechtlich unzuverlässig». Der Kläger hatte argumentiert, dass er den Hund, der in sein Revier eingedrungen war, für ein wilderndes Tier gehalten habe.

 

 


 

 

Jäger geht auf Anwalt los...

BEZIRK OBERPULLENDORF /

Während ein Anwalt seinen ferngesteuerten Hubschrauber fliegen ließ, soll ein Jäger auf ihn losgegangen sein.


 

Nach einem Zwischenfall am 25. Oktober, einem schönen sonnigen Herbsttag, trafen sich die Kontrahenten vorige Woche vor Gericht. „Ich ließ bei Mannersdorf am Feld meinen Modellhubschrauber fliegen“, berichtete der 42-jährige Wiener Anwalt, der seine Freizeit gerne im Bezirk Oberpullendorf verbringt.


Als sich ein Pick-up näherte, maß der Anwalt dem zunächst keine besondere Bedeutung zu: „Ich ging mit dem Hubschrauber in Schwebeflug.“ Einen Moment später habe er gespürt, wie er von dem Auto angefahren wurde. „Gerade so viel, dass ich aus dem Gleichgewicht kam. Der Helikopter stürzte binnen zwei Sekunden ab“, so der Anwalt. Aus dem Seitenfenster habe der 61-jährige Jäger gefragt: „Wer bist denn du?“ - „Ich antwortete: Ich kann mich nicht erinnern, dass wir per du sind“, so der Anwalt vor Gericht. „Und ich fragte ihn, ob ihm bewusst ist, dass er am Modellhubschrauber einen Schaden von 700 Euro angerichtet hat.“



Der Jäger schilderte die Begegnung völlig anders: „Der mir unbekannte Mann stand mitten auf der Kreuzung. Ich hupte und probierte,  rechts vorbei zu fahren, da ging der Mann nach rechts. Ich wollte links vorbei fahren, da ging der Mann nach links.“ Er sei ausgestiegen und habe den Hobby-Flieger zur Rede gestellt. „Ich drückte ihn mit der Schulter von meinem Auto weg, er packte mich auch und wir fielen in den Graben“, so der Jäger.


Der Anwalt behauptete, der Jäger habe ihn mehrmals mit seinem Auto „angestoßen“, während er versuchte, das Autokennzeichen zu notieren. Er sei bei der Ranglerei verletzt worden und habe unter Schmerzen in der Brust und am Hals gelitten. Der Jurist machte einen Schaden in der Höhe von 3.600 Euro geltend. Der Jäger bekannte sich nicht schuldig. Richter Dr. Wolfgang Rauter will nun einen Sachverständigen beiziehen, der klärt, wie lange sich ein Modellhubschrauber selbstständig in der Luft halten kann.  Der Jäger hatte nämlich behauptet, der Helikopter sei erst nach der Ranglerei im Graben abgestürzt. Der Prozess wurde vertagt.



http://www.bvz.at/redaktion/bvz-chronik/article.asp?text=319633&cat=938

 


 

Jäger beißt Mann beim Streit in Hand

 

Ein Jäger hat bei einem Streit im Wald bei Neuzelle (Oder-Spree) einen Spaziergänger geschlagen und in die Hand gebissen. Der 42-jährige Spaziergänger hatte den 68 Jahre alten Jäger zur Rede gestellt, weil dieser mit seinem Wagen beinahe einen seiner beiden Hunde überfahren habe. Beide gerieten in Streit, wie die Polizei berichtete. Dabei soll der Jäger gedroht haben, den Mann über den Haufen zu schießen. Der 42-Jährige habe einen Faustschlag ins Gesicht bekommen. Außerdem habe der Jäger ihm beim Abwehren weiterer Schläge in die Hand gebissen. Die Polizei stellte in der Wohnung des Jägers seine

Jagdwaffen und die Waffenbesitzk arte sicher.Quelle: WELT online, 26.11.2009

http://newsticker.welt.de/?module=dpa&id=23112962

 

Anm. d. Red.:

Selbst Schuld. Wie kann man es auch wagen, einen dieser Herrenmenschen zur Rede zu stellen.

Einen Jäger zu bitten, Rücksicht zu nehmen, ist ja auch eine echte Unverschämtheit.

 

 


 

19.11.2009     Jäger erschießt irrtümlich zwei Rinder

>Ernst Otto Fischer<

 

Breckerfeld. Den besten Erfolg bei der Jagd auf Wildschweine versprechen bei der Einzeljagd die Ansitze in den Nächten vor und nach  dem Vollmond. Aber nicht alles ist Wild, was das Jägerauge im Dunkeln erblickt. In Breckerfeld erlegte ein Jäger statt der Wildschweine zwei ausgewachsene Rinder. Nach der Entdeckung seiner Fehlschüsse informierte der Schütze umgehend den Besitzer der Rinder. Und der schaltete, weil er wenigstens noch das Fleisch seiner erschossenen Tiere verwerten wollte, unverzüglich die Veterinärbehörde des EN-Kreises ein.

 

Jagdschein und Waffenbesitzkarte entzogen

Ingo Niemann, Sprecher der Kreisverwaltung: „Unser Amtstierarzt hat nach seinem Ortstermin auf dem Hof des Breckerfelder Bauern unmittelbar die Untere Jagdbehörde eingeschaltet”. Diese handelte unverzüglich. „Dem Schützen wurden der Jagdschein

und die Waffenbesitzkarte entzogen. Seine Waffen musste der Mann sofort abliefern”. Klaus Jürgen Kumpann, Leiter des Hegerings Breckerfeld: „Wir Breckerfelder Jäger begrüßen die schnelle Entscheidung der Unteren Jagdbehörde. Wer auf etwas schießt,

was er nicht genau erkennen kann, hat auf der Jagd nichts verloren”.

Ausschluss aus Hegering

Nachdem der Vorfall dem Hegering zunächst nur als Gerücht bekannt geworden sei, habe man erfahren, dass die Behörde nach Recht und Gesetz tätig geworden war. Der Hegering Breckerfeld hat den Rinder-Schützen inzwischen aus seinen Reihen ausgeschlossen.

Anm. d. Red.:

Das waren sicher ganz neuartige Wildschweine. Mit Hörnern und langen Schwänzen

 

 

 

 


 

 

 

04.11.2009     Studie:  Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine

 

Sind die Jäger schuld an der Wildschweinschwemme?

Derzeit ist in allen Zeitungen von einer „Wildschweinschwemme“, gar von einer „Wildschwein-Plage“ zu lesen.

Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in

den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des

„Wildschweinproblems“, noch mehr Tiere zu schießen?

Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem?

Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, umso stärker vermehren sie sich.

Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Wissenschaftler hin. Und zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuell publizierte französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen.

 

Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das Ergebnis wurde nun im

renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich

höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine

ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein.

(vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009) Mit dieser Studie ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen

nicht auf nur vom Futterangebot abhängt, sondern auch von der intensiven Bejagung.

Stärkere Vermehrung durch die Jagd
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung

Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter

stattfindet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr

zeitiger und zahlenmäßig stärker fort sagt Reichholf.  Der Biologe Kurt Eicher von der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ weist zudem darauf

hin, dass Jäger durch legale oder illegale Zufütterungen und so genannte „Kirrungen“ für ein unnatürlich hohes Nahrungsangebot für Wildschweine

sorgen – und damit wiederum zur Vermehrung beitragen. So hat die Wildforschungsstelle Aulendorf errechnet, dass allein in Baden-Württemberg

jährlich 4.000 Tonnen Mais allein als „Kirrung“ ausgebracht werden – das sind pro erlegtem Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais.

Gerade Mais fördert nachweislich die Fruchtbarkeit von Wildschweinen.
Doch Jäger argumentieren lieber, dass die hohe Zahl der Eicheln und Bucheckern in den Wäldern verantwortlich für die Wildschweinschwemme

sei. Darüber kann der Biologe Kurt Eicher nur den Kopf schütteln: „Den Tieren standen im Herbst schon immer Bucheckern und Eicheln in

den heutigen Mengen zur Verfügung - früher eventuell sogar noch mehr, da der Wald gesünder war

Zerstörung der Sozialstruktur
Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten so Happ (in der Jägerzeitung Wild und Hund, 23/2002).
Auch Wildmeister Gerold Wandel weist auf das Jagd-Problem hin: „Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen (Jagdzeitung PIRSCH 1/2004)

Kann die Natur sich selbst regulieren?
Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der

Rotte und für Geburtenkontrolle. „Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern,

dass zu junge Tiere befruchtet werden so der Biologe Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Fehlen die Leitbachen,

weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf. Die Sozialstruktur ist zerstört und die Wildschweine vermehren sich unkontrolliert
Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die

Bestände von allein

 

Kontaktinformation:

Initiative zur Abschaffung der Jagd
Derfflingerstr. 2
74080 Heilbronn

Kurt Eicher  (Biologe, Sprecher der Initiative und Sektionsleitung des Vereins „Natur ohne Jagd e.V.“)
 

 

 


04.11.09

Jagdhund beißt Mädchen, Jäger holt Gewehr

Steinhöring - Christian B. aus dem Landkreis Rosenheim war gerade von der Jagd gekommen. Er setzte sich mit seiner angeleinten Hündin beim Maibaumfest in Etzenberg, einem Ortsteil von Steinhöring, an die Bierbank und trank eine Maß Bier. Irgendwann lief eine 15-Jährige an ihm vorbei.

Die Münsterländer-Hündin, eben noch unter dem Tisch, fiel das Mädchen plötzlich an, biss es in den Oberarm.

Die 15-Jährige blutete, kam ins Krankenhaus und konnte aufgrund der Verletzungen eine Woche lang nicht in die Schule.

 

Christian B. wurde aufgefordert, seinen Hund wegzubringen und das Fest zu verlassen. Erstes tat er, zweiteres nicht. Er brachte seine Hündin ins

Auto und ließ die Scheiben offen, damit das Tier keinen Hitzschlag bekam. Dann kehrte er zum Fest zurück, in der Hand sein Jagdgewehr,

das er in einer Tasche aus dem Auto mitbrachte. Er setzte sich wieder an die Bank und aß seine Brotzeit. Gerade hatte es Zank wegen

des Hundes gegeben, jetzt hatte der Jäger eine Waffe dabei. Einem Verantwortlichen des Festes wurde es mulmig. Er rief die Polizei.

Sie stellte bei Christian B. 1,6 Promille Alkohol fest.

 

Vor dem Ebersberger Amtsgericht musste sich der Beklagte nun für seine Verhalten verantworten. Die Vorwürfe: fahrlässige Körperverletzung

sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz. „Die Waffe durfte ich laut Waffengesetz nicht im offenen Auto lassen, deswegen habe ich sie mit

zum Fest genommen“, sagt der Angeklagte. Den Biss stellte er nicht in Abrede. „Der Angeklagte kann aus guten Gründen freigesprochen werden“

, sagte sein Anwalt. Er habe nicht selbst gebissen, man könne nicht allen Hunden Maulkörbe verpassen, zudem sei es kein allzu fester Biss

für eine Münsterländerin gewesen. Amtsrichter Otto Kick sah das anders: Er verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 4050 Euro

(90 Tagessätze á 45 Euro) – wegen fährlässiger Körperverletzung und unerlaubten Führens einer Waffe bei einer öffentlichen Veranstaltung.

Von Stefan Sessler

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/hund-beisst-maedchen-jaeger-holt-gewehr-513672.html

 
26.10.2009

Jäger stürzt mit morschem Hochsitz in den Tod

Heidelberg (ap).

Beim Zusammenbruch eines morschen Hochsitzes ist ein 71-jähriger Jäger in den Tod gestürzt. Der Heidelberger war nach Angaben der Polizei zusammen mit zwei Jagdfreunden in einem Wald bei Heidelberg unterwegs und hatte sich gegen acht Uhr von ihnen getrennt, um einzeln anzusitzen. Gegen 10.30 Uhr wollten sie sich wieder treffen, aber der 71-Jährige erschien nicht. Die Jagdfreunde suchten nach ihm und fanden ihn kurz darauf tot bei einem zusammengebrochenen Hochsitz.

Quelle: Rheinische Post


 
25.10.2009
Betrunkener Jägersmann

Wartburgkreis. (ep) Kein Jägerlatein: Gegen 6.30 Uhr am Samstag ging in der Polizeiinspektion Eisenach die Mitteilung ein, 
dass ein Pkw ohne Personen zwischen Wommen und Neustädt im Straßengraben stehen soll. Auf der Anfahrt trafen die 
Beamten auf einen Fußgänger, der eine Langwaffe auf dem Rücken trug. Es handelte sich um einen Jäger aus Isselburg
/Nordrhein-Westfalen. Der 41-Jährige sagte den Polizisten auf Nachfrage, dass er schon seit einer Stunde auf einen 
Jagdkollegen warte, der mit seinem Auto unterwegs sei.

Der Polizei blieb nicht verborgen, dass der Mann erheblich unter Alkoholeinfluss stand. Er habe sich kaum noch auf den 
Beinen halten können, heißt es im Bericht zum Sachverhalt. Die Beamten nahmen ihn kurzerhand zum leeren Auto mit, 
wo der Jagdmann erstaunt feststellte, dass es sich ja um sein eigenes Fahrzeug handelte. Er gab an, keine Ahnung davon 
zu haben, dass sein Auto im Graben steht, da er die letzten vier bis fünf Stunden auf einem Hochsitz verbracht habe. 
Bekleidet war er, als ihn die Beamten antrafen, in Biolatschen und relativ dünner Montur.

Der Jägersmann wurde nun gebeten, seine Taschen zu leeren. Das führte nicht zum Auffinden des Fahrzeugschlüssels. 
Immer wieder beteuerte er, dass er den Schlüssel nicht habe und sein Jagdkollege gefahren sei. Den Namen mochte er 
den Beamten jedoch nicht nennen. Sein Jammern half ihm allerdings nichts: Bei bei einer genaueren Leibesvisitation fand 
sich der Fahrzeugschlüssel schließlich in seinem rechten Strumpf. Daraufhin wurde eine Blutentnahme angeordnet und 
der Führerschein beschlagnahmt. Dem alkoholisierte Jäger wurden die Waffe samt Munition und alle Berechtigungsscheine 
für die Waffe entzogen.
Bitteres Nachspiel: 
Nun kann er für die nächste Zeit nicht mehr Auto fahren und muss außerdem damit rechnen, nie wieder auf Jagd gehen zu können.

http://www.tlz.de/tlz/tlz.nachbarstaedte.volltext.php?kennung=on2tlzLOKStaEisenach40109&zulieferer=tlz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Eisenach&auftritt=TLZ&dbserver=1
    

 

 


 

 

Lebendfalle in Vlotho

18.10.2009

 

 

Vor ca. 4 Jahren war der Bau an dieser Stelle noch unbewohnt.

Der klapprige Hochsitz (im Hintergrund zu sehen) steht schon seit langem dort

 

Hier wurden seinerzeit Strohsäcke deponiert mit diversen Lockstoffen, um ein neues "Befahren" zu beschleunigen

("Befahren" ist der fachl. Ausdruck für die Tatsache, das der Bau wieder angenommen wurde und dann bewohnt wird)

 

 

 

 

 

 

Nachdem nun der Bau von Tieren angenommen wurde und bewohnt ist,

finden wir heute diese Kastenfalle.

 

 

 

 

 

Sie ist direkt in den Eingang "gekeilt" wie man deutlich erkennen kann.

 

 

 

 

Mal davon abgesehen, das dieses Hobby ohnehin sehr pervers ist, stellt sich selbst dem Unwissenden die Frage:

Was hat das noch mit "Jagd" zu tun?

 

 

 

 

Da wird der Öffentlichkeit stets ein "waidmännisches" Verhalten verkauft, angepriesen und gepredigt.

Das diese Phrasen ohnehin nur Volksverdummender Blödsinn sind, ist jedem von uns schon lange klar.

Wenn dieses dokumentierte Verhalten dem fragwürdigen Ehrenkodex entspricht, wissen wir nun ganz real und unverfälscht

das wir mit unserer Meinung über Jagd und Jäger total richtig liegen.

 

"Hinterfotzigkeit"

ist angesichts solcher Bilder noch ein Kompliment

für die Verhaltensweise dieser verwirrten Trachtengruppe

 

 


 

 

23.10.2009

 

Heute wurde festgestellt, dass dieses Fanggerät entfernt worden ist.

 

Ob der gesetzlich befugte Tierquäler nun Erfolg hatte und einen Fuchs lebend fangen konnte weiß man nicht.

Vielleicht ist diese Unwissenheit aber auch besser für uns alle, denn wenn sich dieser Fuchs nun bei ihm befinden sollte,

wird er sicher einen sehr grausamen Tod bei der Hundeausbildung oder anderen Perversionen finden.

 

Es ist aber auch gut möglich, das diese Falle lediglich wegen zuviel Dummheit des Aufstellers

keinen Erfolg zeigte und deswegen wieder entfernt wurde.

 

Das Tatort-Wald Team sieht aber auch eine Möglichkeit in dem Verschwinden dieser Falle darin,

dass aufgrund des geplanten Presseberichts bzw. der Übermittlung dieser Daten an die Lokalzeitung

von dort aus eine Warnung an den zuständigen "Verwirrten" gegeben wurde.

 

 

Wie auch immer.

Die Qualen, das Leiden, die Ausbeutungen und die Tötungen unserer heimischen Wildtiere werden weitergehen,

solange solche fragwürdigen Gestalten in unseren Wäldern frei herumlaufen und die Natur manipulieren dürfen

nur um ihre niederen Triebe zu befriedigen.

 

 

 

 


15.10.2009

Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren

Was wir seit langer Zeit kritisieren. Nun steht es auch einmal öffentlich in der Presse

 

15.10.2009     Neuss - Schockierende Bilder /  Jagd-Übung: Erst verstümmelt, dann abgeballert

Von COLJA SCHLIEWA

 

Es ist ein Vorgang unvorstellbarer Grausamkeit: Um zu „üben“, stutzen Neus­ser Jäger lebenden Enten die Flügel.

Dann hetzen sie ihre Jagdhunde auf die fluguntauglichen Tiere. Oder ballern das chancenlose Federvieh gleich selbst

mit der Flinte ab. Der Jäger zückt sein Messer, schneidet der hilflosen Stockente die Federn an beiden Flügel ab –

für die Fluchttiere eine echte Verstümmelung! Anschließend wirft er sie in hohem Bogen ins Schilf.

 

Dann kommt der Hund. Der treibt den Vogel dann entweder vor das Gewehr des Jägers, oder macht ihm gleich

selbst den Garaus. „Hetzarbeit an flugunfähiger Ente“, nennt sich das perverse Szenario in der Jägersprache.

Der Neusser Tierschützer ­Thomas Nachtigall machte ­EXPRESS jetzt auf diese Bilder des Grauens aufmerksam.

Zu sehen sind Neusser Hobbyjäger bei ihrem grausamen Ritual an der „Blauen Lagune“ in Straelen.

„Diese Bilder hat der Verein selbst stolz auf seiner Internetseite veröffentlicht. Es ist eine unfassbare Tierquälerei!“

sagt Thomas Nachtigall. „Manchmal wird den Enten sogar noch Styropor unter die Flügelstummel gebunden,

damit sie nicht einmal mehr abtauchen können.“ Um für Nachschub an lebendigen Übungsobjekten zu sorgen,

werden die Wasservögel extra gezüchtet. Nachtigall: „Pro Übungseinheit werden rund 20 Enten »verbraucht«.

Bundesweit werden jährlich 5000 Jagdhunde ausgebildet. Da kann man sich ausrechnen, was da zusammenkommt.“

 

Das Üben an der lebenden Ente ist in Deutschland grundsätzlich nicht verboten.

Die Zeitschrift „Jagd und Hund“ betitelte die Prozedur in ihrer aktuellen Ausgabe sogar als „Das Muss vor dem Schuss“.

„Wenn den Enten aber die Flügel gestutzt werden, ist das ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, sagt

Heinz Joachim Klein von der Unteren Jagdbehörde in Neuss. „Ich habe bis jetzt aber noch nie gehört, das etwas

Derartiges bei uns gemacht wird. Ich werde mir diese Bilder ganz genau ansehen.“ EXPRESS fragte beim

Vorsitzenden des Hobbyjägervereins nach, bekam aber nur zu hören: „Ich bin zu keiner Stellungnahme bereit!“

 

http://www.express.de/nachrichten/region/duesseldorf/jagd-uebung-erst-verstuemmelt-dann-abgeballert_artikel_1253811667224.html

 

 

 

 

 


 

 

 

 

BLEIMUNITION

(und die Folgen)

 

 

 

15.04.2009     Studie soll Einfluss auf Menschen klären

Werden für die Jagd bleihaltige Geschosse verwendet, können mittelbar auch Menschen geschädigt werden.

Da sich die Splitter der Munition im getroffenen Tier verteilen, könnten Teile des Wildbrets, das in Jägerfamilien

oder bei anderen Konsumenten auf den Tisch kommt, Bleipartikel enthalten.
Das Schwermetall ist für Menschen giftig, vor allem bei Kindern hat es gravierende Auswirkungen: Es beeinflusst die

geistige Entwicklung. Zumindest im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass Blei auch Krebserkrankungen hervorruft.

Daher ist das Metall vielerorts aus der Technik verschwunden, selbst Autoräder dürfen nicht mehr mit Bleigewichten

ausgewuchtet werden. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hat nun das Bundesinstitut für Risikobewertung

beauftragt, einen möglichen Zusammenhang zwischen bleihaltiger Munition, Wildbret und menschlicher Gesundheit

zu untersuchen. Bislang liegen aber noch keine Ergebnisse vor. RHK

Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.04.2009)

 

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/art304,2773261

 

 


 

 

 15.04.2009   Zahlreiche Seeadler sterben an einer Überdosis Blei.

Das Schwermetall stammt oft aus Munition, mit der Jäger auf Rehe und Wildschweine schießen.

Wenn der deutsche Wappenvogel im Müritz-Nationalpark todkrank am Boden hockt, ist keineswegs die Wirtschaftskrise schuld, der Seeadler wurde schlicht vergiftet. „Von 16 Seeadlern, die wir zwischen 2004 und 2007 tot im Nationalpark gefunden haben, hatten zehn eine Bleivergiftung“, berichtet der Nationalparkmitarbeiter Volker Spicher. Im Rest der Republik sieht die Situation nicht viel besser aus, sagt Oliver Krone vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Seit 1996 untersucht der Tierarzt verendete Seeadler. Bei rund einem Viertel der mehr als 500 Vögel diagnostizierte er eine Bleivergiftung.

 

Wie das giftige Schwermetall in die Körper der Tiere gelangte und wie es dort wirkt, darüber diskutieren am morgigen Donnerstag Experten verschiedener Institutionen im IZW. Dabei werden auch die Ergebnisse einer dreijährigen Studie präsentiert. Sie zeigen, dass nicht nur Seeadler von Bleivergiftungen betroffen sind, sondern auch andere Greifvögel wie Rotmilane, Habichte und Mäusebussarde. In Österreich wurden im vergangenen Jahr sogar vier bleivergiftete Bartgeier gefunden.

Dieser Verlust trifft Wolfgang Fremuth von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) besonders hart, schließlich hatte die Naturschutzorganisation viel Geld in die Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen investiert. Seit 200 Jahren waren diese Vögel mit einer Spannweite von fast drei Metern dort ausgerottet. Daraufhin wurden die wenigen in Zoos und Tierparks überlebenden Tiere wieder nachgezüchtet. 65 000 Euro kostet jeder einzelne der rund 150 Bartgeier, die seit 1986 in den Alpen ausgesetzt wurden. Deshalb will auch das ZGF wissen, wie es zu den Bleivergiftungen kommt.


IZW-Forscher Oliver Krone kann diese Frage inzwischen ziemlich genau beantworten. So zeigen Röntgenanalysen, dass jeder zweite der untersuchten Seeadler Bleipartikel im Magen hat. Die wiederum stammen zum größten Teil von „Teilmantelgeschossen“, mit denen Jäger auf ihre Beute schießen. Ein Kern aus Blei gibt diesen Projektilen das nötige Gewicht für ihre hohe Durchschlagskraft, ein harter Mantel aus Messing erhöht die Stabilität. Trifft das Geschoss, zerlegt es sich beim Aufprall praktisch selbst. Als Krone den Kadaver eines jungen Wildschweins im Computertomografen untersuchte, entdeckte er weit um den Schusskanal herum Bleisplitter aus dem Teilmantelgeschoss.


Dieser Splittereffekt führt bei den gejagten Wildschweinen und Rehen zu größeren Wunden und damit zu einem schnelleren Tod. Doch auch für den Seeadler werden die Splitter zur tödlichen Gefahr. Normalerweise jagt er Fische und Wasservögel. Frieren im Winter die Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu – dort lebt der Großteil der rund 600 Seeadler-Brutpaare Deutschlands –, ziehen Enten und andere Vögel an die noch offenen Flüsse. Die Seeadler bleiben meist in ihrem Revier und verteidigen es mit knurrendem Magen gegen eventuelle Nebenbuhler. Da kommt das Wild, das die Jäger schießen, gerade recht. Zumindest die inneren Organe lassen die Waidmänner als sogenannten „Aufbruch“ zurück. Ungefähr zehn Prozent aller getroffenen Tiere gehen ihnen sogar ganz durch die Lappen und verenden später im Gebüsch.

 
Vor allem dieses Aas ist für Seeadler im Winter ein wichtiger Teil der Nahrung, zeigen Untersuchungen der IZW-Forscher. „Genau das aber kann sein Verhängnis sein“, vermutet Krone. „Schluckt der Adler Bleisplitter, löst die scharfe Magensäure Bleichloride von der Munition ab.“ Die Bleiionen gelangen mit dem Blut zu Leber und Nieren und werden am Ende sogar in den Knochen abgelagert. So wird immer mehr Blei aufgenommen – bis das Tier stirbt.


Doch stammt das Blei wirklich aus der Munition? Schließlich wird immer wieder behauptet, dass das Schwermetall in den Seeadlern auch vom Angelblei stammen könnte. Um das zu klären, haben Forscher der Universitäten Münster und Rostock mit mehreren Analysemethoden die chemische Zusammensetzung der Bleisplitter untersucht. Stets erhielten sie das gleiche Ergebnis: Splitter aus Teilmantelgeschossen hatten den Seeadlern den Tod gebracht.


Aufgrund solcher Untersuchungen handelte der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbundes (DJV), Jochen Borchert, bereits im Jahr 2005. „Ich habe die Jäger zu Sofortmaßnahmen aufgefordert, um den möglichen Tod von Adlern durch Blei aus Munition zu verhindern“, sagt er. Seither sollen die Waidmänner den Aufbruch an Ort und Stelle vergraben.

 
Volker Spicher vom Müritz-Nationalpark bezweifelt den Sinn dieser Maßnahme: Sobald der Boden im Winter gefroren sei, ließen sich die Innereien kaum in die Erde bringen. Und jene Tiere, die angeschossen werden und zunächst entkommen, würden nach wie vor von Seeadlern und anderen Greifvögeln gefressen. Dennoch will der DJV die seit 20 Jahren in den USA und inzwischen auch in Deutschland hergestellte bleifreie Munition bis heute nicht empfehlen, weil sie noch nicht ausreichend erprobt sei.



Spicher ist da anderer Ansicht. Der Nationalparkmitarbeiter ist selbst Jäger und gemeinsam mit 13 Kollegen bereits vor vier Jahren auf bleifreie Munition umgestiegen. Nach rund 200 seither erlegten Tieren stellen die Jäger fest: 95 Prozent der bleifreien Schüsse haben das Wild mit einer einzigen Patrone erlegt, besser sei die Quote auch mit herkömmlichen Teilmantelgeschossen kaum. Zwei der 14 Jäger waren mit „bleifrei“ trotzdem etwas unzufrieden, drei glauben dagegen, mit den Geschossen ohne Blei sogar besser zu schießen. Als Fazit könnte man festhalten: Schlechter ist die bleifreie Munition nicht.


Das bestätigt auch IZW-Forscherin Anna Trinogga, die geschossene Tiere mit Röntgengeräten und Computertomographen untersucht hat. In der „Tötungsfunktion“ fand sie keine Unterschiede zwischen Munition mit und ohne Blei. Deshalb wollte der Müritz-Nationalpark die Jagd auf bleifrei umstellen – wenn nicht das Land Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2008 zumindest den Jägern in seinen Diensten die bleifreie Munition verboten hätte.

Ein ähnliches Verbot gibt es auch in Brandenburg, wo zuvor sogar die bleihaltige Munition aufgrund der schädigenden Wirkung auf Greifvögel verboten war. In beiden Bundesländern wurde die Kehrtwende durch eine Mitteilung der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (Deva) ausgelöst: Demnach ist die bleifreie Munition für die Jäger selbst gefährlich. Die Deva beruft sich auf einen 15 Jahre zurückliegenden Fall, bei dem ein Jäger in Franken gegen die Sicherheitsvorschriften verstieß und mit bleihaltiger Munition feuerte, die ähnlich wie bleifreie Geschosse aufgebaut war. Die Kugel prallte ab und verletzte einen Menschen tödlich. Bei einem weiteren Jagdunfall in Potsdam-Mittelmark wurde ein Jäger vom Splitter eines bleifreien Geschosses in der Wade getroffen, als ein Kollege aus nächster Nähe auf ein Wildschwein zielte.


„Solche Unfälle sind nicht ungewöhnlich“, sagt Volker Spicher. 14 Prozent aller tödlichen Jagdunfälle gingen auf solche Abpraller zurück. Inzwischen untersucht die Deva auch das Abprallverhalten der bleifreien Munition genauer. Bis ein Ergebnis feststeht, bleibt die bleifreie Jagd untersagt.


(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.04.2009)
http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Seeadler-Bleivergiftung-Jagd;art304,2773263



Artenschutz
16.04.2009     Die Leiden der Seeadler

Von Marlene Weiss
Bleihaltige Jagdmunition vergiftet die seltenen Vögel. Tierschützer fordern ein Verbot

Der einzige frei lebende Berliner Seeadler wurde Ende Februar zum Witwer. Seine Partnerin starb in der Tierklinik Düppel 
an der häufigsten Todesursache für die seltenen Greifvögel: Bleivergiftung. Jeder vierte der in Deutschland gestorbenen Seeadler 
verendete durch eine Überdosis Blei im Blut, allein im vergangenen Winter waren es zehn.

Seit Längerem ist bekannt, dass diese Fälle vermeidbar wären. Die Adler nehmen das Blei auf, wenn sie Innereien von 
erjagtem Wild fressen oder angeschossene Tiere erbeuten. Oliver Krone vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung 
(IZW) in Berlin,  der ein Verbundprojekt zur Bleivergiftung bei Seeadlern leitet, ist überzeugt, dass sich die Vergiftungen mit  
bleifreier Munition leicht aus der Welt schaffen ließen. 
»Die Forschungsergebnisse sind eindeutig«, sagt er. Am 16. April unternimmt das IZW gemeinsam mit der Forschungsstelle 
für Umweltpolitik der FU Berlin auf einer Tagung in Berlin einen neuen Anlauf.

Heute brüten fast 600 Seeadlerpaare in Deutschland, die meisten davon in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. 
Dennoch – die Art, die in den siebziger Jahren kurz vor dem Aussterben stand, ist weiter schutzbedürftig. 
Darum setzen sich Artenschützer, allen voran der Naturschutzbund (Nabu), dafür ein, bei der Jagd nur noch bleifreie Munition 
aus Kupfer oder Wismut zu verwenden. »In der Tierklinik Düppel hatten wir fünf Seeadler mit Bleivergiftung gleichzeitig«,
 sagt Dirk Stoewe vom Greifvogelschutz des Nabu, »und nur einer hat 
überlebt.«

Die Jäger und die Munitionsindustrie von der Dringlichkeit des Problems zu überzeugen ist jedoch ein langwieriges Unterfangen. 
»Mantelgeschosse mit Bleikern erfüllen die Bedingungen der Jagd derzeit einfach am besten«, sagt Matthias Vogel vom 
Munitionshersteller Ruag. Gerade aus Tierschutzgründen sei es wichtig, Projektile zu verwenden, die eine hohe Dichte und 
starke Verformbarkeit aufweisen. Das garantiere einen stabilen Flug, und die Energie werde im Körper des Wildes schnell abgegeben, 
sodass das Tier sofort sterbe. Außerdem werde das Abprallrisiko des Geschosses vermindert – kein anderes Material erfülle diese 
Anforderungen so wie das hochgiftige Blei.


Allerdings gibt es seit Jahren bleifreie Alternativmunition für alle gängigen Kaliber. 

Im Mai 2008 schien es auch in Brandenburg so weit zu sein: Die Berichte des seit 2006 laufenden »Bleifrei-Monitorings« überzeugten die Landesforstverwaltung; beim zweiten Fachgespräch der verschiedenen Interessengruppen schien der Kampf gegen das Blei so gut wie gewonnen. Aber dann bekamen Krone und die Steuergruppe des Bleifrei-Monitorings einen Brief von der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (Deva), finanziert von Munitionsherstellern und Jägerschaft. Bei einem Unfall im Fränkischen, heißt

es darin, sei ein Jäger durch ein mehrfach an Bäumen abgepralltes Geschoss getötet worden; daher bestehe bei bleifreier Munition noch Gesprächsbedarf mit der Industrie. Was nicht in dem Brief stand: Der Unfall passierte schon Mitte der neunziger Jahre, die Munition war auch nicht bleifrei, sie wurde umgehend vom Markt genommen. Dennoch bekam die Verwaltung kalte Füße und stoppte das Monitoring-Projekt – seither ist in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.



    

Um diesen Auftrag wird sich auch die Deva selbst bewerben, deren Brief die Verunsicherung ausgelöst hat. »Wir werden demnächst mal wieder eine Sitzung machen«, sagt Helmut Kinsky von der Deva. Sehr eilig scheint es ihm damit nicht zu sein. Oliver Krone wird also wohl vorerst weiter Seeadler obduzieren, Bleivergiftungen feststellen und Überzeugungsarbeit leisten. Der trauernde Berliner Seeadler indes hat inzwischen eine neue Partnerin gefunden. Vielleicht gibt es dieses Jahr doch noch Seeadlernachwuchs in der Hauptstadt. DIE ZEIT, 16.04.2009 Nr. 17 [http://www.zeit.de/2009/17/N-Seeadler]

 



 
 

Gefährliche Erreger im Fleisch von Wildschweinen

Kreis Düren. Bei einem jungen, im Raum Langerwehe erlegten Wildschwein ist im Rahmen der Routineuntersuchung auf Trichinen ein massiver Befall von «Trichinella spiralis» festgestellt worden.

Trichinen sind auch für Menschen gefährlich. Durch den Verzehr von infiziertem Fleisch kann es zu einer so genannten «Trichinose» kommen. Je nach Infektionsgrad können dadurch mehr oder weniger starke Muskel- oder Gelenkschmerzen auftreten, die ohne rechtzeitige Behandlung lebenslang anhalten können. In Einzelfällen kann diese Krankheit sogar zum Tode führen.
Ein positiver Befund führt daher immer zur Vernichtung des Tierkörpers. Die Trichinenuntersuchung ist in Deutschland seit 1937 gesetzlich vorgeschrieben. Alle erlegten Wildschweine unterliegen der Untersuchungspflicht, genauso wie alle geschlachteten Hausschweine und Schlachtpferde.
Das Veterinäramt nimmt den Befund zum Anlass, insbesondere die Jägerschaft nochmals dafür zu sensibilisieren, wie wichtig die Trichinenuntersuchung nach wie vor ist.

Eine Nicht-Beachtung der Untersuchungspflicht ist aufgrund der Gefährlichkeit des Parasiten deshalb auch ein Straftatbestand. Wird der unbedingten Sorgfaltspflicht nachgekommen, besteht für den Verbraucher allerdings keine Gefahr, er kann das Fleisch bedenkenlos verzehren. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz untersucht jährlich etwa 40.000 Proben auf Trichinen.

 

Der Fall mit der Falle

 

 

 

Am Dienstag, 17.02.2009 fand ich eine schreiende Katze

gefangen in einer Lebendfalle vor und befreite dieses Tier.

Die Falle brachte ich zur Polizeistation Vlotho

 

Hier der Pressebericht dazu:

 

 

 

 

 

 

Freitag, 20.02.2009

 

Heute Nachmittag, nach Erscheinen des obigen Artikels, erhielt ich dann auch den bereits seit längerem erwarteten Besuch des "Jagdausübungsberechtigten"  (inklusive Verstärkung).  Freundlicherweise nahm er diesen Besuch unter anderem zum Anlass mir das,

wie er sagte "Verpackungsmaterial" der Falle zurückzubringen. Hierbei handelte es sich um zwei blaue Müllsäcke, die ja auch einen unschätzbaren Wert darstellen.

Ich möchte an dieser Stelle dem Herrn L. und seinem Begleitschutz nochmals meinen ausdrücklicher Dank für die Verantwortungsvolle

Rückführung dieses überaus wichtigen Verpackungsmaterials zum Ausdruck bringen

 

Ersparen hätte er sich allerdings seine fragwürdigen Bekundungen, (gestikulierend unterstrichen mit auf und abschwingendem Zeigefinger), demnächst ein Verfahren einzuleiten, sollte ich wie er sagte: >(Zitat) "meine Finger künftig nicht von fremden Eigentum lassen"<

(Ich hatte übrigens in meiner Schulzeit mal einen Lehrer, der auch nichts von sich geben konnte, ohne Zeigefinger.

Ich fand das früher schon lustig)

Übrigens "Verfahren":

Wem hier ein Verfahren gebührt, sollte nach Prüfung der Sachlage besser die untere Jagdbehörde entscheiden, von der ich auch noch etwas zu hören hoffe.

 

Der Vorwurf, ich hätte die Weide abgeschlossen stellte offenbar ebenfalls einen sehr wichtigen Beschwerdepunkt in diesem Zusammenhang dar. Denn, wie er sagte, konnte er deswegen nur aus der Ferne mit dem Fernglas die Falle kontrollieren.

 

Ich stelle mir allerdings hier irgendwie die Frage, ob dieses optische Hilfsmittel noch in Ordnung ist. Denn auch ohne Fernglas konnte man sehr gut vom Weidetor aus erkennen, ob die Klappen der Falle offen oder geschlossen sind. Grob geschätzt beträgt die Entfernung vom Weidetor bis zum Standort der Falle ca. 20 Meter.

 

Sollte er in dieser Distanz von ca. 20 m, eine Falle von 1,2 m Länge nicht ohne Fernglas erkennen könnnen,

frage ich mich ernsthaft , ob es nicht besser wäre, den Jagdschein abzugeben.

 

Ich habe grundsätzlich etwas dagegen, das man diese veralteten (Jagd)-Gesetze benutzt, nicht nur um ungeschriebene Umgangsformen, (die eigentlich jedem klar sein müssten, der auch nur eine halbwegs normale Erziehung genossen hat), zu missachten, sondern das man diese hier gebotenen Möglichkeiten bis zum Letzten total ausnutzt, um seine niederen Triebe auszuleben,- -und das alles auf Kosten unserer Tiere. Das diese Triebe auch nur allzu oft dazu führen, dass die gesetzlichen Möglichkeiten noch weit über das erlaubte Maß ausufern,  ist jedem schnell klar, der sich auch nur kurz mal mit dem Thema "Jagd" beschäftigt hat Nicht nur meine Person, sondern auch einige andere Leute, werden dieses interessante "Revier" künftig noch intensiver im Auge behalten.

 

Samstag, 21.02.2009          8:12 Uhr

 

Die Falle wurde mittlerweile an der gleichen Stelle (Weide) wieder aufgestellt, ist jedoch "nicht fängisch gestellt".

Wir werden das Teil nun  2-3 mal  täglich kontrollieren, da es ja dem Herrn L. nicht möglich zu sein scheint

(wie man feststellen musste)

 

 

Samstag, 21.02.2009      12:16 Uhr

 

Nach Mitteilung eines Anrufers wurde die Falle offenbar dort doch wieder entfernt.

Man hat den Eindruck, als das es dem Herrn L. doch zu mühsam zu sein scheint, das Teil ordnungsgemäß zu kontrollieren

(im Wissen darüber, das diese "Kontrolle" ja nun kontrolliert wird)

Nachdem ich von einem Kunden zurückkam, wollte ich dem erhaltenen telefonischen Hinweis, das dieses Teil nun nicht mehr dort steht, nachgehen.In Begleitung meines Mitarbeiters schloss ich die Weide auf und schaute mich um, ohne das abartige Fanggerät zu entdecken.

 

Wir waren grade im Begriff das Weidetor wieder zu verschließen, als Herr L. im Auto gemächlich den Weg herunter rollte. Er hielt nur kurz an, um seinem Frust über die verschlossene Weide Luft zu machen, indem er betonte: "Sie können die Weide ruhig abschließen, das stört uns überhaupt nicht"

>Nunja, mich stört das erst recht nicht.<  (denn ich habe den Schlüssel, nicht er)  Wieso aber ist es jemandem derart wichtig ständig zu betonen, dass dieses oder jenes überhaupt nicht stört, wenn es doch so egal ist?