- Mords-Lust und Tötungs-Sucht -

In der Jägerzeitschrift WILD UND HUND Nr. 24/2003 wird in einem Artikel mit der Überschrift »Keine Angst vor der Lust« über die Doktorarbeit eines Jägers berichtet:

»Beim Erlegen des Wildes erleben Jäger einen Kick und zu dem sollten sie sich bekennen... Wichtig ist... die Tatsache, dass er (der Jäger) selbst irgendwann sterben wird. In dieser Gewissheit vernichtet der Jäger das Leben eines wilden Tieres. Dabei verschafft er sich unbewusst das Gefühl, die Natur mit ihrer beängstigenden Todesgewissheit zu beherrschen. So ist also die häufig kritisierte ‚Lust am Töten' laut Kühnle nichts anderes als ein‚ hingebungsvolles Streben nach Überwindung des Todes durch Naturbeherrschung'...  Dem Jäger geht es nicht um die Vernichtung eines speziellen Tieres, an das er sich herangepirscht hat. Er erlebt aber seinen emotionalen Erfolg, den Kick, nur, wenn es ihm gelingt, das Leben eines speziellen Tieres zu vernichten...«

Auf der Jahrestagung des Forums lebendige Jagdkultur beschreibt Prof. Dr. Gerd Rohmann unter dem Titel: »Neue Gedanken zur Lust an der Lust zwischen Erleben und Erlegen« das Jagderlebnis unter anderem wie folgt: »Den emotionalen Höhepunkt seiner Jagd, den Kick, erlebt der Jäger immer dann, wenn er den todbringenden Schuss auslöst...«  

 

 

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Grün ist Mordsgeil  (im wahrsten Sinne des Wortes)

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23.09.2008     Jäger schießen 7000 Katzen


Kiel - Schlechte Zeiten für wildernde Katzen: In der vergangenen Jagdsaison wurden nach Angaben der Obersten Jagdbehörde 7406 wildernde Katzen in Schleswig-Holstein geschossen. Das sind 23 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der geschossenen Wildschweine ist um 42 Prozent auf 11 576 gestiegen. Die Ursache für die starke Vermehrung sehen Experten vor allem in der Zunahme der Maisanbauflächen


http://www.welt.de/welt_print/article2480386/.html
 

 

 


 

 

- Beute-Neid und Gier -

 

04.08.2006     Verurteilung wegen Verstoßes gegen Fuchsjagdverbot

London. DPA/baz. Erstmals ist ein Jäger in Großbritannien wegen eines Verstoßes gegen das Fuchsjagdverbot bestraft worden. Der 52- Jährige wurde am Freitag von einem Gericht in Devon im Südwesten Englands zu einer Geldstrafe von 500 Pfund (725 Euro) verurteilt, weil er mit zwei Hunden einen Fuchs gejagt hatte. Die Hetzjagd mit Hunden auf Füchse und andere Wildtiere ist seit Februar 2005 verboten. Der Jäger war von Tierschützern angezeigt worden, die mit Videoaufnahmen eine Hetzjagd nachweisen konnten. Laut Gesetz ist die Jagd auf Füchse, Hasen oder Hirsche nicht generell verboten. Die Tiere dürfen jedoch nicht mehr mit einer Hundemeute zu Tode gehetzt werden, weil dies nach Überzeugung des Gesetzgebers Tierquälerei bedeuten würde.  

 

http://www.baz.ch/news/index.cfm?xObjectID=D97B71D1-1422-0CEF-70D64170C0FEC1B0

 


 

 

22.09.2005     Jäger streitet für Abschuss eines Wolfes
 

Die Erlaubnis zum Abschuss eines frei lebenden Wolfes in der Oberlausitz will ein Jäger gerichtlich einklagen. Das zuständige Regierungspräsidium in Dresden hatte den Antrag des Mannes auf eine Ausnahmegenehmigung abgelehnt, wie das Verwaltungsgericht in Dresden am Donnerstag mitteilte. Die für Naturschutz zuständige 13. Kammer des Gerichts wird sich am 11. Oktober 05 mit dem Fall beschäftigen. Der Kläger habe zur Begründung seines Anliegens angeführt, dass die zu hohe Zahl der Wölfe in der Lausitz den einheimischen Wildbestand gefährde. Im Nordosten Sachsens fühlen sich Wölfe seit einigen Jahren wieder heimisch. Im Jahr 2000 kamen auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in der Muskauer Heide erstmals Welpen zur Welt.

Dresden (ddp-lsc). (ddp) Artikel URL: http://de.news.yahoo.com/050922/336/4p6yc.html

 

 

 

Die Tiere sind eine durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Art.

Sie dürfen weder gefangen noch getötet werden.
 

Nun mag sich jeder sein eigenes Bild machen, von den Motiven solcher Aktionen

Das Ganze ist ausschließlich mal wieder "Beuteneid"

 


 

Weitere Zitate aus diversen Jäger-Foren sowie Presseberichten zeigen ebenfalls auf, wie Jäger wirklich denken.

 

"Wir jagen, weil es uns Freude macht, und was wir Hege nennen, ist blanker Eigennutz, gelegentlich Fressneid. Wir wollen den Habicht nicht fangen, weil uns die armen Fasanen leid tun, weil wir ihnen das ewige Leben wünschen. Wir wollen Habicht, Wiesel, Fuchs und Co. nur ans Leder, weil wir deren Beuteanteile selbst schlagen und kröpfen wollen." Bruno Hespeler, Jagdautor, "Raubwild heute"

 


 

. . . . egal wie:    Hauptsache töten -

Nur zwei Argumente, die einmal mehr die Unfähigkeit beweisen:

 

"Ich selbst fange schon seit 50 Jahren in meinem Revier Fuchs und Marder mit dem großen Schwanenhals. Bei sachgemäßer Aufstellung der Falle wird der Fuchs blitzartig durch Genick- und Drosselschlag getötet. Gewiss kann es auch hier gelegentlich zu einem Brantenfang* kommen, ganz besonders bei Frost, wenn die Falle mit Verzögerung zuschlägt. Was ist aber qualvoller für den Fuchs? Ein paar Stunden mit der Brante im Eisen gefangen zu sein, oder einige Schrote durch einen schlechten Schrotschuss  in den Weichteilen zu haben und nach Tagen qualvoll zu verenden?"  ( Hugo Kieferle, Die Pirsch Ausg. 9/1989)

 

(Anm.:  tolle Alternativen.!!!  Aber was kann man anderes aus solchen Köpfen erwarten?
 

"Brantenfang" bedeutet übrigens: 

Das Tier gerät mit seinen Läufen in die Falle. Die Läufe werden eingeklemmt oder sogar abgetrennt. 

Es kann nicht mehr fliehen und leidet einen qualvollen Tod. Stunden-, oder tagelang.

 

---- So wie auf diesen Bildern, könnte es auch ein Fuchs, ein Hund oder eine Katze sein ----

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Walter Hoffmann

Was hat ein solches Verhalten noch mit Hege und Pflege zu tun?

Wo ist hier der normale Menschenverstand, das Mitgefühl für Tiere?

Sind solche Menschen, die so handeln und in Kauf nehmen, das sich ein Tier tagelang quält, noch normal?

Man muss doch schon wirklich eine starke Neigung zu Tierquälerei besitzen, um so etwas zu tun.

 


 

Kommentar:

Zur "waidgerechten" Ausübung der Jagd gehört nach Ansicht der Jäger auch das Aufstellen von Fallen zur Dezimierung von "Raubwild" und "Raubzeug". Als "Fehlfänge" geraten jedoch immer wieder gefährdete Tierarten in die aufgestellten Fallen. Für spielende Kinder und Spaziergänger sind sie ebenfalls eine große Gefahr. Die vom Bundesjagdgesetz geforderte sofortige Tötung kann mit keiner Falle garantiert werden - auch nicht mit den angeblich sicheren Abzugseisen, die bei Aufnahme des mit dem Abzug verbundenen Köders zuschlagen. Tiere, die zu groß für die aufgestellten Fallen sind, werden zu weit vorn erfasst, langsam erwürgt und erstickt. Tiere, die zu klein für die betreffenden Fallen sind, werden zu weit hinten getroffen und querschnittsgelähmt. Die Fallenjagd muss auch deshalb grundsätzlich in Frage gestellt werden, weil für die Tötung der in dieser Form bejagten Tiere - "Raubwild" und "Raubzeug" - der im Tierschutzgesetz geforderte "vernünftige Grund" fehlt. Denn aus ökologischer Sicht ist die Dezimierung von Beutegreifern vollkommen unsinnig, und der menschlichen Ernährung dienen die erbeuteten Tiere ebenfalls nicht.

 

Reduzierung von Wildbeständen
Tatsache ist, dass es unter Umständen geboten sein kann, die von den Jägern in den vergangenen Jahren künstlich aufrechterhaltenen hohen Wildbestände zu reduzieren, um den Tieren die Möglichkeit zu geben, sich den Lebensraumbedingungen anzupassen. Es ist allerdings fraglich, ob man die dafür notwendigen Maßnahmen denjenigen überlassen sollte, die ein Eigeninteresse daran haben, Tiere zu erlegen.

 

Die Diskussion darum, Bestandsgefährdete Tierarten wie Auerwild, Birkwild, Steinwild, Schneehase, Dachs oder Iltis, die bundesweit in der Roten Liste aufgeführt sind, aus der Liste der jagdbaren Arten zu streichen und sie dem Naturschutzrecht zuzuordnen, hat gezeigt, wie schwer es den Jägern fällt, das ökologisch Notwendige zu tun und zum Wohl der Allgemeinheit auf persönliche Privilegien zu verzichten. Selbst in Naturschutzgebieten wird immer noch gejagt. Dabei sollte die Natur wenigstens in diesen Schutzgebieten eine Chance zur Selbstregulation erhalten. Jäger legitimieren die Jagd auf z.B. Füchse auch mit der Angst der Menschen vor Krankheiten wie der Tollwut oder heutzutage dem Fuchsbandwurm. Revierbildende Arten wie der Fuchs regulieren ihren Bestand selbst. Der Besitz oder Nicht-Besitz eines Reviers bestimmt die Nachkommenzahlen. Nach verschärfter Jagd nehmen die Kämpfe um freigeschossene Reviere zu. Diese Kämpfe wiederum können zu einer verstärkten Ausbreitung der Tollwut führen. Durch die Jagd auf Füchse werden auch solche Individuen getötet, die bereits geimpft oder resistent sind. Die Gefahr einer weiteren Tollwutausbreitung steigt.
 

 

Veraltete Tradition ist kein Garant für das moralisch Richtige !

 

JAGD IN DER VERGANGENHEIT

Sehr "männliche" Jäger begründen ihr Tun heutzutage oft mit einem angeblichen Trieb und der Behauptung,

dass es die Jagd schon immer gegeben habe. Aber der Mythos vom jagenden Mann als Ernährer ist Betrug.

Über 80% der Nahrung wurden schon in der fernen Vergangenheit überwiegend von Frauen und Kindern gesammelt. Jagd, eine brutale "Nebensache", die zum größten Teil nicht der Ernährung, sondern wohl eher der Darstellung "männlicher" Macht diente. Mit dem Aufkommen von Landwirtschaft und Tierzucht führte die Jagd zur Ausrottung von Bär, Wolf und Luchs. Im Mittelalter beanspruchten "adlige" Herrscher (/innen) das Jagdrecht für sich und entwickelten Jagdformen wie z.B. das "Fuchsprellen". Hierbei wurde ein an Bändern hängender Fuchs so lange in die Luft geschleudert, bis er schließlich vollkommen erschöpft von Hunden zerrissen wurde. In Frankreich entstand die Parforcejagd auf Hirsche, in England die Fuchsjagd mit Hundemeuten, die noch heute in diesen Ländern praktiziert werden. Der einzige Grund für diese Jagdformen war und ist die Lust am Leiden der Tiere, Lust am Töten. Auch nach der Verbürgerlichung der deutschen Jagd als Folge der Revolution von 1848 änderte sich daran nichts Maßgebliches. Während der Naziherrschaft wurde der Großteil der auch heute noch gültigen Jagdprinzipien zum Gesetz im deutschen Reich: "Hege", das Selektieren und Ermorden angeblich zu schwacher oder überzähliger Tiere, Vernichtung angeblicher Schädlinge, ...

 

GEGENWART DER JAGD

Noch heute gibt der Großteil der ca. 326.000 Jäger/innen in Deutschland als Hauptgrund zu Jagen die Freude oder "Lust" am Nachstellen und Töten der Tiere an, das "Beutemachen". Jagd ist Teil eines Weltbildes, das auf Hierarchien beruht, auf HERRschaft über Menschen, Tiere, die ganze Natur. Die überwiegend reichen, zu über 95% männlichen, deutschen Jäger und wenigen Jägerinnen, berufen sich zum Teil auf Jagdtraditionen aus der Nazi-Zeit, machen Jagdreisen im Stil deutscher Kolonialherren und beschimpfen Jagdgegner mit rassistischen und sexistischen Parolen.

Am deutlichsten wurde ein Jäger kurz bevor er abdrückte mit den Worten:

"Ein Reh hat Augen wie ein 16jähriges Mädchen." 

 

(Anmerkung):   Ich zitiere hier dazu einmal die bekannte Buchautorin Karin Hutter, die da sagte:

"Ein Jäger liebt die Natur,  wie der Vergewaltiger sein Opfer"

 

JAGD IST KRIEG!

In der BRD sterben durchschnittlich mehr als 15.000 Wildtiere pro Tag durch die Gewehre und Fallen deutscher Jäger. 1.010.351 Rehe, 550.313 Hasen, 706.127 Wildkaninchen, 349.998 Fasane, 512.586 Wildenten, 537.539 Füchse. Von den Mörder/innen nach deutscher Tradition sauber in Statistiken aufgeführt.  Auch Katzen und Hunde werden von Jäger/innen gnadenlos bejagt. Hans Behnke, Autor des Buches "Jagdbetriebslehre" und 1974 für sein Schaffen vom "Deutschen Jagdschutz Verband" (DJV) geehrt, meint, der Mensch müsse den Katzen als "Geißel der Wildbahn den Krieg erklären" und fordert zusätzlich, dass Katzen im Alter von zwei bis drei Jahren ablieferungspflichtig zur "humanen Tötung" werden sollten. Andere Waidmänner loben die Leistungsfähigkeit von Fallen - während die intelligenten Füchse nur unter Schwierigkeiten darin zu fangen sind, seien Katzen weitaus effektiver mit einem Ring aus Scherenfallen um eine Ortschaft herum zu "bekämpfen". Ebenso werden angeblich "wildernde" Hunde ermordet. Teilweise haben Jäger schon Hunde erschossen, die an der Leine oder den begleitenden Menschen eine Wegbiegung voraus waren. Auch Altgewordene Jagdhunde sterben meist bei so genannten "Jagdunfällen".

 

 

JAGD IST KEIN NATURSCHUTZ!

Jägerische "Hege und Biotoppflege" ist ein gravierender Eingriff in die Natur:
- Fütterung, teilweise mit vorbeugenden Medikamenten versetzt, um mehr Tiere zum Abschießen zu haben,
- Manipulation natürlicher Lebensräume, um Platz für "jagdbare" Tierarten zu schaffen,
- das Aussetzen von eigentlich hier nicht vorkommenden Tierarten als leichte Jagdbeute, zum Beispiel Fasane,
- Tonnen von Blei aus Schrotpatronen, ...

Für die Jäger/innen wurde es schwer ihre Mordlust, die sie sich 1993/94 über 1 Milliarde Mark kosten ließen, zu rechtfertigen. Tradition ist ein äußerst fragwürdiges Argument, denn auch andere Formen von Ausbeutung, Folter und Krieg haben Tradition, besonders in Deutschland, sind aber unserer Meinung nach durch nichts zu rechtfertigen. Wohl um sich ein zeitgemäßes Image zu geben, wurde die "traditionelle" Argumentation von der Jägerschaft durch ökologische (Schein)-Argumente ergänzt.

 

JAGD IST KEIN TIER- UND ARTENSCHUTZ!

Jäger behaupten nun in mehrfarbigen Werbebroschüren, dass die Jagd notwendig ist, da sich sonst nichtmenschliche Tiere unkontrolliert vermehren und andere ausrotten würden. Im Bereich der Ökologie gilt allerdings als erwiesen, dass eine Tierart eine andere schon seit langem mit ihr zusammenlebende Art, nicht ursächlich ausrotten kann. Gegen so genanntes "Raubzeug" und "Raubwild" betreiben Jäger einen Vernichtungsfeldzug, weil diese Tiere für sie eine Konkurrenz darstellen. Heinrich Spittler, ein Sprecher des "Deutschen Jagdschutz-Verbandes" (DJV) behauptet zum Beispiel die Füchse wären schuld am Aussterben der Hasen. Selber jagende Gutachter wie zum Beispiel Dr. Heribert Kalchreuter und Prof. Paul Müller sind Urheber solcher unsinnigen Behauptungen. Dort wo die Anzahl der Hasen stark zurückgegangen ist, sind es Menschen die dies verursacht haben. Zum Beispiel durch die Zerstörung von Hasenlebensräumen als Folge industrieller Landwirtschaft, durch die Verbreitung giftiger Chemikalien und auch durch die Jagd. Obwohl Füchse sich nur zwischen 0-10% von Hasen ernähren und ein Großteil ihrer Nahrung aus Mäusen und Pflanzen besteht, wird ihnen von Jäger/innen die Schuld zugeschoben, wenn so genannte "jagdbare" Tierarten im Bestand abnehmen. Entgegen den Behauptungen von Jäger/innen vermehren sich auch die Füchse nie "über Gebühr". Ihre Nachwuchszahlen richten sich nach Nahrungsangebot und der Anzahl der auf einem Gebiet schon lebenden Füchse. Wenn Füchse bejagt werden, brechen ihre Sozialgemeinschaften auseinander. Dadurch werden erheblich mehr Füchsinnen schwanger und bringen Nachwuchs auf die Welt. Wie schnell sie sich so vermehren können, dokumentieren die "Ergebnisse" von in den 70er Jahre in Deutschland durchgeführten grausamen Fuchsvergasungsaktionen: Obwohl es das Ziel war die Füchse in einigen Regionen sogar auszurotten, "gelang" es den hinterhältigen Mörder/innen noch nicht einmal, ihre Anzahl auf Dauer auch nur zu reduzieren! Obwohl Jäger/innen verantwortlich für die Ausrottung zahlreicher Tierarten waren und immer noch sind (Beispiel Jagdtourismus,...), stellen sie sich als die Bewahrer/innen des "ökologischen Gleichgewichts" hin. Sie sorgen sich aber nicht um die bedrohte Natur, sondern sind Teil der Vernichtungsmaschinerie. Immer wieder werden einzelne Tierarten für Naturzerstörung verantwortlich gemacht, zu "Schädlingen" erklärt und gnadenlos vernichtet: Rehe werden als Waldschädlinge dargestellt, weil sie durch "Verbiss" teilweise die Verjüngung von Waldgebieten verhindern können. Eine angebliche Überpopulation sollen dann gerade die Jäger/innen wieder ausgleichen, die durch die Verfütterung von Kraftfutter im Winter (teilweise aber auch in anderen Jahreszeiten) die Anzahl der Rehe künstlich hochhalten. Manchmal wird dieses Futter auch noch vorbeugend mit Medikamenten versetzt, um sicherzustellen, dass in der kommenden Jagdsaison besonders prächtige "Trophäen geerntet" werden können, wie Jäger das Ermorden der Tiere nennen. Bei Studien mit Verwandten des europäischen Rothirsches, den Sikahirschen in Nordamerika, stellte sich heraus, dass nach der Beendigung der Jagd die Anzahl der Tiere schlagartig zurückging. Außerdem sind bei der heutigen Monokulturwirtschaft, die auch in Waldgebiete "fortgeschritten" ist, angebliche "Überpopulationen" vorprogrammiert und von Menschen gemacht. Auch Enten müssen um Ihr Leben fürchten, weil sie angeblich für die Gewässerverschmutzung verantwortlich sind. Jedes Jahr kommt es deshalb an Teichen, Seen und Flussläufen zu regelrechten Massakern. Jäger/innen betreiben mit der Flinte Gewässerschutz. Genau die, die für "Gewässerverschmutzung" hauptsächlich verantwortlich sind, denn die Gifte stammen zum größten Teil aus Industrieanlagen und aus der Landwirtschaft (z. B. Pestizide und Unmengen Gülle aus der so genannten "Tierproduktion",...). Sogar den "Schutz von Singvögeln" geben Jäger/innen an, um das Ausschießen von Krähennestern zu rechtfertigen. Die Tierarten und die Vorwürfe gegen sie sind austauschbar. Jäger/innen wollen jagen, wer/welche auf der "Strecke" bleibt ist ihnen egal (natürlich nur solange die "Trophäe" stimmt). Sie machen vermeintlich Schwächere und Wehrlose, in diesem Fall die Tiere, zu wortwörtlichen "Sündenböcken" um von sich selbst abzulenken. 

 

JAGD SCHÜTZT NICHT VOR "SEUCHEN"

Statt die Tier-Individuen zu respektieren und sie in Ruhe zu lassen, werden sie als gefährliche Meuten dargestellt, als Massenpopulationen,

die bekämpft werden müssten. Jäger/innen versuchen auch der Bevölkerung Angst, vor angeblich von wilden Tieren ausgehenden Seuchen,

zu machen. Im selben Atemzug stellen sich die Jäger/innen dann als Retter/innen der bedrohten Menschheit dar, die die "bösen",

"kranken" Tiere erschießen. Aber Tatsache ist: Die Jagd verringert nicht das Auftreten von Seuchen, sie trägt sogar noch dazu bei,

dass sie sich schneller verbreiten. Wie schon vorher dargestellt zerstört Jagd die sozialen Strukturen vieler Tierarten und bewirkt beim

Beispiel Fuchs, dass es viel mehr Nachwuchs und in Folge dessen auch viel mehr junge, Reviersuchende Füchse gibt. Dabei legen

sie größere Strecken zurück und haben öfter Kontakt mit Artgenossen, wobei dann Krankheiten übertragen werden können.

Im jagdfreien Gebiet des Nationalparks Berchtesgaden gibt es die Tollwut nicht. Bei Grafenau im Bayerischen Wald wurde die

Fuchsjagd probeweise eingestellt, mit dem Ergebnis, dass die Tollwut bereits nach kurzer Zeit erlosch.

  

DER TERROR HAT METHODE :

 DIE JAGDARTEN

Im Krieg gegen die Tiere verwenden die Jäger verschiedene Taktiken. Wir versuchen diese nachfolgend darzustellen. Ein genauerer Eindruck kann unter anderem durch das Studieren von Jägerzeitungen, Jagdbüchern oder Jägerforen vermittelt werden.

 

GESELLSCHAFTSJAGDEN:

Bei diesen Jagden, die überwiegend im Herbst und Winter stattfinden, versammeln sich bis zu 50 und in Ausnahmefällen auch mehr Wildtierliebhaber. Diese Jagden werden vorher geplant; Einladungen an alle Teilnehmenden verschickt. Sie beginnen meist am frühen Vormittag (meistens am Samstag), und ziehen sich über mehrere so genannte "Treiben", oft durch eine Mittagspause unterbrochen. Die Jäger versammeln sich frühmorgens an Kneipen (z.B. "Hubertuskrug",.) auf Privathöfen oder ähnlichem. Auffällig sind die oft teuren Autos (Jeeps, Mercedes), Anhänger mit Gestellen für ermordete Tiere und eventuell Trecker mit Planwagen, in denen die Mörder von Treiben zu Treiben kutschiert werden.

 

TREIB- UND DRÜCKJAGD :

Bei diesen Gesellschaftsjagdformen werden die Tiere durch Gruppen von Treiber/innen mal mit Lärm (Treibjagd), mal durch leises Durchgehen des Gebietes (Drückjagd), aus den Verstecken vor die Flinten der wartenden Jäger/innen getrieben. Dabei werden auch Hunde eingesetzt.

Hochsitze, Kanzeln, Schirme und ähnliche Jagdeinrichtungen werden im Wald oft als Standorte der Jäger/innen benutzt, die meistens in einer Reihe in Sichtweitenabstand zu finden sind. Bei Feldtreiben sind die Jäger/innen meistens an den Rändern, eventuell bei Bäumen und Büschen postiert.

 

Wenn Tiere von einem Geschoß getroffen werden, aber wie es oft vorkommt, nicht sofort sterben, bleiben sie bis ans Ende des Treibens liegen, um dann nach langen Qualen mit Handkantenschlägen oder "Fangschuss" getötet zu werden. Das gebietet das ungeschriebene

Gesetz der deutschen Jäger/innen, die "Waidgerechtigkeit". Nach dem Ermorden werden die Tiere von den Jägern zerstückelt (das so genannte "Aufbrechen"). Die Jagd endet damit, das alle umgebrachten Tiere zur "Strecke" gelegt, mit Jagdhörnern "verblasen" und die Todesschützen geehrt werden.
Bei der STREIFE, die vor Allem in übersichtlichem Gelände (Äcker, Felder,...) angewendet wird, geht eine Reihe Treiber mit Jägern durchsetzt durch ein Gebiet. Zum Aufscheuchen der Tiere (Hase, Fasan,...) werden auch Jagdhunde eingesetzt. Die Jäger schießen auf die flüchtenden Tiere. Bei größeren Jagden in unübersichtlichen Gegenden benutzen die Jäger teilweise Funkgeräte zur Koordination mit den weiter entfernten Treibern. Die traditionelle aber immer noch übliche Methode zur Steuerung dieser Jagden sind Jagdhorn-Signale. Es kommt vor, dass Mischformen der Jagdarten benutzt werden.

 

EINZELJAGD :

ANSITZJAGD
Diese Jagdform steht für das Erschießen der Tiere aus Verstecken wie Hochsitzen, Schirmen, Erdlöchern oder hinter Sträuchern (wortwörtlich wie Heckenschützen). Über längere Zeit sitzen die Jäger während der Morgen- und Abenddämmerung in ihren Verstecken. Teilweise wird auch in (mondhellen) Nächten gejagt, besonders in "Feldrevieren" um angebliche "Wildschäden" auf Äckern zu verhindern. Als Standorte fester "Ansitze" werden Plätze in Schussnähe von Tierpfaden (so genannte "Wechsel"), Suhlen, am Rand von Tierverstecken (so genannte "Dickungsränder") und dort, wo Tiere ihre bevorzugte Nahrung finden, z.B. angelegte "Wildäsungsflächen", Futterkrippen und ähnliches genannt.

PIRSCH (SCHLEICHJAGD)
Als "Krone aller Jagdarten" bezeichnen Jäger die PIRSCH, die aber nur sehr selten durchgeführt wird. Bei dieser Jagdart schleicht sich der Jäger bis auf Schussentfernung an ein Tier heran. Als bester Zeitpunkt nennen die Mörder die frühen Morgen- und Abendstunden nach einem Regenschauer, eventuell auch ruhige, sonnige Mittagsstunden (nicht bei Frost).

SUCHE, STÖBERJAGD, BUSCHIEREN
Diese Begriffe bezeichnen Jagd mit Hunden im Feld und im Wald. Die Hunde werden benutzt, um andere Tiere aufzuspüren oder sogar vor die Flinte des Jägers zu treiben.

BAUJAGD
Bei dieser Jagdart werden Tiere auf Tiere gehetzt und langer Qual ausgesetzt. Bei der Baujagd auf Fuchs und Dachs werden Hunde in den Bau geschickt. In der Enge des Baus entbrennt ein Kampf zwischen den Tieren, Füchse fliehen oft aus dem Bau, wo die Mörder warten. Dachse und Hunde verbeißen sich ineinander und Hund und Dachs werden vom Jäger ausgegraben (wenn sie es schaffen). Der Dachs wird ermordet. Bei der Baujagd auf Kaninchen werden Frettchen (zahme Iltisse, eine Marderart) eingesetzt, die die Kaninchen aus dem Bau treiben sollen, damit die Jäger sie erschießen können. Als besonders "geeignet" beschreiben die Grünröcke Tage mit trübem, windigen Wetter.

LOCK-, RUF- UND REIZJAGD
Bei diesen Jagdartenwerden Tiere durch Tierattrappen (oder lebendige, gefesselte), durch von Jägern nachgeahmte Tierlaute oder durch speziell angelegte Futterplätze angelockt. Die Jäger verstecken sich z.B. in Gräben oder Büschen, ... Füchse werden unter anderem mit Strohgefüllten Steinhaufen, in denen sich Mäuse einnisten (so genannte "Mäuseburgen") oder durch Nachahmen des so genannten "Mäusezwitscherns" angelockt.  

Obwohl verboten, wird in vielen Jagdbüchern die Verwendung von zuvor geschossenen Katzen als Fuchsköder empfohlen.

 

FALLENJAGD
Mit der Fallenjagd versuchen die Jäger unter anderem Fuchs, Marder, Iltis, Waschbär, Katze und Krähen zu fangen und zu ermorden. In Deutschland sind Fallen erlaubt, die angeblich "sofort töten" oder "unversehrt fangen". In der Realität kommt es aber oft vor, dass Tiere durch Fallen schwer verletzt, aber nicht getötet werden (z.B. wenn Marder in für Füchse gestellte Fallen geraten oder wenn Tiere nicht, wie von den Herstellern geplant, sondern z.B. mit der Pfote statt mit den Zähnen an den Köder gehen). Sogar Tötungstests wurden mit Fallen gemacht. Das Ergebnis dieser "humanen" Grausamkeit zeigte bei der "Conibear-Falle", die im Laborversuch zu 99% tödlich war, dass sie im Freiland "nur" 12% der Tiere tötete.


 

Aber auch angeblich "unversehrt fangende" Fallen bedeuten Qualen und Tod für die Tiere. Wenn sie von dem Jäger entdeckt werden, erwartet die Tiere folgendes Ende, (Zitat aus einem Jagdbuch):

"Das im Sack gefangene Tier wird kräftig auf die Erde geschlagen und damit getötet; bei größeren Kreaturen, z.B. Katze, schießt man auf das im Sack gefangene Tier mit Schrot oder (...) mit der Kleinkaliberwaffe in die Öffnung der Kastenfalle."

 

Die Fallen sind oft an Orten aufgestellt, die die Tiere zwangsläufig passieren (Zäune, Bachübergänge, trockene Gräben ...). Fast grundsätzlich werden sie "verblendet" , das heißt mit Reisig und ähnlichem verkleidet. Bei versteckten Fallen wird ein Stock verwendet, um den Zustand der Falle zu kontrollieren. An der Position des Stockes ist auch aus einiger Entfernung zu erkennen, ob die Falle voll oder leer ist.

Anm.:  soviel zu:  Tierliebe, Naturschutz, Mitgefühl oder Waidgerechtigkeit

 

 

 


 

 

Die Vogelgrippe.

Ein weiteres ersonnenes Motiv der Jägerschaft, um Tiere ermorden zu können

Hier mal ein kurzer Einblick in die Realität

"Wie Steiof glauben viele Experten, dass nicht die Vogelzugrouten sondern die Lieferwege des internationalen Handels mit Geflügel und Geflügelprodukten der Pfad sind, auf dem das Virus seinen Siegeszug über die Kontinente fortsetzt"
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,491170,00.html


VIREN-VERGLEICH
Vogelgrippe-Erreger könnten aus Tschechien stammen
Die Vogelgrippe wurde wahrscheinlich über den Geflügelhandel von Tschechien nach Deutschland eingeschleppt. Experten werfen Gesundheitspolitikern nun vor, durch Festhalten an der Vogelzug-Hypothese wertvolle Zeit im Kampf gegen die Tierseuche verloren zu haben.

Berlin - "Das in Nürnberg isolierte Virus ist zu mehr als 99 Prozent identisch mit dem in Tschechien aufgetretenen Virus", sagte Agrarstaatssekretär Gert Lindemann am gestrigen Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Es seien Handelsbeziehungen zwischen einem Betrieb in der Nähe des Ausbruchsorts in Tschechien zu einem Betrieb 50 Kilometer von Nürnberg festgestellt worden.

DDP
Warnschild am Ortseingang von Frohburg (Sachsen): Falsche Hypothese über Erreger-Ausbreitung?
In Nürnberg wurden die auch für den Menschen gefährlichen H5N1-Viren bisher bei acht Wildvögeln nachgewiesen, in Sachsen bei drei Schwänen. "Wir untersuchen sämtliche Handelswege zwischen Franken und Tschechien", sagte Staatssekretär Lindemann. Dies sei wichtig, um Nutzgeflügel zu schützen.

Experten am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems hatten die Erbinformationen der Erreger verglichen. "Der Grad an Übereinstimmung weist auf einen gemeinsamen, bisher nicht identifizierten Ursprung beider Viren hin", teilte das FLI am heutigen Donnerstag mit. Ob es eine direkte Verbindung zwischen den Ausbrüchen in Tschechien und Bayern gebe, sei bisher nicht bekannt. Wissenschaftler des Instituts untersuchen derzeit auch die Erbinformation von Viren aus dem sächsischen Ausbruchsgebiet.

In Tschechien gab es unterdessen neue Vogelgrippe-Fälle. In einem Geflügelzuchtbetrieb mit fast 28.000 Hühnern wurde bei 60 Tieren das Virus H5N1 festgestellt, berichtete am gestrigen Mittwoch die zuständige Behörde für Veterinärmedizin. Der Betrieb im Ort Norin liegt rund vier Kilometer von einer Truthahnfarm entfernt, wo das Virus vor einer Woche nachgewiesen worden war.

Experten kritisieren mittlerweile, dass deutsche Politiker und ihre wissenschaftlichen Ratgeber bei der Erforschung der Vogelgrippe-Ausbreitung wertvolle Zeit verloren hätten. Man habe allein auf die Vogelzug-Hypothese gesetzt und so von anderen Spuren abgelenkt, beklagte Franz Bairlein, Leiter des Wilhelmshavener Instituts für Vogelforschung.

Als im Februar 2006 die Vogelgrippe erstmals in Deutschland aufgetreten war, waren die Schuldigen schnell gefunden: Zugvögel mussten es gewesen sein, die die tödliche Fracht quasi als blinde Passagiere auf ihren langen Flügen aus den sibirischen Brutgebieten in die Überwinterungsquartiere an der deutschen Ostsee eingeschleppt haben, hieß es unisono.

Handelswege statt Vogelzugrouten
Das Auftreten der Vogelgrippe in zwei Bundesländern mitten im Sommer und der neue Vergleich mit Viren aus Tschechien nährt Zweifel an der Theorie, die auch für den Menschen gefährliche Tierseuche verbreite sich vor allem über den Vogelzug. "Die Zuweisung zu Wildvögeln halte ich für falsch, und sie hat uns viel Zeit gekostet", sagt der Chef der Artenschutzabteilung im Berliner Senat, Klemens Steiof. "Viel Zeit ist verstrichen, ohne dass wir heute schlauer sind als zuvor", lautet sein Fazit.


DIE VOGELGRIPPE
a.. Virus
b.. Symptome
c.. Gefahr für Menschen
d.. Behandlung


DDP

Die Vogelgrippe, auch als Aviäre Influenza bekannt, ist eine hochansteckende Viruskrankheit und befällt vor allem Hühner und Puten, aber auch Wildvögel, Fasane und Perlhühner. Der Virusstamm H5N1 ist eine besonders aggressive Variante, die bei 80 bis 100 Prozent der erkrankten Tiere innerhalb weniger Tage zum Tod führt. In seltenen Fällen können sich auch Menschen anstecken. Weltweit wurden bisher über 300 solcher Fälle festgestellt, die meisten in Asien. Fast 200 Menschen starben. Die meisten hatten beruflich mit Geflügel zu tun.

Übertragen wird die Seuche von Tier zu Tier durch direkte Berührung, über Kot, Speichel und Tränenflüssigkeit oder über Kontakt mit infiziertem Material wie Transportkisten oder Eierkartons. Bei starker Staubentwicklung ist auch eine indirekte Ansteckung über die Luft möglich. APDie Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt meist 3 bis 14 Tage. Oft treten hohes Fieber, Atemwegsprobleme, Schwarzfärbung von Kamm und Kehllappen, Mattigkeit, Fressunlust, verminderte Legeleistung undDurchfall auf. Die Tiere können aber auch plötzlich tot umfallen oder ersticken.


AP-Forscher sind besorgt, dass H5N1 mutieren könnte, bis es von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Neuere Forschungsergebnisse bestätigen diese Befürchtung: Der Subtyp H1N1, der von 1918 bis 1920 als Spanische Grippe grassierte und bis zu 50 Millionen Tote forderte, war ein reines Vogelvirus, das sich an den Menschen angepasst hat. Denkbar ist auch eine Doppelinfektion eines Menschen oder eines Schweins mit menschlichen und tierischen Erregern. Dabei könnte sich eine Virus-Variante bilden, die eine verheerende weltweite Seuche - eine sogenannte Pandemie - auslösen könnte.

Zwei Medikamente können Menschen im unwahrscheinlichen Fall einer H5N1-Infektion helfen: Die antiviralen Medikamente Tamiflu (Roche) und Relenza (GlaxoSmithKline). Tamiflu gibt es als Tablette oder Saft, Relenza als Pulver, das inhaliert wird. Sie werden auch Neuraminidase-Hemmer genannt. Neuraminidase ist eine Eiweißstruktur an der Virushülle. Wird diese Struktur von den Medikamenten blockiert, können neu gebildete Influenza-Viren die Wirtszelle nicht mehr verlassen und sich daher nicht weiter im Körper ausbreiten. Die deutschen Bundesländer haben 2006 beschlossen, mehr als acht Millionen Dosen beider Medikamente als Vorsichtsmaßnahme kaufen. Sie sollen die Monate zwischen einem Pandemie-Ausbruch und der Entwicklung eines Impfstoffs überbrücken.

Wie Steiof glauben viele Experten, dass nicht die Vogelzugrouten sondern die Lieferwege des internationalen Handels mit Geflügel und Geflügelprodukten der Pfad sind, auf dem das Virus seinen Siegeszug über die Kontinente fortsetzt. Ausgehend von Südostasien erreichte das H5N1-Virus, dem dort Hunderttausende Vögel und - bedrohlicher - bis heute annähernd 200 Menschen zum Opfer gefallen sind, im vergangenen Jahr 13 europäische Staaten. Darunter auch Deutschland, wo mit den neuen Fällen in Nürnberg und Sachsen 353 Fälle amtlich bestätigt sind.

"Es gibt praktisch keinen Vogelzug zu dieser Jahreszeit", sagte Steiof. "Es ist höchste Zeit, nun zu untersuchen, wo im Öko-System sich das Virus ausbreitet. Das ist im letzten Jahr versäumt worden." Für wahrscheinlichere Überträger als die auch von Agrarminister Horst Seehofer lange favorisierten Wildvögel halten viele Experten Zuchttiere oder illegal gehandelte Wildvögel. Auch die Ausbreitung der Seuche von Ungarn nach England sei eindeutig auf den Export von Truthahnfleisch zurückzuführen, sagte Steiof.

Der Ornithologe Bairlein fürchtet, dass sich die Vogelgrippe mittlerweile fest in der Wildvogelpopulation etabliert hat und dass auch Vögel das Virus in sich tragen, ohne unmittelbar daran zu sterben. Die immer neuen Funde zeigten dies "schlaglichtartig". Bairlein beklagte mangelndes Grundlagenwissen, um Strategien gegen ein Übergreifen auf Zuchtbestände und somit auf die Nähe des Menschen zu verhindern.

hda/dpa/Reuters