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Der folgende Bericht wurde uns von aufmerksamen Spaziergängern zugespielt. Wir haben diese Angaben vor Ort auf Richtigkeit überprüft.

 

 

Ein Spaziergang im Bückeburger Naturschutzgebiet "Hofwiesenteiche"

 

Als erstes begegnet man als Erholungssuchender im Bückeburger Naturschutzgebiet "Hofwiesenteiche" diesem Schild.

Das scheint sinnvoll zu sein und daher denkt man sich ja auch nichts böses.

 

 

Erst viel später erkennt man, wie bemerkenswert die beiden ersten Sätze noch sein werden

Nett, dass man hier auf die Zuständigkeit hingewiesen wird.

Auch das wird sich später noch als sinnvoll erweisen

Nichtsahnend geht man also weiter und versucht, das sonnige Wetter mit einen Spaziergang in der vermeintlich durch die Bezirksregierung "geschützten" Natur zu genießen.

Doch bald schon entdeckt man weitere merkwürdige Dinge im Unterholz

 

Nun, der Mensch ist ja von Natur aus neugierig und schaut auch mal gern genauer hin.

Man öffnet also diese fragwürdige große Holzklappe und findet weitere Naturschutzmaßnahmen im inneren dieser "Grube". Da hat sich jemand echte Arbeit gemacht, so ein Mordsteil einzugraben (mit ca. 2,0 - 2,5 m Länge)

Das ist also eine Fuchsfalle. Nett getarnt, weil man ja im Naturschutzgebiet nichts auffälliges installieren möchte.

 

Dazu noch eine gänzlich (nur für Jäger sinnvolle) technische Ergänzung.

Dieser Schacht verfügt über einen Sensor (wahrscheinlich Wärmesensor) der nach erfolgreichem Fang eines Fuchses ein Lichtsignal in Richtung des Hochsitzes gibt.

                 Signalgeber mit LED im Inneren

 

Aber wieso heißt es dann im Abschnitt 1 des Schildes:

Alle Tiere sollen sich Ungestört ???   Entwickeln????

Nun gut. Man denkt sich schon, das es hier um Jagd und Jäger geht. Diese verbrecherischen und tierverachtenden Jagdfrevel unter dem Deckmantel des Naturschutzes sind ja nicht unbekannt. Aber es geht weiter.

Noch ein paar Schritte und man steht vor diesem Gebilde.

Der vor diesem Hochsitz platzierte Kübel dient der "Futterversorgung" unserer Wald- und Wiesenbewohner, die ansonsten sicher verhungern würden? Nein dieser Kübel ist dazu da, die Tiere möglichst nah an diese bequeme Schießeinrichtung heranzulocken, von der aus man als Jäger die Natur noch besser schützen kann.

Das Federkleid im Vordergrund gehörte einmal einigen Tauben. Diese liegen nun hier als verwesende Kadaver herum. Lockmittel für Beutegreifer. Keine 20 Meter vom Hochsitz.

 

Unsere Entdeckungsreise im Bückeburger Naturschutzgebiet geht weiter und wir stoßen im Unterholz auf diesen Anblick, der uns wiederum neugierig macht. Wir gehen also näher heran um Fotos zu  machen

Ein kuscheliges Vogelparadies sollte man meinen. (Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns in einem ausgewiesenen Naturschutzgebiet befinden.) Ausmaße: ca. 4 m lang, 2 m breit und ca. 2 m hoch. 

 

Mit Futter und Wasser sowie 2 Fichten ausgestattet damit sich die gefangenen Fasane auch gut und sicher fühlen, bis sie in Stress und Angst versetzt werden, da sie lediglich die Füchse anlocken sollen, was die folgenden Bilder beweisen

 

 

 

 

 

Angesichts der beiden Lebendfallen, die man auf den nächsten Bildern sehen kann, dienen  diese hier gefangen gehaltenen Tiere lediglich als lebende Lockmittel.

 

        Falle1 zur Rechten

 

       Falle2 zur Linken

 

Beide Fallen sind  "fängisch" (Fangbereit) gestellt und nicht (wie eigentlich für Lebendfallen vorgeschrieben) abgedeckt oder verdunkelt. Aber wer soll dieses jagdrechtliche Fehlverhalten schon entdecken? Es darf ja eigentlich niemand das ausgewiesene Naturschutzgebiet betreten

 

Und so ganz nebenbei haben wir hier auch noch eine nette kleine Giftköderbox mit Zu- und Ausgang

Aber eigentlich ist auch  diese Vorgehensweise klar. Wir sind doch im Naturschutzgebiet. Dieses Gebiet soll die Natur schützen. Wir erinnern uns an das Schild welches man am Eingang findet. Das man hier Gift auslegt und Fallen aufstellt ist doch für jeden nachvollziehbar und selbstverständlich.

 

Alles in Allem war es uns durch diesen Spaziergang wieder einmal mehr möglich, zu sehen wie die Jägerschaft den Begriff Naturschutz interpretiert. Wir durften erfahren, dass es um vieles leichter zu sein scheint, diese Schweinereien in einem abgeriegelten Gebiet zu veranstalten.

Normalerweise ist der Zugang zu diesem Areal durch einen Wildschutz-Zaun versperrt. Heute war der Zaun an dieser Stelle aufgerollt und eröffnete uns daher diese Eindrücke, mit denen wir zeitnah an die regionale Presse gehen werden.

Vielleicht ist es erst in Zusammenarbeit mit einer breiten Öffentlichkeit möglich, den Hinweisen dieses Schildes mehr Ehrlichkeit und Gewicht zu verleihen

Ich will es an dieser Stelle nicht versäumen, den grüngekleideten Bückeburger Wald- u. Wiesenwächtern wieder mal dafür zu danken, das sie uns derart wichtige Erkenntnisse zur Verfügung gestellt haben.

Erkenntnisse und Eindrücke die klar die Abartigkeit und Hinterlist darlegen, mit denen die selbsternannten Naturschützer vorgehen, um möglichst viele Tiere umzubringen. Um jeden Preis.

 


 

 

 

 

Unter dem Stichwort: "Der Jagd ein Gesicht geben" werden wir künftig einige Berichte veröffentlichen, die das Naturverachtende Treiben der Deutschen Jäger etwas genauer aufzeigen. Diese Dokumentationen wurden erstellt vom Wildtierschutz Deutschland e.V. und werden in Zusammenarbeit mit vielen anderen Organisationen gemeinschaftlich publiziert.

 

 

1.) Wildtierschutz Deutschland: Der Jagd ein Gesicht geben

Die Jagd hat ein Image-Problem. Ihr Präsident, der CDU-Abgeordnete Hartmut Fischer hat es auf der letzten Bundesversammlung der deutschen Jäger deutlich gemacht. Die Menschen verstehen nicht, warum Tiere in Fallen qualvoll leiden müssen, warum es ausschließlich noch Jägern erlaubt ist, mit Blei die Umwelt zu vergiften und sie verstehen nicht, warum ihre vierbeinigen Familienmitglieder von Freizeitjägern erschossen werden. Während Fischers Deutscher Jagdschutzverband plant, mit „emotionalen Bildern“ gegenzusteuern, macht der Bayerische Jagdverband nun Nägel mit Köpfen: Seit Ende September geht er bayernweit mit Plakaten in die Offensive. Da mag der Landwirt seinen Jäger, weil dieser „Lebensraum schafft“, es soll über Brauchtum und „Jagdkultur“ informiert werden und über die Sicherung der Verkehrswege durch Jäger.

In Zusammenarbeit mit weiteren Natur- und Tierschutzorganisationen startet Wildtierschutz Deutschland zur gleichen Zeit eine Aufklärungskampagne, welche ein anderes Gesicht der Jagd in Deutschland offenlegt: die Störung des ökologischen Gleichgewichts, Tierquälerei bei der Jagdhundeausbildung und im Rahmen der täglichen Jagdausübung und die Täuschung der Öffentlichkeit durch wissenschaftlich lange widerlegte Argumente.

 

 

 


 

 

 

2.) Die Natur kommt ohne Fallen aus

Im Gegensatz zum Ökologischen Jagdverband und von Naturschutzverbänden hält der Deutsche Jagdschutzverband die Fallenjagd in Deutschland für unverzichtbar, um den Bestand selten gewordener Bodenbrüter und Kleinsäuger vor Räubern zu sichern. Wildtierschutz Deutschland und etwa 20 weitere Organisationen aus dem Tier- und Naturschutz, welche kürzlich die Kampagne „Der Jagd ein Gesicht geben“ lanciert haben, widersprechen dieser These. „Frei werdende Reviere von Fuchs, Marder und Waschbär werden unmittelbar neu besetzt. Die Fallenjagd ist ineffizient, trägt nur unwesentlich zur Bestandsregulierung bei und widerspricht dem modernen Verständnis des Tierschutzes“, erläutert Lovis Kauertz, Vorsitzender des Vereins.

Es ist nahezu ausgeschlossen, selektiv nur ganz bestimmte Arten zu fangen, so ein weiterer Kritikpunkt an der Fallenjagd. Zahllose Katzen und viele Tiere geschützter Arten werden immer wieder Opfer der behördlich unkontrollierten Fallenjagd. Wie gefährlich Totschlagfallen auch für den Menschen sind, hat erst kürzlich ein Beitrag des "ZDFzoom"-Autors Manfred Karremann aufgezeigt. Immer wieder werden auch Kinder Verletzungsopfer unsachgemäß aufgestellter Fallen. Dass die Natur auch ohne Fallen auskommt, zeigen zahlreiche jagdfreie Regionen in Deutschland und in Europa. Die Ursache für die Gefährdung lokaler Bodenbrüter- und Kleinsäugerbestände sind im Wesentlichen auf die Umgestaltung der Landwirtschaft und damit verloren gegangener Lebensräume zurückzuführen.  Die Fallenjagd ist sicherlich nicht geeignet, diese Fehler wieder gutzumachen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

3.) Rabenvögel sind die Tontauben der Jäger

Da stehen und liegen sie, martialisch gekleidet hinter riesigen Tarnnetzen, zwanzig, dreißig häufig Jungjäger mit kriegswaffenähnlichen Gewehren. Sie warten mit ihren Pumpguns und halbautomatischen Gewehren darauf, die Landschaft leerzuräumen. Die Opfer der sogenannten „Crowbusters“, die sich in Online-Jagdforen verabreden und gut organisiert Jagdpächter in ganz Deutschland aufsuchen: Rabenvögel.

 

 

Die Tiere sind eigentlich gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie geschützt. Die meisten Bundesländer setzen sich allerdings durch Ausnahmeregelungen und Verordnungen auf Druck der Jagdlobby darüber hinweg und erlassen Jagdzeiten, die teilweise sogar in die Brutzeiten hineinreichen.

Die Dohle ist Deutschlands Vogel des Jahres 2012. Für die Jagd kein Grund, sich den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Sinnlosigkeit der Jagd auf Rabenvögel zu fügen. Im Rahmen der Kampagne „Der Jagd ein Gesicht geben“ berichten Wildtierschutz Deutschland und weitere Organisationen aus dem Tier- und Naturschutz über einen neue Freizeitbewegung, die bundesweit häufig Jungjäger in ihren Bann zieht: „Crowbuster“

 

Argumente der Jagdverbände, dass Rabenvögel Schäden in der Landwirtschaft verursachten und Singvögel- und Niederwildbestände gefährdeten sind seit langem wissenschaftlich widerlegt. Auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) kommt zu dem Schluss, dass eine flächendeckende Bejagung von Elstern, Eichelhähern und Rabenkrähen weder fachlich oder juristisch zu begründen, noch ethisch-moralisch zu rechtfertigen ist.

 

Die Anzahl der getöteten Rabenvögel wird aus gutem Grund in der jährlichen Streckenstatistik des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) nicht veröffentlicht. Gemäß Hochrechnungen von Wildtierschutz Deutschland dürften Jahr für Jahr in Deutschland etwa 1,2 Millionen dieser Tiere getötet werden, darunter zahlreiche streng geschützte Arten wie die Saatkrähe oder die auf den roten Listen geführte Dohle, der Vogel des Jahres 2012.

 

 


 

 

 

4.) Haustierabschuß

Jäger dürfen Hunde und Katzen erschießen, sobald sie 200 bis 400 m vom nächsten Wohnhaus entfernt sind. Jährlich verlieren über 200.000 Frauchen und Herrchen Ihnen liebgewordene Familienmitglieder durch die Jagd. Im Rahmen der Kampagne „Der Jagd ein Gesicht geben“ berichten Wildtierschutz Deutschland und weitere Organisationen aus dem Tier- und Naturschutz über den Haustierabschuss und andere Anachronismen des Jagdgeschehens.

 

Über 200.000 Katzen und Hunde werden von Freizeitjägern getötet

Jäger in Deutschland töten Jahr für Jahr viele Tausend Hunde und über 200.000 Katzen. Grundlage dafür ist die Jagdgesetzgebung, welche den Abschuss seit etwa 60 Jahren weitgehend unverändert ermöglicht. Weder die Einführung des Tierschutzgesetzes noch die Berücksichtigung des Tierschutzes im Grundgesetz haben bisher darauf Einfluss gehabt.

 

Hunde und Katzen werden häufig bereits dann als wildernd betrachtet, wenn sie sich je nach Bundesland 200 – 400 m weit vom nächsten Wohnhaus entfernt haben und sich nicht in der Obhut eines Menschen befinden. Jäger argumentieren, dass Katzen Kaninchen wildern und Singvögel erbeuten. Manchmal machen Katzen das – aber während Katzen das instinktiv tun und bisher nicht eine einzige Art in ihrem Bestand bedrohen, töten „Kleintierjäger“ in ihrer Freizeit die letzten Rebhühner. In Deutschland wird das Rebhuhn in den Roten Listen als stark gefährdet eingestuft.

 

 

 

„Einige Jäger sind regelrechte Katzenhasser,“ sagt Lovis Kauertz, Vorsitzender von Wildtierschutz Deutschland, „die schrecken nicht davor zurück, die Tiere in Fallen zu fangen, den Jagdhund auf sie zu hetzen oder sie einfach zu töten, um damit auf dem Luderplatz den Fuchs anzulocken“.

                  

 

 

Die Jägerschaft will vom Haustierabschuss nicht ablassen. Eine entsprechende Kampagne, welche den Jägern den Rücken stärken soll, wurde bereits mit Steuermitteln lanciert. Tierschützer halten dagegen: über 20 Organisationen zeichnen ein Gesicht der Jagd, dessen Charakterzüge gekennzeichnet sind durch feige Fallenjagd, Vernichtungsfeldzüge gegen Füchse und Rabenvögel sowie die nachhaltige Störung des ökologischen Gleichgewichts bis hin zur Umweltverschmutzung.

 

 

 


 

 

 

5.) Jagd heute – eine flüchtige Baustellenbesichtigung

Das aktuelle deutsche Jagdrecht stammt aus den 1950er Jahren und trägt immer noch wesentliche Züge des Reichsjagdgesetzes von 1934, welches unter anderem sehr auf Trophäenjagd ausgerichtet war.  Weder hat die Einführung des Tierschutzgesetzes noch die Änderung unserer Verfassung hinsichtlich des Schutzes der Tiere bisher eine relevante Anpassung der Jagdgesetzgebung an  tierschutzkonforme Normen bewirkt.  

Entsprechend lang ist die Liste der Baustellen im Jagdrecht.  Um nur einige zu nennen: Jäger töten jedes Jahr ca. 300.000 Katzen und ca. 40.000 Hunde. Oft reicht die reine Anwesenheit der Haustiere im Jagdrevier, um den rechtlichen Anforderungen für den Abschuss gerecht zu werden. 

Etwa die gleiche Anzahl von Tieren wird Opfer der Fallensteller unter den Jägern. Opfer sind meist nachtaktive Beutegreifer wie Marder, Marderhunde, Iltis oder Waschbär. Auch Füchsen und Dachsen wird mit Fallen nachgestellt, selbst Frischlingen.  Insbesondere Totschlagfallen führen oft zu schweren Verletzungen, wenn beispielsweise Waschbär, Fuchs oder Nachbars Katze versuchen, die gequetschte Pfote zu befreien. Unsachgemäß aufgestellte Fallen sind zudem eine Gefahr für Spaziergänger, Hunde und spielende Kinder.

Zu den grausamen und nicht mehr zeitgemäßen Jagdformen gehört auch die Baujagd. Dabei werden kleine, aggressive Jagdhunde in den Fuchsbau geschickt, um die dort in vermeintlicher Sicherheit verharrenden Füchse mit ihren Jungtieren den wartenden Jägern vor die Flinte zu treiben.  In Internet-Foren zur Jagd finden sich auch zahlreiche Bilder übel zugerichteter Jagdhunde, mit denen Jäger die "Raubwildschärfe" ihrer Hunde beweisen.

Bei der Ausbildung von Jagdhunden werden jährlich zigtausende Enten zunächst fluguntauglich gemacht, anschließend durch den Ausbildungshund zerdrückt oder verletzt oder durch eine Ladung Schrot erlöst. Auch Hasen werden Opfer der Jagdhundeausbildung, ebenso wie Katzen und Füchse.

Tier- und Naturschützer fordern seit Jahren, die Liste der etwa 60 jagdbaren Tierarten (darunter Singvögel, Schwäne, Zugvögel, Arten, die auf Roten Listen gefährdeter Tiere stehen) auf etwa 10 zu begrenzen. Nur noch die Tiere, die hinterher einer Nutzung zugeführt werden und in ihrem Bestand nicht ansatzweise gefährdet sind, sollen gejagt werden dürfen.  Da das Fell von heimischen Wildtieren kaum noch nachgefragt wird, käme lediglich das Wild in Frage, welches als Nahrungsmittel vermarktet werden kann, im Wesentlichen Reh und Wildschwein. Heute werden jedes Jahr Millionen erschossener Tiere durch Jäger unter der Erde oder in der Tierkörperbeseitigungsanlage entsorgt.

Änderung hinsichtlich tierschutzrelevanter Aspekte ist  - gegen den Widerstand des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) bzw. seiner Mitgliedsverbände -  in einigen Bundesländern allerdings in Sicht. So arbeiten Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und das Saarland unter Federführung von Politikern der Grünen daran, die Landesjagdgesetze einem aktuelleren Tierschutzverständnis anzupassen. Auch gibt es politische Initiativen, endlich die Vergiftung der Umwelt mit bleihaltiger Munition zu unterbinden.

 

 


 

Unterstützer der Kampagne „Der Jagd ein Gesicht geben“

animal aid AWM

Animal Alliance.eu

Anti-Jagd-Allianz e.V.

Arbeitskreis humaner Tierschutz e.V.

Homo Tyrannus

ITV Grenzenlos

Liga für Tierschutzpolitik

Marderhilfsnetz

Natur ohne Jagd e.V.

Naturefund e.V.

Pro iure animalis

Robin Hood, Tierschutzverein

SOS Galgos

Tierschutznews Schweiz

Tierschutznetzwerk Leer

Tierschutzpartei (Sektionen RP, HH, TH)

Tierschutzverein Noris e.V.

VIER PFOTEN Stiftung für Tierschutz

Unabhängige Tierschutz-Union Deutschlands

Vogelschutzkomittee Sektion Luxemburg

Wildtierschutz Deutschland e.V.

Wolfsvoegel.de

 

Pressekontakt:

Wildtierschutz Deutschland e.V., Lovis Kauertz (Vorsitzender), Am  Goldberg 5, 55435 Gau-Algesheim, T. 0177-7230086,

lovis.kauertz@gmail.com, www.wildtierschutz-deutschland.de, www.schonzeit-fuer-fuechse.de

 

 

 


 

 

 

Wildschweinschwemme - Sind Jäger daran schuld ?

Wie jeden Herbst ist in allen Zeitungen von einer „Wildschwein-Plage“ zu lesen: Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des „Wildschweinproblems“, noch mehr Tiere zu schießen? Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem? Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Forscher und neue wissenschaftliche Studien hin.

 

So haben die Jäger in Bayern in der vergangenen Jagdsaison rund 60.500 Wildschweine erschossen - ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Doch statt einmal nach den Ursachen der Wildschweinvermehrung zu fragen, rief der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner die Jäger auf, "die vielerorts überhand nehmenden Wildschweine weiter intensiv zu bejagen". (top agar, 17.10.2011)


Studie: Stärkere Vermehrung durch die Jagd

Eine französische Langzeitstudie, die im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology)


Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter statt findet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort“, sagte Reichholf gegenüber der
Süddeutschen Zeitung (28.01.2009).

 

Zerstörung der Sozialstruktur

Wildschweine haben eine sehr empfindliche Sozialstruktur: Eine Leitbache, die einmal im Jahr fruchtbar (rauschig) ist, führt die Rotte an. Die so genannte Rauschsynchronität sorgt dafür, dass die anderen Bachen in der Gruppe gleichzeitig fruchtbar sind. Auch hält sie die älteren Jungtiere, die „Überläufer“ in Zaum und verhindert damit größere Flurschäden. Wird die Leitbache erschossen, zersprengt dies die Rotte, die führungslosen Tiere brechen in die Felder ein, alle Bachen werden mehrmals im Jahr rauschig und vermehren sich völlig unkontrolliert.


Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht“. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten“, so Happ in der Jägerzeitung "Wild und Hund" (23/2002). Das bedeutet: Jagd löst keine ökologischen Probleme, sondern schafft sie erst.

 

Legale und illegale Zufütterung

Natürlich hängt die Vermehrung Wildtieren auch vom Nahrungsangebot ab. So wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der verstärkte Maisanbau zur Vermehrung der Wildschweine beitrage. Doch wie lange im Jahr stehen den Wildschweinen denn reife Maisfelder zur Verfügung? Sicher nicht länger als ein Monat im Jahr – Ende September wird der Mais geerntet.


Dagegen sorgen Jäger ganzjährig durch legale oder illegale Zufütterungen und so genannte „Kirrungen“ für ein unnatürlich hohes Nahrungsangebot – und tragen damit wiederum zur Vermehrung bei. So hat die Wildforschungsstelle Aulendorf errechnet, dass allein in Baden-Württemberg jährlich 4.000 Tonnen Mais allein als „Kirrung“ (also als Lockfütterung, um die Tiere besser schießen zu können) ausgebracht werden – das sind pro erlegtem Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais. Gerade Mais fördert nachweislich die Fruchtbarkeit von Wildschweinen. Zu den Mais-Kirrungen hinzu kommt die Fütterung mit Kraftfutter im Winter, die noch mal in ähnlicher Größenordnung liegen dürfte – und die vielen illegalen Fütterungen, die Naturschützer und Jagdgegner immer wieder aufdecken und zur Anzeige bringen.


Doch Jäger argumentieren lieber, dass die hohe Zahl der Eicheln und Bucheckern in den Wäldern verantwortlich für die Wildschweinschwemme sei. Darüber kann man eigentlich nur den Kopf schütteln: Den Tieren standen im Herbst schon immer Bucheckern und Eicheln zur Verfügung - früher eventuell sogar noch mehr, da der Wald gesünder war.


Kann die Natur sich selbst regulieren?

Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden.


Dies wissen eigentlich auch die Jäger. So weist Berufsjäger Helmut Hilpisch darauf hin: „Wildschweine regulieren ihren Bestand selbst – zumindest dann, wenn sie in intakten Familienverbänden unterwegs sind. Dann sorgt ihr Sozialverhalten dafür, dass nur einzelne weibliche Tiere rauschig werden: Lediglich die älteren Bachen werden dann befruchtet. Fehlen diese älteren Bachen, werden auch jüngere weibliche Tiere schnell trächtig“. (Siegener Zeitung, 18.10.2008)


Wozu dann jagen?

Die Jagd ist heute ein Hobby, ein Freizeitvergnügen – und in ihren Jagdzeitschriften geben die Jäger ihre „Lust am Töten“, die „Freude am Beutemachen“ und den „Kick“ beim Schuss inzwischen offen zu. Ein Jäger hat über dieses Thema sogar seine Doktorarbeit geschrieben - und diese wurde in der Jagdpresse unter der Überschrift „Keine Angst vor der Lust“ (WILD UND HUND 24/2003) entsprechend gefeiert. In der Dissertation heißt es ganz offen: „Weltweit wird die Wildjagd unserer Zeit selten noch aus rein praktischen Motiven (z.B. Nahrungsjagd), sondern um eines starken emotionalen Erfolges Willen (der Kick beim Töten des Tieres, Freude, Glück, Zerstreuung, Entspannung, Abenteuer) oft mit großer Leidenschaft und Hingabe betrieben.“ (Günter Reinhold Kühnle: Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen, 2003. http://ub-dok.uni-trier.de/diss/diss45/20030120/20030120.htm)

Dieses Hobby-Töten kann die überwiegende Mehrheit der Menschen heute nicht mehr gutheißen. Repräsentative Umfragen der letzten Jahre zeigen übereinstimmend: 70-80% der Deutschen stehen der Jagd kritisch gegenüber oder fordern sogar die Abschaffung der Jagd.

(Quellen: GEWIS-Institut 1996; GEWIS-Institut 2002; EMNID-Institut 2003, EMNID-Institut 2004)