Einstellung der Deutschen zur Jagd - Repräsentative Umfragen:

GEWIS-Institut vom 29.07.2002

68% “Der Staat sollte die Jagd auf wildlebende Tiere als Freizeitsport verbieten.”
12% “Ich bin für die generelle Abschaffung der Jagd.”
 4%  “Ich bin für eine Begrenzung der Jagd zugunsten des Tierschutzes.”
 3%  “Ich bin grundsätzlich gegen ein Jagdverbot.”

EMNID-Umfrage vom 10.09.2003

78% halten das jagdliche Töten von Tieren durch Hobbyjäger für eher schlecht
81% fordern ein Verbot der Jagd auf Zugvögel
77% befürworten ein Verbot von Totschlagfallen
65% sind der Auffassung, der Grundeigentümer muss selbst entscheiden dürfen,
ob seine Ländereien bejagt werden oder nicht

EMNID-Umfrage vom 09.09.2004

76,3% stehen der Jagd kritisch gegenüber oder lehnen sie ab
68,1% sind der Meinung, dass die Bundesregierung die Jagdausübung künftig stärker

nach Gesichtspunkten des Natur- und Tierschutzes regulieren sollte
67,4 % befürworten ein generelles Verbot der Fallenjagd
80,4% sprechen sich für ein Verbot von Bleimunition aus
90,0% wünschen eine Überprüfung der Schießleistung von Jägern

 

 

 

 

 


 

28.01.2008     Sensationelles Umfrageergebnis: Österreicher/Innen lehnen Jagd ab!
 

Der Österreichische Tierschutzverein hat zusammen mit der „Initiative zur Abschaffung der Jagd Österreich“

im Dezember 2007 bei der  renommierten Dr. Karmasin Marktforschung, Österreichisches Gallup-Institut

eine Umfrage zum Thema Jagd in Auftrag gegeben.

 

Das Ergebnis spricht für sich:

 

  • 70% der Österreicher/Innen fordern ein Verbot für den Abschuss von Hunden und Katzen.

  • 64% der Österreicher/Innen lehnen die Hobbyjagd ab und sind für ein Verbot

  • 63% sprechen sich dafür aus, dass Grundeigentümer selbst entscheiden dürfen, ob auf ihrem Grund gejagt werden darf oder nicht

 

Eindeutige Zahlen, die belegen, dass die Jagd in der jetzigen Form nicht mehr länger toleriert wird!

Die Jäger bezeichnen sich selbst gerne als Tier- und Naturschützer, in Wahrheit schaden sie Tier und Umwelt

und töten ungestraft Haustiere und selbst unsere wenigen Braunbären.
 

Pressemappen auf Anfrage vorhanden!
 
Rückfragehinweis und Details zur Meinungsumfrage:

Österreichischer Tierschutzverein

Marion Löcker

0664/8468247

01/8973346

Wien, 28.Januar 2008

 

 


 

Fast 80 % der Deutschen sind gegen die Jagd

Entscheidende Forderungen zur Änderung des Jagdrechts finden großen Rückhalt 

Als weiteren Beitrag zur bald möglichen Umsetzung einer Reform des deutschen Jagdrechts hat das Vogelschutz-Komitee e. V. vom renommierten EMNID-Institut eine repräsentative Meinungsumfrage durchführen lassen. Ziel ist die Erkundung der allgemeinen Einstellung zu maßgeblichen Inhalten der geforderten Jagdrechtsänderung. Im Befragungszeitraum 09. und 10. September 2003 wurden 1004 Bundesbürger/Innen zu fünf verschiedenen Themenbereichen befragt.  Die Abweichungsbreite der Einzelergebnisse beträgt +/- 3%.

  

1.) Aussagen zur Fallenjagd

 

„Bitte sagen Sie mir, ob Sie den folgenden Aussagen  zur Fallenjagd zustimmen oder nicht zustimmen.“

 

 „Totschlagfallen, die das eingefangene Tier beim Betreten der Falle töten, sollten verboten werden, wenn nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass die Tiere nur schwer verletzt werden und erst später an den Folgen ihrer Verletzungen sterben.“

 

 

gesamt

West

Ost

männl.

weibl.

stimme zu:

77%

78%

76%

76%

79%

stimme nicht zu:

21%

20%

22%

22%

20%

weiß nicht, keine Angaben

2%

2%

2%

2%

2%

2.) Einstellung zur Jagd durch Hobbyjäger

 

 „Wie ist Ihre Einstellung zur Jagd durch Hobbyjäger?

Gemeint ist dabei nicht die berufliche Jagd durch Förster, sondern die freizeitmäßige Jagdtätigkeit von Privatpersonen, die einen Jagdschein besitzen und eine Jagdberechtigung haben.

Halten Sie das jagdliche Töten von Tieren durch Hobbyjäger für eher gute oder eher schlecht?“ 

 

 

gesamt

West

Ost

männl.

weibl.

eher gut:

19%

20%

14%

23%

15%

eher schlecht:

78%

77%

82%

73%

82%

weiß nicht, keine Ang.

3%

3%

4%

4%

3%

 

 3.) Wiederholung von Schießleistungsprüfungen

       (als Bedingung für die Verlängerung des Jagdscheines.)

 

„Bei Jägerprüfungen muss der künftige Jäger seine Schießfertigkeit und damit seine Fähigkeit zur fachgerechten Tötung von Tieren unter Beweis stellen. Später muss er, entgegen der Praxis in anderen Ländern, nie wieder einen solchen Leistungsnachweis erbringen.

 

 „Sind Sie eher dafür oder eher dagegen, dass die Schießleistungsprüfungen mindestens alle drei Jahre wiederholt werden müssen und für die jährliche

behördliche Verlängerung verbindlich vorgeschrieben werden?“

 

 

gesamt

West

Ost

männl.

weibl.

eher dafür:

86%

85%

89%

88%

84%

eher dagegen:

12%

12%

9%

10%

13%

weiß nicht, keine Ang.

2%

2%

2%

2%

3%

  

4.) Jagdrechtliche Bestimmungen für Ländereien kleinerer Grundeigentümer 

 

In Deutschland ist der Grundeigentümer auch gesetzlicher Inhaber des Jagdrechts. Aber nur Großgrundbesitzer mit über 75 ha dürfen es selbst ausüben und dort jagen. Kleinere Grundeigentümer gehören zwangsweise einer Jagdgenossenschaft an, welche über die Jagdausübung bestimmt, so dass zum Beispiel auch gegen den Willen eines kleineren Grundeigentümers auf seinen eigenen Ländereien Wildtiere von anderen Leuten bejagt werden können.

 

„Finden Sie diese Regelung richtig oder falsch?“       

 

 

gesamt

West

Ost

männl.

weibl.

finde ich richtig:

25%

25%

27%

29%

22%

finde ich falsch:

65%

66%

64%

63%

67%

weiß nicht, keine Ang.

9%

9%

9%

7%

11%

 

 

 

"Das Bundesjagdgesetz regelt das 'Freizeitvergnügen' einer relativ kleinen Bevölkerungsgruppe und steht inzwischen größtenteils im Widerspruch

zum zeitgemäßen ethischen Tierschutz, der seit 2002 in der Verfassung festgeschrieben ist,"

 

 

 


 

Jagdscheininhaber in Deutschland

2003 / 04

339.940

 

 

Rund 340.000 Jagdscheininhaber in Deutschland bringen jährlich ca. 5 Millionen Tiere um

Nach Angaben der Jägerschaft sind das 13.000 Tiere am Tag

 

Das bedeutet: Alle 6 Sekunden stirbt ein Tier durch Jägerhand


 

Die "Tollwut-Lüge":

Klingt es nicht logisch, wenn uns ein Jäger erzählt, dass der Fuchs der Überträger der Tollwut ist und deshalb durch die Jagd bekämpft werden muss? Tatsache ist aber, dass durch die Jagd die Ausbreitung der Tollwut nicht verhindert werden kann. Ganz im Gegenteil wird durch die Jagd die Ausbreitung der Tollwut sogar gefördert! Die ständige Bejagung der Füchse führt zu einer ständigen Flucht und damit zu einem beschleunigtem Ortswechsel der überlebenden Tiere und zur Ansteckung von Tieren in anderen, auch weiter entfernten Revieren. Der Schweizer Kanton Wallis zog daraus die richtige Konsequenz und setzte bei der Bekämpfung der Tollwut konsequent auf Impfungen. Seit 1981 ist der Kanton Wallis tollwutfrei. Als man in Grafenau im Bayerischen Wald die Fuchsjagd aussetzte, stellt man nach drei Jahren fest, dass die tollwütigen Tiere gestorben waren und durch eine gesunde Population ersetzt worden war. Werden Füchse nicht bejagt, leben sie in Familienverbänden von bis zu zehn Tieren, in denen nur die älteste Füchsin Junge zur Welt bringt.

 

Durch die Jagd werden die festen Gemeinschaften und oft lebenslangen Paarbindungen völlig durcheinander gebracht und

zerrissen. Dies führt über einen inneren biologischen Regulationsmechanismus zu einem Ansteigen der Geburtenrate bei Füchsen und zu einem Ausgleich der bei der Jagd vernichteten Tiere, so dass eine Bejagung völlig irrsinnig und widersinnig ist. Somit bringt die Fuchsjagd nur Leid und Tod für unschuldige leidensfähige Tiere.

 

" Tollwutfälle in Deutschland weiter gesunken "

 

(djv) Nur noch 71 Tollwutfälle wurden 1999 in Deutschland bei Tieren amtlich festgestellt. Diese Nachricht ist der aktuellen Tollwut-Statistik des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten zu entnehmen. Von der Krankheit befallen waren 12 Haustiere, 37 Füchse, 6 Rehe und 16 Individuen anderer Wildarten. Zehn Jahre zuvor, also im Jahr 1989 stellten die Behörden noch bei 3221 Tieren in Deutschland Tollwut fest. Darunter: 359 Haustiere, 2487 Füchse, 159 Rehe und 216 sonstige Wildarten.

 

 

 


 

Die "Fuchsbandwurm-Lüge":

Wo der Fuchsbandwurm wirklich lauert

Gefahr besteht weniger im Wald als bei den vierbeinigen Freunden des Menschen

Experten räumen auf mit der Mär von den gefährlichen Beeren: Von Heidelbeeren oder Bärlauch kann man vermutlich keinen Fuchsbandwurm bekommen, sagen Biologen. Viel eher könne man sich den Parasiten von Hunden holen. Vierbeiner aus Risikogebieten, die häufig Mäuse fressen, sollten deshalb vorsorglich alle sechs Wochen entwurmt werden. Doch selbst wenn Fuchsbandwurmeier in den Magen gelangen, besteht nicht immer eine Gefahr: In nur jedem fünften Fall bricht die lebensbedrohliche Erkrankung aus.

 

Von Heidelbeeren oder Bärlauch aus dem Wald bekommt man vermutlich keinen Fuchsbandwurm, sondern vielmehr der Kontakt mit infizierten Hunden oder anderen Tieren erhöht die Ansteckungsgefahr. Foto: Dominik Waas, Wikipedia. Die Freude an Heidelbeeren aus dem Wald ist getrübt, seitdem die Furcht vor dem Fuchsbandwurm umgeht. Die Eier des Wurmes sollen an den Beeren haften, heißt es, und beim Essen könnte sich der Mensch infizieren. Doch Bandwurmforscher geben Entwarnung: "Dass man sich von Beeren den Fuchsbandwurm holen kann, gehört ins Reich der Legenden. Es ist für keinen einzigen Patienten erwiesen, dass er sich so angesteckt hat", sagt Molekularbiologe Klaus Brehm von der Universität Würzburg. Heidelbeeren aus dem Wald könnten nach dem Waschen bedenkenlos gegessen werden. Auch bei Bärlauch bestünde keine Gefahr. "Ich esse Beeren und Bärlauch auch und mache mir deshalb keine Gedanken", bekräftigt Brehm. Allenfalls bei Erdbeeren, die häufig Kontakt mit dem Boden haben, kann sich der Forscher ein minimales Infektionsrisiko vorstellen.

Viel gefährlicher als die Nahrung aus dem Wald sei der Kontakt mit infizierten Tieren: Einige Jäger hätten sich beispielsweise die Erkrankung beim Abziehen des Fells der Füchse zugezogen. Aber auch Hunde können den Parasiten übertragen. Die Eier haften im Fell der Vierbeiner und heften sich beim Streicheln an die Hände. Von dort ist der Weg in den Magen nicht mehr weit. Nur wenn die Eier über den Mund aufgenommen werden, kann der Wurm sich ausbreiten. "Vorsichtshalber sollte man den Vierbeiner in den betroffenen Gebieten alle sechs Wochen entwurmen. Vor allem dann, wenn der Hund Mäuse frisst", rät Brehm. Mäuse dienen dem Fuchsbandwurm als Zwischenwirt und gelten deshalb als mögliche Quelle der Ansteckung für die Haustiere.

Das Europäische Echinokokkose-Register der Universität Ulm berichtet, dass die meisten Erkrankten einen Hund besitzen und sich vermutlich bei diesem infiziert haben. Eine andere auffällige Häufung gebe es bei Landwirten. Wahrscheinlich nehmen sie beim Kontakt mit der Erde die Eier auf, vermuten die Experten. Deshalb sollten Hundehalter und Bauern lieber einmal mehr vor dem Essen die Hände waschen, um eventuell anhaftende Bandwurmeier abzuspülen.

Insgesamt ist die Fuchsbandwurmerkrankung allerdings äußerst selten. Jedes Jahr stecken sich etwa zwanzig bis dreißig Menschen in Deutschland neu an. Die Zahlen steigen indes leicht, da sich die Füchse ausbreiten. Sie dringen aus den ländlichen Regionen immer weiter in die Städte vor. Hochburgen des Fuchsbandwurmes liegen derzeit in Süddeutschland, auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg und im Allgäu. Dennoch müssen auch Bewohner dieser Regionen sich nicht unmittelbar vor dem Parasiten fürchten.

Auch bekommen viele Menschen nie den Fuchsbandwurm, obwohl sie offenbar die Eier aufgenommen haben. Als Erklärung führen die Experten beim Europäischen Echinokokkose-Register an, dass große Teile der Bevölkerung gegen den Parasiten resistent sind: In Blutproben finden sich Antikörper gegen den Erreger, obwohl der Betroffene nie erkrankt ist. Nur zwanzig Prozent der Menschen, die Fuchsbandwurmeier geschluckt haben, bekommen auch Beschwerden. Brehm vermutet, dass eine sehr große Zahl an Eiern aufgenommen werden muss, damit die Erkrankung überhaupt ausbricht. Dann schlüpfen die Larven im Darm und wachsen anschließend in der Leber zu Zysten heran. Dieser Vorgang wird von unspezifischen Bauchschmerzen begleitet, die bei vielen Betroffenen keinen Verdacht wecken. "Oft vergehen fünf bis zehn Jahre, bis der Patient die Erkrankung bemerkt", schildert Brehm. Die meisten Fälle werden bei Routineuntersuchungen aufgedeckt, wenn der Arzt die Zysten in der Leber im Ultraschallbild sieht.

Der Parasit breitet sich langsam, aber beständig aus. Wenn die Zysten sich ausdehnen, können sie Blutgefäße in der Leber abdrücken. Wird der Gallenkanal eingezwängt, kann das Organ nicht mehr normal arbeiten. Eine Gelbsucht entsteht. Vermehren sich die Larven weiter, versagt schließlich die Leber und der Erkrankte stirbt. Wird die Infektion frühzeitig erkannt, stehen die Chancen jedoch gut, die Erkrankung durchzustehen. Wenn der Verdacht besteht, Fuchsbandwurmeier aufgenommen zu haben, kann ein Bluttest Klarheit bringen. Falls der Bluttest positiv ausfällt, also tatsächlich Eier geschluckt wurden, empfiehlt er, sich jedes Jahr per Ultraschall untersuchen zu lassen.

Wenn sich wirklich ein Infektionsherd in der Leber bildet, kann dieser mit einer Chemotherapie bekämpft werden. "Im frühen Stadium kann man es schaffen, den Parasiten loszuwerden", meint Brehm. Die Ärzte versuchen zusätzlich, die Zysten in einer Operation herauszuschneiden. Dies gelingt jedoch nur, wenn der Bandwurm rechtzeitig entdeckt wird – derzeit etwa bei 18 Prozent der Fälle. Bei den übrigen Patienten sind die Zysten bereits so ausladend, dass sie nicht mehr chirurgisch entfernt werden können. "In diesen Fällen bleibt nur noch die Chemotherapie, die jedoch den Parasiten nicht abtötet, sondern nur seine weitere Ausbreitung verhindert", macht Brehm klar.

Viele Infizierte belastet diese Aussicht. Dennoch können die meisten mit einer Therapie laut Europäischem Echinokokkose-Register ein weitgehend normales Leben führen und sind jahrelang frei von körperlichen Beschwerden.
ddp/wissenschaft.de – Susanne Donner

 

 

 


 

Früher glaubte man, der Fuchsbandwurm würde über Waldfrüchte übertragen. Heute gelten Hunde als Überträger.

 

Der Fuchsbandwurm wird hauptsächlich von Hunden und Katzen übertragen.

Von Rosemarie Stein
 

......Eine Frau pflückt am Waldrand Brombeeren in ein Joghurt-Eimerchen, zwischendurch steckt sie eine Beere auch mal in den Mund. Da spricht eine jüngere Frau sie an, die mit Kind und Hund spazieren geht: "Trauen Sie sich denn, diese Beeren zu essen? Es wird doch immer gewarnt, dass man sich so den Fuchsbandwurm holen und sehr krank werden kann."

"Sie haben recht. An Ihrer Stelle würde ich auch keine Wildbeeren essen oder gar dem Kind geben. Aber ich bin alt, und selbst wenn ich mich infiziere, würde ich den Ausbruch der Krankheit gar nicht mehr erleben." Die Inkubationszeit, also die Zeit, bis die Krankheit ausbricht, beträgt in der Tat über zehn Jahre. Allerdings hat nur jeder dritte Infizierte ernsthafte Beschwerden. Dennoch muss man vorsichtig sein. Früher konnte die Fuchsbandwurmkrankheit – die Echinokokkose – tödlich enden. Heute muss man lebenslang Tabletten einnehmen, weil man die Parasiten nie ganz los wird.

Das Gespräch der Beerensammlerinnen liegt einige Zeit zurück. Heute wäre die Warnung vor Waldbeeren maßlos übertrieben. Die Wissenschaft hat Entwarnung gegeben, was die Früchte des Waldes betrifft. Dafür mahnen die Experten zur Vorsicht beim Umgang mit Haustieren wie Hund und Katze. Dem Fachblatt "Münchner Medizinische Wochenschrift" (2007, Nr. 29–30, S. 18) sagte Peter Kern, Infektionsmediziner am Uniklinikum Ulm: "Es gibt keinen Beleg dafür, dass beim Verzehr von Waldbeeren ein Risiko besteht, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren."  In Ulm dokumentiert man alle gesicherten Fälle von Erkrankungen des Menschen durch den Fuchsbandwurm (Echinokokkus multilocularis), die von den Ärzten gemeldet werden. Hier befindet sich der deutsche Stützpunkt des Europäischen Echinokokkose-Registers.

Nur 13 bis 23 Neuerkrankungen pro Jahr

Solche Register sind sehr nützlich, weil die Forscher damit Fragen wie diese klären können: In welchen Regionen häufen sich bestimmte Krankheiten?

Was kann die Ursache sein? Welche Behandlung hat sich am besten bewährt? Besonders wichtig ist diese zentrale Registrierung bei seltenen Leiden wie der Fuchsbandwurmkrankheit des Menschen. Ans Robert-Koch-Institut (RKI) werden pro Jahr nur 13 bis 23 Neuerkrankungen gemeldet (es besteht Meldepflicht ohne Namensnennung). Und Kern spricht von 20 bis 25 neuen Fällen jährlich.

Der Arzt gibt bei der Registrierung auf dem Erhebungsbogen Auskunft über die Diagnostik der nicht leicht zu erkennenden Krankheit, über die befallenen Organe (meist die Leber und benachbartes Gewebe) sowie die Behandlung. Die Patienten werden dabei nach ihren bisherigen Wohnorten, beruflicher Tätigkeit und Haustieren gefragt. Es zeigte sich, dass die meisten Echinokokkosefälle in den seit langem dafür bekannten Gebieten vorkommen: der Schwäbischen Alb, der Alb-Donau-Region, in Oberschwaben und dem Allgäu. Reisen dorthin gelten aber nicht als riskant, weil man die Wurmeier wahrscheinlich immer wieder aufnehmen muss, ehe es zur Erkrankung kommt.

Im übrigen Deutschland, auch in Berlin, "inden sich bis jetzt nur Einzelfälle im Abstand von mehreren Jahren", heißt es im "Epidemiologischen Bulletin" Nr. 15/2006 des RKI. Dort werden auch die Ergebnisse einer RKI-Studie mit 40 Patienten und 120 vergleichbaren Kontrollpersonen mitgeteilt. Das Risiko, sich die Fuchsbandwurmkrankheit zu holen, ist demnach "deutlich höher bei Personen, die in der Landwirtschaft tätig sind oder Umgang mit Hunden haben". Ein Zusammenhang mit dem Sammeln und Essen von Wildbeeren oder -pilzen ergab sich nicht.

Heidelbeeren sammeln wie als Kind
Eine gute Nachricht. Man darf wieder Heidelbeeren sammeln wie als Kind. Richtige Blaubeeren, die Zähne und Zunge färben und nach Wald schmecken, anders als die großen Kulturheidelbeeren, die nur von außen blau sind. Die einzigen Risiken und Nebenwirkungen sind Mückenstiche.

Die schlechte Nachricht: Zu inniger Kontakt von Kind und Hund oder Katze kann riskant sein. Das müsste die erfahrene Beerensammlerin der jungen Mutter heute sagen. Denn, so der Ulmer Spezialist Peter Kern: "Der Hund ist ein guter Wirt für den Fuchsbandwurm, deshalb müssen Hunde alle drei Monate entwurmt werden." Und vor dem Essen die Hände waschen, falls doch Wurmeier dran kleben. 

In Berlin sieht man die Lage genauso wie in Ulm, sagte dem Tagesspiegel Klaus Stark, im RKI Fachgebietsleiter für Zoonosen – das sind Tierkrankheiten, die auch auf den Menschen übertragbar sind. "Null Risiko" gebe es zwar nie, aber die Wahrscheinlichkeit, sich durch Waldbeeren zu infizieren, sei äußerst gering. Worauf aber stützen sich die nun überholten Warnungen? Nur auf eine "theoretische Vermutung", sagt Stark. Die Entwarnung dagegen ist durch Register und Studie wissenschaftlich begründet (evidenzbasiert). Selbst medizinische Wörterbücher weisen immer nur auf Hunde, nie auf Beeren als Infektionsquelle hin. Warum hält sich die Angst vor dem Ungeheuer vom Sommerloch, dem weniger als drei Millimeter kleinen Fuchsbandwurm, so hartnäckig? "Die Warnungen sind schnell raus, die Entwarnungen kommen nicht recht an", sagte Angelika Michel-Drees vom Bundesverband der Verbraucherzentralen kürzlich bei einer Tagung des Bundesinstituts für Risikobewertung.
Dessen Präsident Andreas Hensel meinte selbstkritisch: "Wir haben eine Risiko-Industrie, und daran sind nicht nur die Medien, sondern auch die Verbraucherzentralen und die Wissenschaft beteiligt." Die Furcht vor dem Fuchsbandwurm war offenbar ein besonders erfolgreiches Produkt dieser "Industrie".

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/gesundheit/Fuchsbandwurm;art300,2345770

 

 

 


 

    

 

     

 

 

Diffuse Angst vor dem Fuchsbandwurm 

 

Wenn Steffen G. Fleischhauer mit Kindern Wildkräuter verarbeitet, backt er die Blätter in heißem Fett aus und schält die Pflanzenstängel, bevor die Kinder das Mark verzehren. Erwachsene lässt er selbst entscheiden, ob sie die gesammelten Pflanzen roh oder lieber gekocht essen wollen. "So bin ich, was den Fuchsbandwurm angeht, rechtlich auf der sicheren Seite", sagt der Diplom-Ingenieur für Landschaftsplanung, der auch Lehrbeauftragter für "Essbare Wildpflanzen" an der Fachhochschule (FH) Weihenstephan und der FH Zürich ist.

 

Er selbst sieht das locker: "Ich empfinde den Fuchsbandwurm nicht als Gefahr. Das Risiko, sich zu infizieren, ist verschwindend gering. Ich lasse mir dadurch nicht die Freude an der Natur nehmen." Stattdessen vertraut er auf ein gutes Immunsystem und stärkt es - indem er Wildkräuter isst. Ein großer Teil der Bevölkerung ist verunsichert, wenn es um selbst gesammelte Pilze, Beeren oder Kräuter geht. Doch eigentlich, sagt Katharina Alpers vom Robert-Koch-Institut (RKI), stehen die Befürchtungen in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Risiko.

 

18,6 Fälle pro Jahr

Seit 2001 gibt es eine Meldepflicht beim RKI für die vom Kleinen Fuchsbandwurm ausgelöste Alveoläre Echinokokkose: Zwischen 2001 und 2008 sind bundesweit 149 neue Krankheitsfälle aufgetreten, im Schnitt 18,6 Fälle pro Jahr. Beate Grüner, die in der Echinokokkose-Spezialambulanz der Uniklinik Ulm Patienten aus ganz Deutschland betreut, vermutet zwar eine Dunkelziffer und rechnet mit etwa 70 Fällen pro Jahr. Doch selbst mit dieser Annahme bleibe die Alveoläre Echinokokkose eine seltene Krankheit, sagt sie.
Eine Erklärung für die tief sitzenden Ängste sieht Alpers im schweren Verlauf der Krankheit. Ein weiterer Grund, den sie als Parasitologin immer wieder erlebt hat: "Irgendwie scheinen Würmer den Menschen größere Angst zu machen als andere Erreger." Der Mensch ist im Entwicklungskreislauf des Kleinen Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis) ein Fehlzwischenwirt. Er nimmt die Bandwurmeier über den Mund auf, über Magen und Darm gelangt die Larve in den Blutkreislauf und die Leber. "Zu mehr als 99 Prozent setzen sich die Larven dort fest, es entwickelt sich ein tumorähnliches Gebilde", erläutert Grüner. Auch umliegendes Gewebe sowie Lunge oder Gehirn können befallen werden. Da Frühsymptome oft fehlen, kann eine einmal ausgebrochene Erkrankung über viele Jahre unbemerkt bleiben. "Oft wird sie per Zufall entdeckt, wenn die Leute einen Check-up machen lassen." Früher endeten 90 Prozent der Fälle tödlich, "heute können wir 90 Prozent der Patienten gut helfen, aber die Behandlung gehört unbedingt in eine erfahrene Hand", sagt Grüner. Medikamente halten das Tumorwachstum auf, ganz abtöten können sie den Erreger jedoch nicht, sie müssen lebenslang eingenommen werden
 

Vorsichtsmaßnahmen

Füchse bewegen sich gerne entlang natürlicher Grenzen wie Bachläufen oder Trampelpfaden, sagt Manfred Eckhardt, Jagdsachbearbeiter bei Hessen-Forst. Kot - die Losung - setzen sie gerne an markanten Stellen ab: auf Baumstümpfen, großen Steinen oder Wegkreuzungen. Wer sichergehen will, sollte entlang solcher Linien Früchte erst ab Kniehöhe sammeln. Die Beeren sollten gründlich gewaschen werden, um die Bandwurmeier zu entfernen. Wer ganz sicher gehen will, muss sie aber kochen: erst bei etwa 70 Grad sterben die Eier ab, auch einfrieren hilft nicht.

 

Die lange Inkubationszeit von fünf bis 15 Jahren macht es schwierig, den Übertragungsweg nachzuweisen. Versucht wurde dies 1995 in einer Studie in Römerstein auf der Schwäbischen Alb. Die Gemeinde liegt in einer Gegend, in der von einem dauerhaften Befall der Füchse auszugehen ist - laut RKI: Schwäbische Alb, Alb-Donau-Region, Oberschwaben und Allgäu. Bis zu 75 Prozent der Füchse sind dort infiziert. Zum Vergleich: In Hessen sind es laut Umweltministerium etwa 30 % .
In Römerstein wurden 2560 Personen untersucht, in einem Fall wurde die Alveoläre Echinokokkose festgestellt. 49 Personen hatten Antikörper im Blut, ohne dass sich ein Befall gezeigt hätte. Ähnliches ergab eine Untersuchung sieben Jahre später in Leutkirch. Koordiniert hat die Römerstein-Studie Professor Peter Kern. Er koordiniert das Europäische Echinokokkose-Register Ulm, wo alle bekannt gewordenen Infektionen mit dem Fuchsbandwurm dokumentiert werden.

 

"Ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Waldfrüchten und einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm lässt sich nicht herleiten", sagt er. Nicht einmal Jäger oder Forstarbeiter gehörten zu den besonders gefährdeten Personen.

 

Das größte Risiko sieht Kern ohnehin nicht im Fuchs sondern im Hund - vorausgesetzt er bekommt ab und an eine Maus zu fassen. Denn kleine Nagetiere sind der ideale Zwischenwirt für den Kleinen Fuchsbandwurm. Frisst der Hund eine infizierte Maus, wird er zum Endwirt, der Entwicklungskreislauf schließt sich. Bandwurmeier, die der Hund mit dem Kot ausscheidet und die im Fell haften, können über die streichelnde Hand, die unbedacht zum Mund geführt wird, vom Menschen aufgenommen werden. Ein einmaliger Kontakt reiche aber nicht aus, so Kern. Entscheidend sei das "lange bestehende, enge Zusammenleben" von Mensch und Hund. Auch Katzen können Endwirt sein, wenn auch ein schlechter: "Der Fuchsbandwurm geht im Katzendarm schlecht an."


Der vielfach vertretenen These, dass Landwirte zur gefährdeten Gruppe gehören, weil sie bei der Feldarbeit mit dem aufgewirbelten Staub auch Fuchsbandwurmeier einatmeten, sieht Kern skeptisch. "Zu einem Bauernhof gehört in der Regel auch ein Hund", sagt er - und damit schließt sich für ihn der Kreis. Er empfiehlt, Hunde "alle drei Monate zu entwurmen". Nach dem Kontakt mit dem Tier, vor allem vor dem Essen, seien die Hände waschen.


Noch gibt es viele Unklarheiten, sowohl zum Übertragungsweg als auch zur für den Menschen gefährlichen Dosis. Auch genetisch Faktoren werden diskutiert. Sicher scheint: Die Betroffenen müssen über einen längeren Zeitraum immer wieder mit den Eiern des Fuchsbandwurms in Kontakt kommen, damit die Krankheit ausbricht. Und auch die Abwehrkräfte spielen eine wichtige Rolle. "Es ist wie bei fast jeder Infektionskrankheit", sagt Grüner, "meist schafft es das Immunsystem, den Erreger zu eliminieren." Besorgte Waldkindergärtnerinnen, die in der Echinokokkose-Sprechstunde nachfragen, ob sie ihre Schützlinge noch in den Wald lassen können, bekommen deshalb von ihr die Antwort: "Sie können, wenn sie bodennahe Früchte und Kräuter und auch die Hände vor dem Essen waschen." Fleischhauer gibt zu bedenken, dass er Füchse viel häufiger auf Feldern sieht als im Wald. "Wer ganz sicher gehen will, müsste dann eigentlich auch Erdbeeren abkochen."

VON REGINE EBERT

 

 

 

Jungfüchse wie dieser hier, werden ganzjährig gnadenlos verfolgt und ermordet.

Und dabei ist den Herren Naturschützern eigentlich völlig egal, auf welche Art dies geschieht.

In jedem Jahr werden durch diese  Helden in grüner Kluft ca. 600.000 Füchse umgebracht.


Wildschweinfleisch ?????

 

 

1.) Bundesamt f. Strahlenschutz untersucht radioaktive Belastung im Bayerischen Wald


19 Jahre nach Tschernobyl ist Wildbret noch immer radioaktiv belastet. Das belegt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebene Studie, bei der die radioaktive Belastung von Wildbret, Pflanzen und Böden des Bayerischen Waldes gemessen wurde. "Bei Wildschweinen steigt die radioaktive Belastung seit 1996 sogar wieder an", sagte der Sprecher des BfS, Florian Emrich, heute in Salzgitter. Ursache für die vergleichsweise hohe Belastung einzelner Tierarten ist laut Studie die jeweilige Nahrungszusammensetzung und dabei vor allem die radioaktive Belastung einzelner Komponenten.


Der gemessene Mittelwert der radioaktiven Kontamination von Wildschweinfleisch im untersuchten Gebiet betrug 2004 6.700 Becquerel Radiocäsium pro Kilogramm (Bq/kg). "Damit liegt die durchschnittliche Belastung von Wildschweinen um ein Vielfaches über dem Grenzwert zur Nahrungsmittelvermarktung von 600 Bq/kg Radiocäsium", so Florian Emrich. Erstmals identifizierten die Forscher dabei die genaue Ursache für die hohe Belastung der Schwarzkittel. Im Gegensatz zu Rehen oder Rothirschen verzehren sie eine spezielle Pilzart, die so genannten Hirschtrüffeln. Diese machen zwar nur sechs Prozent der Nahrungsmittelzusammensetzung bei Wildschweinen aus, tragen aber zu mehr als 80 Prozent der radioaktiven Belastung bei.

Beim Vergleich unterschiedlicher Futterkomponenten übertrafen die Hirschtrüffel mit einem Durchschnittswert von 24.700 Bq/kg Radiocäsium zudem alle anderen Nahrungsbestandteile um ein Vielfaches. Ursache der hohen Belastung: Die unterirdisch wachsenden Hirschtrüffel nehmen das nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl vor allem über Süddeutschland niedergegangene und langsam in tiefere Bodenschichten wandernde radioaktive Cäsium besonders gut auf. "Deshalb ist auch in den kommenden zwei Jahrzehnten nicht mit einem nennenswerten Rückgang bei der Kontamination von Wildschweinfleisch zu rechnen", so Florian Emrich weiter.

Deutlich niedriger belastet sind dagegen Rehe und Rothirsche. Während bei Rothirschen mittlerweile der gesetzliche Grenzwert für die Vermarktung in der Regel unterschritten wird (2003 überschritt keine Probe den Wert von 600 Bq/kg Radiocäsium), betrug der bei Rehen gemessene Mittelwert 2004 noch 530 Bq/kg, mit deutlich höheren Werten im Herbst. Nach den Modellprognosen kann erst in einem Jahrzehnt damit gerechnet werden, dass bei Rehen die Grenzwerte ganzjährig unterschritten werden. Auch bei Rehen lässt sich die im Vergleich zu Rothirschen höhere Kontamination mit der Nahrungszusammensetzung erklären. Rehe ernähren sich in größerem Maße von höher kontaminierten Grünpflanzen wie Farnen sowie, je nach Jahreszeit, unterschiedlichen Pilzarten.


Mit den Erkenntnissen der Studie kann künftig die potenzielle Strahlenexposition der Bevölkerung durch die Aufnahme kontaminierter Waldprodukte, insbesondere Wildbret, längerfristig und genauer abgeschätzt werden. Die Erkenntnisse werden außerdem bei der Überwachung der Radioaktivität in Lebensmitteln durch die Bundesregierung und die Europäische Union einfließen. Detaillierte Informationen zur radioaktiven Kontamination von Lebensmitteln nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gibt es unter

http://www.bfs.de/bfs/druck/strahlenthemen/lebensmittel.html .

Das BfS rät grundsätzlich, jede Strahlenexposition so gering wie möglich zu halten Die Strahlenexposition durch den Verzehr von Nahrungsmitteln lässt sich durch das individuelle Ernährungsverhalten reduzieren. Wer für sich persönlich die Strahlenbelastung so gering wie möglich halten möchte, sollte deshalb auf den Verzehr von vergleichsweise hoch kontaminierten Pilzen und Wildbret wie aus dem Bayerischen Wald, insbesondere Wildschweinen, verzichten.
Quelle:  http://idw-online.de/pages/de/news125110

 

 

2.) Entdeckung von DDT im Fleisch erlegter Wildschweine    05.06.2007

 

Landesweite Kontrollen bei Wildschweinen / Belastete Tiere in Rheingau und Untertaunus gefunden

Möglicherweise haben Wildschweine das DDT über Würmer und Engerlinge aufgenommen.
Die Tiere reichern es im Fettgewebe an, Muttersauen geben es über die Milch an die Frischlinge weiter.
 

RHEINGAU-TAUNUS Nach der Entdeckung von DDT im Fleisch erlegter Wildschweine aus dem Rheingau hat Landrat Burkhard Albers die Angelegenheit zur "Chefsache" erklärt. Das Hessische Umweltministerium hat landesweite Kontrollen bei Wildschweinen angeordnet.  
Von Mathias Gubo

Bisher wurden mit DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan, ein Pflanzenschutzmittel) und dem Holzschutzmittel Hexochlorcyclohexan belastete Wildschweine im Rheingau sowie in einem Revier bei Schlangenbad-Bärstadt und bei Heidenrod-Springen gefunden.

 

Entdeckung war Zufall

Die Entdeckung des mit dem lange schon verbotenen DDT belasteten Wildschweinfleisches war eher ein Zufall. Denn im Rahmen eines regelmäßig stattfindenden so genannten Monitorings hatte das Hessische Landeslabor Proben angefordert und auf diese Chemikalien hin untersucht. Nach dem positiven Befund habe sofort eine genauere Beprobung stattgefunden, erläutert Holger Botzen, Leiter des Fachdienstes Verbraucherschutz und Veterinärwesen beim Rheingau-Taunus-Kreis. Dort laufen nun alle Fäden zusammen. Etwa 15 Prozent der Wildschweinproben aus dem Rheingau seien auffällig gewesen, so Botzen weiter, deshalb müsse man die Angelegenheit "aus Sicht des Verbraucherschutzes ernst nehmen". Auch wenn für die Bevölkerung "keine akute Gefahr" bestehe. Denn es könne davon ausgegangen werden, dass sich ein Mensch nicht ausschließlich von Wildschwein ernährt.

Die Befunde seien "breit gestreut", stammten aus dem gesamten Rheingau sowie zwei Revieren im Untertaunus. Weshalb Botzen nicht ausschließen mag, dass dies mit dem Wanderverhalten der Sauen zu tun hat. Immerhin kann ein Wildschwein bis zu 40 Kilometer pro Tag zurücklegen. "Nach der Quelle fahnden wir noch", sagte Botzen gestern auf Anfrage weiter, noch sei man nicht fündig geworden, habe man nur Vermutungen.

 

Demnach gehen die Fachleute bisher davon aus, dass die Wildschweine an alte Reste des Pflanzenschutzmittels geraten sind. Altlasten im Boden seien fett- aber nicht wasserlöslich, werden deshalb bei Regen nicht ausgespült, erläutert Holger Botzen. Er will nicht ausschließen, dass das Schwarzwild beim Wühlen im Boden an Wurzelschädlinge wie Würmer oder Engerlinge, die das DDT in sich trugen, geraten sind und diese gefressen haben. Die Muttersauen reicherten das Gift dann in ihrem Fettgewebe an und gaben es beim Säugen ihres Nachwuchses mit der Muttermilch weiter. Derzeit dürfen laut Jagdgesetz nur Frischlinge und so genannte Überläufer, also Tiere bis zu zwei Jahren, geschossen werden.

Die Nachricht habe die Bevölkerung aufgeschreckt und verunsichert, bestätigt Bernd van Zanten, Vorsitzender des Jagdvereins Untertaunus und Gastwirt im Bad Schwalbacher Stadtteil Fischbach. Seit vergangener Woche könne man keinen Frischlingsbraten mehr auf die Speisekarte setzen. Der Befund sei für alle Jäger und Jagdpächter "ein Schlag ins Gesicht". Deshalb ließen die Jäger geschossene Wildschweine auf freiwilliger Basis untersuchen. "Das ist in unserem eigenen Interesse", betont van Zanten. Denn schon aus Rücksicht auf die Landwirtschaft müssten auch weiterhin Wildschweine bejagt werden.

Anrufe besorgter Jäger DDT in Wildschweinen habe man bis vergangene Woche nur aus Revieren in Bayern und Thüringen gekannt, so ein Sprecher des Hessischen Umweltministeriums. Deshalb seien sofort landesweite Kontrollen angeordnet worden. Doch bisher gebe es nur Meldungen aus den genannten Gebieten. Auch das Ministerium in Rheinland-Pfalz und die Kreisverwaltung in Bad Ems seien über die Sache informiert worden. Im Veterinäramt häufen sich die Anrufe besorgter Jäger. Es darf drezeit kein Wildschweinfleisch verkauft werden, das zuvor nicht untersucht wurde.

Bei DDT handelt es sich um ein bereits seit Anfang der siebziger Jahre verbotenes Pflanzenschutzmittel. Hexochlorcyclohexan wurde früher auch in der Forstwirtschaft eingesetzt.

http://www.main-rheiner.de/region/objekt.php3?artikel_id=2850523

 

 

 

 

Wildfleisch häufiger mit EHEC infiziert als Rindfleisch

Berlin (idw/BfR) -

Enterohämorrhagische Escherichia Coli (EHEC) verursachen bei Menschen akute, teilweise blutige Durchfallerkrankungen. Besonders bei Kindern kann es darüber hinaus durch eine EHEC-Infektion zu einer Schädigung der Nieren bis zum Nierenversagen, dem so genannten hämolytisch- urämischen Syndrom (HUS), kommen. Als Quelle von EHEC-Infektionen sind bisher vor allem landwirtschaftliche Nutztiere bekannt: Rinder, Schafe und Ziegen scheiden EHEC mit ihrem Kot aus, ohne dass sie selbst Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Menschen können sich durch Kontakt mit infizierten Tieren oder Menschen anstecken, häufig geschieht dies auch über Lebensmittel (Fleisch und Rohmilch), die mit EHEC kontaminiert sind. Untersuchungen haben nun gezeigt, dass auch frei lebende Wildtiere EHEC ausscheiden und dass auch Wildfleischprodukte damit belastet sind. "Wildfleisch ist inzwischen als EHEC- Infektionsquelle für den Menschen bedeutender geworden als Rindfleisch", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung
(BfR). Diesen Schluss erlauben die Ergebnisse einer Erhebung des Nationalen Referenzlabors für die Epidemiologie der Zoonosen am BfR, das die Entwicklung von Lebensmittelinfektionen beobachtet. Ein Forschungsprojekt des Nationalen Referenzlabors für Escherichia coli am BfR soll nun einerseits klären, ob Wildtiere ein ursprüngliches Reservoir von EHEC sind, Nutztiere infizieren und damit indirekt auch Menschen, die Kontakt mit den infizierten Nutztieren haben. Andererseits könnten EHEC-Erreger im Wildfleisch auch direkt Infektionen beim Menschen auslösen. Weitere Untersuchungen widmen sich der Frage, ob der häufige Nachweis von EHEC in Wildfleischproben auf mangelnde Hygiene bei der Fleischverarbeitung zurückzuführen ist oder ob die Erreger bei Wildtieren besonders häufig vorkommen.

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC)-Bakterien können bei Menschen schwere Infektionen mit starken, teilweise blutigen Durchfällen bis hin zum Nierenversagen verursachen. Ausgelöst werden die schweren Krankheitssymptome durch starke Zellgifte, die die EHEC-Bakterien bilden, so genannte Shiga-Toxine. Menschen infizieren sich in der Regel über das Fleisch oder Rohmilch infizierter Tiere oder über den direkten Kontakt mit infizierten Tieren. Seit 2001 werden im Rahmen der Meldepflicht in Deutschland pro Jahr circa 1.100 EHEC-Infektionen bei Menschen erfasst, das entspricht 1,4 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Als Hauptinfektionsquelle galt bisher Rindfleisch.

Erhebungen am Nationalen Referenzlabor für die Epidemiologie der Zoonosen am BfR ergaben nun ein anderes Bild: Im Jahr 2002 waren drei Prozent der Wildfleischproben mit EHEC belastet, 2005 lag die Rate schon bei 14,8 Prozent. Damit lag der Anteil der belasteten Proben bei Wildfleisch in diesem Zeitraum deutlich höher als bei Rindfleisch. Nach den vorliegenden Daten sowie Daten anderer wissenschaftlicher Einrichtungen wird Wild als Reservoir für EHEC und Wildfleisch als Quelle möglicher EHEC-Infektionen des Menschen bisher unterschätzt.

Dem Nationalen Referenzlabor für Escherichia coli (NRL-E. coli) am BfR wurden in den letzten Jahren vermehrt EHEC-Isolate aus Wildfleischproben zur Typisierung und Ermittlung der Virulenz übersandt. Bisher wurden die Bakterien dabei nicht übergreifend daraufhin untersucht, innerhalb welcher Zeiträume sie beim Menschen Krankheitssymptome auslösen können und wie schwer die Erkrankungen verlaufen. Dazu muss das von den Bakterien produzierte Shiga-Toxin typisiert werden sowie bakterielle Kolonisationsfaktoren berücksichtigt werden. Eine solche Untersuchung ist einer der Schwerpunkte eines neuen Forschungsvorhabens im Nationalen Referenzlabor E. coli am BfR. Bereits die Ergebnisse der ersten Phase dieses Projektes lassen das große Potenzial von Wild und Wildfleisch als Quelle möglicher EHEC-Infektionen des Menschen erkennen, da bestimmte EHEC-Typen, die als Erreger von schweren Erkrankungen des Menschen bereits bekannt sind (O103:H2, O128:H2, O26:H11), nachgewiesen wurden.

Nun werden im Rahmen des Forschungsprojektes die aus Wildfleisch, aus Wild- und Haustieren sowie aus Menschen isolierten EHEC-Stämme miteinander verglichen, um die Bedeutung von Wildtieren und Wildfleischprodukten einerseits als Quelle von EHEC-Infektionen des Menschen und andererseits als mögliche Überträger von EHEC auf landwirtschaftliche Nutztiere und damit auch indirekt auf den Menschen abschätzen zu können. Abschließende Untersuchungen sollen die Frage klären, ob Wildfleischproben so häufig mit EHEC-Bakterien belastet sind, weil es Hygienemängel bei der Fleischgewinnung gibt, oder ob die Erreger in Wildtieren übermäßig häufig vorkommen.

Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse möchte das BfR gegebenenfalls spezifische Hygieneempfehlungen für Hersteller und die Lebensmittelüberwachung formulieren, die dazu beitragen sollen, gefährlichen EHEC-Infektionen von Menschen vorzubeugen.

 

 

 

 

 

Wenn im Wildschwein der Wurm ist    Von Ernst Schneiders |  26.02.2009, 16:06

Nordeifel. Bereits vor einigen Monaten wurde in einem Jagdrevier im Kreis Aachen ein Wildschwein erlegt, das, so ergab die amtliche Fleischbeschau, quasi bis zur Halskrause voll mit Trichinen war. Diese Trichinen haben das Tier nicht das Leben gekostet, es war schließlich die Kugel des Jägers.

Trichinen sind winzige Fadenwürmer von bis zu vier Millimetern Länge, die im Darm ihres Wirts binnen 30 Tagen geschlechtsreif werden und sieben Tage nach der Begattung bis zu 1500 Larven lebend gebären. Wirte können alle Fleisch fressenden Haus- und Wildtiere sein, vorrangig Schweine, Hunde, Katzen, Füchse, Dachse, Nutrias, Luchse und Bären (letztere in hiesigen Breiten eher weniger), in nördlichen Gefilden auch Schlittenhunde und Robben. Und natürlich, als Allesfresser, die Wildschweine, von denen es in den Eifelwäldern bekanntlich mehr als genug gibt, und die bei der Suche nach Futter auch schon mal auf einer infizierten Maus herumkauen.

Sicherheit der Kontrollen
Diese Erkenntnis löst zwar nicht gleich Depressionen aus, doch wirft sie Fragen auf nach der Sicherheit der Kontrollen, denn Trichinellose ist eine Infektion mit Parasiten, die für Menschen lebensbedrohlich werden kann.  Dr. Peter Max Heyde, Leiter des Kreisveterinäramts, kann beruhigen: Jedes erlegte Wildschwein müsse der Behörde zur Fleischbeschau vorgelegt werden, und zwar am Stück. Die Jagdstatistiken und die Beschaustatistiken würden immer wieder abgeglichen. Bisweilen betrage die Differenz zwei bis drei Stück Schwarzwild. Dr. Heyde: «Das liegt aber daran, dass einige Revierpächter, die nicht im Kreis Aachen wohnen, die erlegten Tiere mit nach Hause nehmen und sie den örtlichen Behörden, beispielsweise in Düsseldorf, zur Beschau vorlegen.»

«Die Finger davon lassen»
Nach Darstellung des Veterinärs werden von den toten Tieren Proben genommen und auf die Parasiten getestet, indem die biochemischen Reaktionen des menschlichen Verdauungssystems simuliert werden, denn nach der Verdauung infizierten Muskelgewebes bleiben im Darm des Wirts die Parasiten übrig, quicklebendig. Überprüft wird das Verfahren immer wieder mit trichinösem Fleisch aus dem Fundus der Hochschule. Dr. Heyde: Unsere Tests sind sehr genau. Wenn in dem Fleisch eine Trichine drin ist, dann finden wir sie!»

Jedes Wildschwein, das nach der Beschau durchgewunken wird, sei frei von Trichinen, versichert der Veterinär und kommt gleich zu den Schwachpunkten des Systems: Wenn ein Jäger eine Sau schießt und sie nicht zur Beschau bringt, oder wenn ein Autofahrer in der Dämmerung eine Tier auf der Kühlerhaube mitnimmt und den Kadaver erst in seinem Kofferraum und anschließend in seiner Tiefkühltruhe verschwinden lässt. In beiden Fällen handeln die Betreffenden «kriminell», so Dr. Heyde, weil sie gegen Gesetze verstoßen. Mehr noch, sie spielen mit ihrem Leben und dem Leben anderer Menschen, sollte das Fleisch dieser Tiere ohne Trichinentest roh oder geräuchert verzehrt werden.

Nur eine Erhitzung des Fleischs auf mindestens 70 Grad bringt Sicherheit, denn diese Temperatur hält die stärkste Trichine nicht aus. Zur Zeit sind laut Dr. Heyde keine Erkrankungsfälle bekannt: «Das System funktioniert also.»

Das bestätigt auch Rainer Wilms aus Roetgen, Obermeister der Fleischerinnung des Kreises Aachen. Die Hygienevorschriften in den Metzgereien seinen streng, die Kontrollen der Veterinäre sehr gewissenhaft und die Zahl der infizierten Tiere verschwindend gering, verglichen mit der großen Stückzahl des Schwarzwildes in den Wäldern. Die Jagdpächter und Jäger seien sensibilisiert für die Problematik und er könne nur jedem raten, kein rohes, nicht kontrolliertes Wildschwein zu verzehren. Wilms: «Davon sollte jeder die Finger lassen, denn er riskiert seine Gesundheit, möglicherweise sogar sein Leben.» Noch in diesem Frühjahr soll eine weitere Sicherung einbaut werden, über die der Bundesrat noch zu befinden hat: Jedes erlegte Stück Schwarzwild erhält einen Ohrclip wie ein Steifftier und eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, wer das Tier wo erlegt und wer wo die Fleischbeschau vorgenommen hat.

Tödliche Dosis
In den meisten der allerdings seltenen Fälle von Infektionen bei Menschen verläuft die anzeigepflichtige Trichinellose mild, in fünf Prozent allerdings fatal. Das vor Monaten entdeckte trichinöse Wildschwein hätte diese Statistik gehörig durcheinanderwirbeln können: Nur 100 Gramm Verzehr rohen Fleisches hätten in diesem Falle ausgereicht, um einen Menschen zu töten.
www.az-web.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=822703

 


 
 
Montag, 09.03.2009    Wildbret aus Waldhaus strikt kontrolliert
 
Kreisjägerschaft Greiz setzt auf Eigenverantwortung bei der Cäsium-Messung
Die Kreisjägerschaft Greiz führt seit anderthalb Jahren Cäsium-Messungen bei Wildschwein-Fleisch durch. OTZ fragte Kreisjägermeister Karsten
Haase nach dem Grund. Es gibt in Thüringen drei, vier Gebiete mit erhöhter Cäsium-Belastung - eine Folge der Tschernobyl-Katastrophe. 
 
Das Revier Waldhaus im Bereich unserer Kreisjägerschaft Greiz gehört dazu. Cäsium ist ein Alkalimetall, das in der Medizin unter anderem 
zur Bestrahlung von Tumoren eingesetzt wird. Es unterliegt dem radioaktiven Zerfall mit einer Halbwertzeit von 37 Jahren, verteilt sich im gesamten 
Körper. Allerdings müsste man in kürzester Frist sehr viel Wildschweinfleisch essen, um die Cäsium-Belastung merklich zu erhöhen. Dennoch 
wollen wir Jäger unser Wildbret gesund und einwandfrei vermarkten, weshalb wir in Waldhaus für unsere Mitglieder und die Jäger im Landesforst 
Cäsium-Messungen fürs Wildbret auf freiwilliger Basis anbieten. Rainer und Timo Baldauf führen die Messungen bei Bedarf im einstigen Forstamt 
Waldhaus durch. Das Gerät hat uns der Landesjagdverband Thüringen zur Verfügung gestellt. Der Landesjagdverband Bayern hat uns inhaltlich 
bei den Vorbereitungen unterstützt.
 
Wie viele Stichproben haben hiesige Jäger gemacht?
Ich kann versichern, dass das erlegte Schwarzwild aus besagtem Gebiet in den zurück liegenden anderthalb Jahren lückenlos untersucht wurde. 
Seit 15. Oktober 2007 bis jetzt sind 82 Stück Schwarzwild aus Waldhaus und angrenzenden Revieren untersucht worden.
 
Mit welchem Ergebnis?
16 Tiere, ausschließlich Frischlinge und Überläufer, lagen über dem Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm. 
Die Messwerte bewegten sich zwischen Null und 1447 Becquerel. Was geschieht mit Tieren, die den Cäsium-Grenzwert überschreiten?
 
Sie dürfen nicht vermarktet werden, werden verworfen. 
Weil es in Thüringen im Gegensatz zu Bayern keine Entschädigung dafür gab, haben wir in der Kreisjägerschaft Greiz über das Landwirtschafts-
ministerium eine Entschädigung auf der Grundlage des Atomgesetzes durchgesetzt. 
Der Jäger erhält 100 Euro für einen verworfenen Frischling und 200 Euro für ältere Stücke. Er muss allerdings auch für die Entsorgung aufkommen. 
 
Was kostet die Messung?
Für unsere Mitglieder nichts, aber Aufwendungen für Transport usw. fallen an. Trotzdem setzen wir uns dafür ein, dass die Jäger jedes Stück bringen, 
um zu wissen, was im Revier los ist. Dennoch sind Sie gegen eine staatlich verordnete Pflicht zur Messung.
 
Warum?
Wir haben festgestellt und das deckt sich auch mit den Erfahrungen der bayrischen Jäger, dass die Cäsium-Belastungen ausschließlich zwischen
Dezember und April auftreten. Da wir die Messungen im Interesse einer guten Vermarktung in dieser Zeit freiwillig durchführen, bedarf es aus
unserer Sicht keiner staatlichen Verordnung. Die Veterinärämter können jederzeit das geschossene Wild messen. 
Zudem kann auch jeder Kunde das Wildbret kostenpflichtig überprüfen lassen. Sollten die Behörden hier Überschreitungen finden, gibt’s ein saftiges 
Bußgeld für den Anbieter. Wir halten es für sinnvoller, das Netz der Mess-Stellen zu erweitern, um in den Revieren Kontaminierungen auszuschließen.
 
Gespräch: Kathrin Schulz
09.03.2009    OTZ - OSTTHÜRINGER Zeitung Verlag GmbH & Co. KG
 

 

 

 

                Stolz vermeldet der Deutsche Jagdverband Jahr für Jahr seine Jagdstrecke.

        So haben die deutschen Jäger im Jagdjahr 2003/2004 geschossen:
        568 000 Feldhasen  (das sind 100 000 mehr als noch im Jahr zuvor)
        11 000 Rebhühner (stark gefährdet),
        9 000 Waldschnepfen (selten)
        und eine unbekannte Zahl der schützenswerten Hohltauben.

        Damit noch nicht genug:
        52 000 Dachse,

        24 000 Iltisse und Wiesel
        3 500 Edelmarder
           .....
fielen der Waidmanns-Lust zum Opfer.


Für all diese- und und auch den anderen "jagdbaren" - Tierarten gilt:
Die Jagd auf sie geschieht ohne einen vernünftigen Grund.
Sie widerspricht somit dem Tierschutzgesetz und ist naturschutzfeindlich

 


 

Bleimunition muss verboten werden.

- das fordert nicht nur der Naturschutzbund NABU -

Zum Thema "Blei in der Umwelt" hier mal ein kleiner Zeitungsausschnitt aus der ADAC Zeitung:

Es ist sicher ein guter Ansatz, weniger Blei in die Umwelt zu bringen.  Nur über welche Mengen reden wir hier ?

Wie viele Blei-Gewichte wurden von Autos pro Jahr in die Natur eingebracht?

 

Die "Jäger" werden auch wohl in Zukunft nicht mit Blei-Ersatzmunition ballern.

Sie dürfen weiterhin diese toxische Bleimunition  verwenden.

"Gleiches Recht für alle"  gilt hier nicht.

 

 

 


Ein vor wenigen Tagen bei Dahme (Kreis Teltow-Fläming) krank aufgegriffener und in die Tierklinik Düppel eingelieferter Seeadler ist Opfer einer Bleivergiftung geworden. Eine Blutuntersuchung hatte Bleiwerte ergeben, die einer tödlichen Dosis nahe kommen. Der NABU hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt auf das Problem der Bleivergiftung hingewiesen. NABU Geschäftsführer Wolfgang Mädlow:

"Von 91 in Brandenburg in den letzten Jahren tot oder krank aufgefundenen Seeadlern hatten 32 eine tödliche Bleivergiftung, und weitere 6 wiesen erhöhte Bleiwerte in den Organen auf."

Ursache der Vergiftung ist nach wissenschaftl. Erkenntnissen die Verwendung von Bleimunition bei der Jagd.

Seit langem ist bekannt, dass viele Wasservögel, die bei der Jagd mit Bleischrot nicht tödlich getroffen wurden, die Schrotkugeln im Körper tragen. Solche geschwächten Vögel werden leicht Beute von Seeadlern, die das Blei mit der Nahrung aufnehmen. Auch im Gelände hinterlassener "Aufbruch", d.h. Organreste von geschossenen Wildtieren kann Bleikugeln enthalten, die von den Seeadlern mit gefressen werden. Bei einigen vergifteten Seeadlern fanden sich im Magen noch Fragmente von Bleimunition.

Mädlow: "Der Seeadler steht am Ende der Nahrungskette, so dass es bei ihm schnell zu tödlichen Bleikonzentrationen kommt. Das deutet aber auf ein grundsätzliches Problem mit Blei in unserer Umwelt hin."

Das Problem ist schon lange bekannt und hat in anderen Ländern Eingang in gesetzliche Reglungen gefunden. So ist z.B. in den USA, Kanada, der Schweiz, Großbritannien und Schweden der Einsatz von Bleischrot bei der Wasservogeljagd verboten, während Dänemark und die Niederlande ein Totalverbot für Bleischrot ausgesprochen haben. Deutschland hatte sich im Rahmen der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten verpflichtet, bis zum Jahr 2000 Bleischrot bei

der Wasservogeljagd zu verbieten. Dies ist aber nur von einigen Bundesländern umgesetzt worden. Brandenburg hat es bei der Novellierung des Landesjagdgesetzes im letzten Jahr versäumt, eine derartige Reglung aufzunehmen. Mädlow: "Es ist höchste Zeit, Bleimunition zu verbieten. Die weitere Nutzung ist unverantwortlich, zumal Alternativen existieren, die sich in anderen Ländern längst bewährt haben." In Brandenburg kommen mehr als ein Drittel aller deutschen Seeadler vor.

 

Um der Todesursache der Tiere auf die Spur zu kommen, hat Oliver Krone vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin bereits 150 tote Adler untersucht. Dabei kam der Spezialist für Greifvögel einem bislang selbst in Fachkreisen unterschätzten Phänomen auf die Spur. So litt ein Großteil der verunglückten Seeadler, die von Autos und Zügen überfahren oder denen Windkraftanlagen oder Stromleitungen zum Verhängnis wurden, gleichzeitig an einer akuten Bleivergiftung. Die Vergiftung wurde zum Teil durch ganze Schrotkugeln ausgelöst, in den meisten Fällen ging sie aber auf kleinste Partikel von Bleimantelgeschossen zurück, die der Experte in den Mägen der Seeadler fand.

 

 

Die Vögel nehmen mit der Nahrung – beispielsweise Aas oder Wildaufbruch – aus der Jagdmunition stammende Bleiteilchen auf. Das Blei hat sich bei dem gestreckten Wild – das ergaben Zielgerichtete Untersuchungen – nach dem Auftreffen des Geschosses im Körper breit verteilt. Durch die aggressiven Magensäfte des Seeadlers wird das Blei zersetzt, es gelangt in die Blutbahn. Die Gleichgewichts- und Bewegungskoordination verringern sich, Atemnot setzt ein. Der Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen funktioniert nicht mehr. Die Zellwände der roten Blutkörperchen platzen. Der Naturschutzbund (NABU) kritisiert heftig den Vorschlag des Präsidenten des Deutschen Jagdschutz-Verbandes Jochen Borchert, die Reste von mit Bleimunition erlegtem Wild zu vergraben. Die Munition war in jüngster Zeit verstärkt ins Visier der Naturschützer geraten, da Seeadler sich mit Bleischrot vergifteten. Es sei keine Lösung, die Wildreste zu vergraben und so für die Adler unzugänglich zu machen, so der NABU.

 

Dadurch würden die Böden jährlich mit  3000 bis 9000 Tonnen Blei belastet.

Nicht nur der NABU fordert ein vollständiges Verbot der Munition.

 

Unsere Kinder sollten sich bei den unverantwortlichen Herren

jetzt bereits bedanken für dieses tolle Erbe.

 


26. Februar 2009    Adler gestorben (Bleivergiftung)
Berlins Seeadler-Weibchen tot (von Oliver Ohmann)

Organversagen!  Das letzte Berliner Seeadler-Weibchen erlag den Folgen seiner Bleivergiftung.

Das letzte Berliner Seeadlerweibchen (15 Jahre alt) ist an seiner Bleivergiftung gestorben
NABU-Experte Rainer Altenkamp zur B.Z.: "Donnerstagnachmittag starb das Tier in der Tierklinik Düppel an Organversagen." 
Bis zuletzt hatte Tierärztin Dr. Kerstin Müller um das Leben des Greifvogels gekämpft. Der Seeadler bekam Infusionen 
und Medikamente, die das giftige Blei aus Blut und Organen lösen sollten. Doch die Behandlung konnte den Raubvogel 
(am 30. Januar entkräftet am Müggelsee gefunden) nicht mehr retten.

Erst Anfang der Woche war ein Seeadler aus Brandenburg (Groß Kreutz) gestorben, der ebenfalls an Bleivergiftung litt. 
Der Naturschutzbund fordert seit langem ein Verbot von bleihaltiger Jagdmunition. Sie vergiftet die Tiere nach und nach, 
wenn sie Bleireste aus erschossenen Wildtieren fressen. Altenkamp:
"Das letzte Berliner Seeadlerweibchen würde noch leben, wenn man in Berlin die Jagd mit Blei verboten hätte."

Noch nie hatten die FU-Tierärzte in Düppel so viele durch Bleimunition vergiftete Greifvögel zu behandeln wie in diesem Winter. 
Seit September waren es nach NABU-Angaben bereits zwölf. Altenkamp ist zuversichtlich, dass das Berliner Seeadler-Männchen 
vom Müggelsee bald wieder ein Weibchen findet: "Der ist ein attraktiver Partner, der hat ein Revier und zwei Nester."
Mit einer Brut 2009 wird es jedoch nichts. Seeadler legen im  Februar oder März ihre Eier und brüten dann 38 Tage. 
In Brandenburg gibt es derzeit 120 Seeadlerpaare, bundesweit rund 500.

http://www.bz-berlin.de/bezirk/zehlendorf/berlins-seeadler-weibchen-tot-article381166.html

 

 


 

10.03.2009  Rekordgebot für Abschusslizenz

Auktionen boomen in den Staaten Der Besitzer eines Schnellimbiss zahlte 245.000 Dollar für die Abschussgenehmigung eines Bighorn Schafes,

um 50.000 mehr als für eine Lizenz im vergangenen Jahr. Der höchste Betrag, der in Amerika jemals für eine Schafslizenz geboten wurde, war 310.000 Dollar

im Jahre 1994. Auf der selben Auktion wurden für eine Schneeziegenlizenz 10.000 Dollar und für eine Maultierhirschlizenz 8.500 Dollar geboten.

 

 

15.09.2009 Jeder zweite Seeadler vergiftet

Er ist der größte europäische Adler: der Seeadler. Breitet er seine Schwingen aus, gleitet er mit bis zu 2,60 Meter Flügelspannweite durch die Lüfte. Aber die hoheitsvolle Gebärde trügt: Ausrottungspolitik und Pestizide haben dem Seeadler in der Vergangenheit das Überleben schwer gemacht. Bleiverseuchte Jägerbeute macht ihm noch heute zu schaffen. Allein im vergangenen Winter sind zwölf Seeadler in der Tierklinik Berlin-Düppel aufgenommen worden: zehn davon mit Bleivergiftung. Da sich Seeadler im Winter von den Innereien erlegten Wildes ernähren, nehmen sie Blei aus der Jägermunition auf. Die Folge: Die Seeadler erblinden und ihre Blutbildung wird beeinträchtigt. Mehr als fünfzig Prozent der toten Seeadler hierzulande sind bleivergiftet, sagt der Biologe Helmut Brücher, Experte für die Jagd beim Naturschutzbund Deutschland. Doch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist nicht bereit, eine Umstellung auf bleifreie Jagdmunition gesetzlich zu regeln, heißt es von der dortigen Pressestelle. In Kalifornien und Japan sei bleihaltige Munition längst verboten, um große Vögel zu schützen. In Deutschland leben zurzeit etwa 600 Brutpaare. Der Greifvogel bewohnt waldreiche Seenlandschaften von Mitteleuropa bis Kamtschatka. Am Liebsten horsten die braunen Adler mit dem weißen Schwanz auf hohen Bäumen. Müritz und Schaalsee bieten ihnen Fische, Enten und Blesshühner, ihre Lieblingsbeute. Anfang des 20.Jahrhunderts war der Seeadler in West- und Mitteleuropa nahezu ausgestorben - die Folge intensiver Jagd. Einige Paare hatten sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gehalten. Kaum war die Jagd verboten, da besiedelten sie auch wieder Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Dänemark. In den 50er Jahren ging der Nachwuchs erneut zurück. Die Eier zerbrachen oder die Brut starb ab. Das Pflanzenschutzmittel DDT hatte sich in der Nahrungskette so angereichert, dass die Eierschalen immer dünner wurden. Mit dem Verbot des Umweltgifts stabilisierten sich die Bestände wieder und breiteten sich sogar aus. Allein zwischen 1990 und 2004 stieg die Zahl der Brutpaare von 185 auf 470. http://www.morgenpost.de/printarchiv/wissen/article1170405/Jeder_zweite_Seeadler_vergiftet.html