Viele Angaben nicht erfasst

 

Die so genannte „Jahresstrecke“, also die Anzahl der vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) gemeldeten jährlich getöteten Wildtiere ist nach Einschätzung von www.jagdaberfair.de, einer Tierschutzinitiative mit Schwerpunkt Jagd, vollkommen falsch und untertrieben.

Die Statistik des Jagdverbandes gibt für das Jagdjahr 2009/10 etwas über fünf Millionen im Rahmen der Jagd getöteter Wildtiere an. Schon das ist eine unglaublich hohe Anzahl, wenn man bedenkt, dass nur ein kleiner Teil dieser Tiere überhaupt - zum Beispiel als Wildbret - „verwertet“ wird. Der Großteil der getöteten Tiere wird einfach entsorgt.

Die Wahrheit sieht viel schlimmer aus: ‘zigtausende Enten, Füchse, Bodenbrüter werden alljährlich im Rahmen der Jagdhundeausbildung getötet. Die Trefferquoten bei Bewegungsjagden (das Wild wird aufgescheucht und auf der Flucht erschossen) sind ausgesprochen gering. Dabei wird der weitaus größte Teil der Tiere nur verletzt und nicht aufgefunden. Diese Tiere verenden oft qualvoll nach Stunden oder Tagen. Bei der Jagd auf Wasservögel wird durch die breite Streuwirkung des Schrots ein weitaus größerer Teil der Tiere „nur“ verletzt und nicht getötet.

Umweltverbände gehen davon aus, dass jährlich etwa 2.000-4.000 Tonnen Blei in Deutschland verschossen werden. Das führt nicht nur zur Vergiftung von Böden und Gewässern, es führt auch dazu, dass bis zu 300.000 Tiere durch die Aufnahme von Blei beim Gründeln oder über die Nahrung den Gifttod sterben, darunter immer wieder der Seeadler. In den USA, den Niederlanden, Dänemark und Schweden ist die Verwendung von bleihaltiger Munition längst untersagt.

Einige hunderttausend Vögel, darunter Kormoran, Blässhuhn, Höckerschwan und Eichelhäher und ebenso Hunde und Katzen werden von vornherein nicht oder nicht systematisch erfasst und ein weiterer signifikanter Anteil wird aus Bequemlichkeit oder wegen des administrativen Aufwands nicht gemeldet.



 


 

Insgesamt dürften so ohne Übertreibung etwa 10 Millionen Tiere jährlich der Jagd zum Opfer fallen – das sind 28.000 Tiere pro Tag! Der Sinn insbesondere der Hobby-Jagd ist nicht nur heftig umstritten, es gibt auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die zu dem Ergebnis kommen, dass die Jagd zur Bestandsregulierung - und diese wird als Hauptargument der Jagd vorgebracht - nicht erforderlich ist. Wissenschaftler habe sogar nachgewiesen, dass die Jagd im Hinblick auf die Bestandsregulierung kontraproduktiv ist und zum Beispiel bei Fuchs und Schwarzwild zu erhöhter Fortpflanzungsdynamik führt.

Nun wäre auch die von http://www.jagdaberfair.de/ erstellte "Jahresstrecke" nicht vollständig, ohne die Toten Menschen zu erwähnen, die durch die Jagd umkommen oder verletzt werden. Bei Jagdunfällen werden im langjährigen Jahresdurchschnitt etwa 40 Menschen pro Jahr getötet und einige Hundert verletzt. Weitere 40 Personen werden bei Wildunfällen getötet und mehrere Tausend verletzt. Die hohe Anzahl der Wildunfälle (allein über 200.000 mit Rehwild) ist eine direkte Folge der so genannten Hege dieser beliebten Trophäenträger.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

04.03.2010     Grundthesen zur Jagd gehen online

 

 

Zwischen fünf und sechs Millionen Wildtiere werden jährlich von Jägern erlegt. Dabei dient nur ein Bruchteil der erlegten Tiere als Nahrung oder wird z.B. als Pelz verwertet.

Das Hauptargument für dieses Tun sei der Arten- und Naturschutz, argumentieren die Jäger und die Politik, die den Rahmen für dieses Massaker bietet.

Es gehe darum Bestände stabil zu halten und die bei uns fehlenden Prädatoren wie Wölfe und Bären zu ersetzen.


Bei dieser Argumentation schreien sowohl Wildbiologen als auch Tierrechtler und Tierschützer auf. Schockierend dabei ist, dass die Behörden,

die Abschusszahlen festlegen, keinerlei fundierten Erkenntnisse über die tatsächliche Bestands- noch über die angeblich hohen Schadenszahlen haben.

Bestandzahlen werden aus Abschusszahlen hochgerechnet. Eine Methode, die keinem wissenschaftlichen Standard entspricht.


Inzwischen ist hinlänglich wissenschaftlich bewiesen, dass diese vermeintliche Bestandsdezimierung die sozialen Strukturen im Tierreich zerstört und u.a. somit

die Tiere zu einer unkontrollierten Vermehrung anregt. Hinzu kommt, dass mit direkten oder indirekten Fütterungen in das natürliche Nahrungsangebot der Tiere eingegriffen wird, was gerade in den Wintermonaten zum Aussetzen der natürlichen Selektion führt. Am Ende ist genau das Gegenteil der ursprünglichen Absicht erreicht: die Bestände erhöhen sich.

Bei der Betrachtung der Strukturen in der Jägerschaft und dem Agieren der politischen Instanzen ist nur ein konsequenter Schluss möglich: die in Deutschland praktizierte Jagd ist eine Hobby- und Spaßjagd, bei der Trophäenkult, das gesellschaftliche Erlebnis und die Lust am Töten mit dem damit verbunden Ausleben von Machtgefühlen im Vordergrund steht.

Letzteres wird immer wieder durch Jägerberichte aus Insider-Kreisen bestätigt. Die Behauptung der Jäger, Jagd sei angewandter Naturschutz, verkommt dabei zur Farce.

Vielmehr ist festzustellen, dass Jagd oft mit Tierquälerei verbunden ist und in der Praxis oftmals feigem Mord an einem Mitlebewesen gleicht.

Diese Argumentation der Tierschützer erhält zunehmend Rückhalt durch Wildbiologen.

Die Jagd findet in einer von der Gesellschaft oft wenig gekannten und wenig beachteten Subkultur - Tradition genannt - statt, deren Handeln durch eine für diesen Bereich lobbyistisch geprägte Gesetzgebung legitimiert wird. Jagdunfälle und Fehlabschüsse, wenn z.B. bei einer Treibjagd ein Pferd oder eine Kuh erlegt wird, rütteln regelmäßig auf und rücken die Jagd für einen Moment in den Focus der Bevölkerung.


Wichtig ist auch zur erkennen, dass die Jagd keiner umfassenden behördlichen Kontrolle unterliegt. Der Jagdschutz obliegt den Jägern selbst, was einer Selbstkontrolle gleichkommt, die für ein demokratisches Gesellschaftssystem einen untragbaren Zustand darstellt. Jagdbehörden beschränken sich meist auf das Ausstellen von Jagdscheinen, die Registrierung von Abschusszahlen und werden wiederum häufig von Jägern geleitet, so dass Jagdvergehen und Gesetzesverstöße häufig unerkannt und ungeahndet bleiben.

Weiter kommt hinzu, dass Jäger jährlich mehrere tausende Hunde und zehntausende von Katzen wegen „Wilderei“ töten, was selbstredend so gut wie keine Akzeptanz findet.

Da bereits 2004 eine EMNID-Umfrage ergab, dass mehr als 76 Prozent der Bevölkerung der Jagd kritisch gegenübersteht oder diese vollends ablehnt, ist es letztendlich verständlich, arum sich Widerstand gegen die Jagd mehrt. Im Rahmen dieser Entwicklung haben nun führende Tierrechts-, Tierschutz- und Naturschutzorganisationen ein Thesenpapier unter dem

Titel Grundthesen zur Jagd erarbeitet, welches die Fakten rund um die Jagd kurz und knapp analysiert.

Aus diesen Thesen sind künftig weit reichende Forderungen abzuleiten, die der bisher praktizierten Jagd einen neuen Rahmen gewähren müssen.

Das Thesenpapier soll zum einen in der Bevölkerung eine noch höhere Aufmerksamkeit wecken – es besteht nach wie vor ein immenser Informationsbedarf – und zum anderen in die Diskussionen um die Jagdgesetzgebung eingreifen.

So wird z.B. in Rheinland-Pfalz zurzeit eine Landesjagdgesetznovellierung diskutiert, bei der jedoch zu erkennen ist, dass der Tier- und Naturschutz wieder weitestgehend auf der Strecke bleibt.

 


Die "Grundthesen zur Jagd" sind eine gemeinsame Bekundung von folgenden Organisationen und Initiativen:

 

 

Aktion Kirche und Tiere – AKUT e.V www.aktion-kirche-und-tier.de
Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt www.albert-schweitzer-stiftung.de
AnimalSpirit www.animal-spirit.at
Arbeitskreis-Tierschutz e.V. www.arbeitskreis-tierschutz.de
Hans-Rönn-Stiftung www.hans-roenn-Stiftung.de
Natur ohne Jagd e.V. www.natur-ohne-jagd.de
Ökologisch-Demokratische Partei www.oedp-baden-baden.de
PAKT e.V. (Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa) www.paktev.de
PeTA www.peta.de
pro iure animalis www.pro-iure-animalis.de
RespekTiere e.V. www.respektiere.at
SOS-Galgos www.sos-galgos.net
Tierschutzpartei www.tierschutzpartei.de
Tierrefugium Hanau www.tierrefugium-hanau.de
Tierherberge Donzdorf www.tierherberge-donzdorf.de
Tierheim Viernheim www.tierheim-viernheim.de
Vegetarierbund Deutschland www.vebu.de  

 

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Grundthesen zur Jagd:


Ökonomisch-ökologischer Rahmen

-  Agrarwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd auf der einen Seite sowie die Zersiedelung unberührter Naturlandschaft auf der anderen Seite sind primär verantwortlich für die drastische Reduzierung der Artenvielfalt.

 

-  Intensive Agrarwirtschaft raubt der Tierwelt den Lebensraum; überlebende Tiere werden durch ausufernde Bejagung sukzessive an den Rand des Aussterbens getrieben.

 

-  Die Forstwirtschaft ist an einer Gewinnmaximierung der Holzerträge orientiert. Das Schlagwort „Wald vor Wild“ definiert die Situation, Waldtiere sind der Störfaktor dieser Industrie. Waldschäden durch Verbiss sind nachweislich Vorwand, Wildtiere gewaltsam an einen nach wirtschaftlichen Interessen definierten Normbestand anzugleichen.

Die gesamte freie Natur wird zu einem Freiland-Industriekomplex umgebaut.


Psychologisch-pathologische Komponente

-  Felder und Wälder sind zum Teil in Privatbesitz, zum Teil in Staatsbesitz. Der Staat ist per Verfassung Sachwalter des Volksvermögens; Wildtiere gehören somit dem gesamten Volk und nicht einer Minderheit von Jägern, die sich zum alleinigen Nutzer der Tiere aufgeschwungen hat. „Naturschutz“ durch Jagd findet nicht statt, Trophäenkult und Schießvergnügen sind vorrangig. Die Jagd ist ein weitgehend lustbetonter und breit gestreuter Arten-Terrorismus.

 

-  Jagd ist die letzte legale Möglichkeit, in Friedenszeiten mit der Waffe ungestraft zu töten. Sie ist die letzte Möglichkeit, dem Tötungstrieb hemmungslos nachzugehen. Waffenbesitz birgt – wie Beispiele drastisch belegen – immer die Gefahr des Missbrauchs.

 

-  Anzutreffen sind in diesem Umfeld vorwiegend mental entsprechend gelagerte Individuen, denen Mitgefühlsfähigkeit hochgradig fehlt.

Ein Blick in Jägerzeitungen bestätigt dies und offenbart regelmäßig ein beängstigendes Tötungsvergnügen.

 

-  Der Neurologe und mehrfach ausgezeichnete Psychoanalytiker und Schriftsteller Paul Parin erklärte in seinem viel beachteten Buch „Die Leidenschaft des Jägers“ (Europäische Verlagsanstalt, 2003): „Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten.

Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt ... Und weil es sich bei der Jagd um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt – um ein Fieber eben –, geht es ... um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.“


Juristisch-strukturelle Komponente

-  Jagd ist in Strukturen eingebunden, die demokratische Regeln konterkarieren. Jäger sind oftmals Leiter der Jagdbehörden, entscheiden in eigener Sache über Auslegung, Anwendung und Sanktionen jagdlicher Vorgänge. Diese jagdfreundlichen Strukturen decken personell den gesamten gesellschaftlichen Bereich – vom Handwerker bis zum Minister – ab, ein Netzwerk, das den Beteiligten Vorteile und Abhängigkeiten garantiert.

 

-  Aufgrund dessen herrscht in den Wäldern weitgehend Rechtsfreiheit, Kontrollen der Jagd von behördlicher Seite finden so gut wie nicht statt.

Jagdschutz ist zurückdelegiert an die Jäger, so dass sich innerhalb des Staates ein autonomes, Selbstverwaltendes Interessensystem etabliert hat.

 

-  Die intensive Jagd – insbesondere auf Schwarz- und Rehwild – wird mit Schäden der Landwirtschaft und überhöhter Population begründet.

Es gilt ausdrücklich festzustellen, dass

1.    keine summarische Schadenserfassung bei den Behörden stattfindet,
2.    die Wildbestände völlig unbekannt sind und nur aus den Abschusszahlen hochgerechnet werden,
3.    selbst die Abschusszahlen nicht systematisch erfasst werden.

 

-  Behördlich-jagdliche Entscheidungen fallen nicht anhand fundierter Ermittlungen und Zahlenwerke, sondern unterliegen dem populistischen Kalkül

der anordnenden Behörde. Alternativen zur Bejagung werden nahezu nicht in Erwägung gezogen.

 

-  Auf Betreiben der Agrar- und Jagdlobby werden verstärkt revierübergreifende Treib- und Drückjagden durchgeführt, wobei jegliche Treibjagd tierquälerische

Komponenten enthält allein aus der Tatsache, dass ungenau getroffen und nahezu wahllos geschossen wird. Für revierübergreifende Maßnahmen existiert als Gesetzesgrundlage im Jagdrecht lediglich der §10a BJagdG. Diese Vorschrift sieht vor, dass zum Zwecke der Hege des Wildes revierübergreifende Hegegemeinschaften gebildet werden können. §1 Abs. 1 BJagdG unterscheidet dabei eindeutig zwischen „Hege“ und „Jagdausübung“.

Unter „Hege“ versteht das Gesetz den Schutz und die Pflege wildlebender Tiere, wohingegen sich die „Jagdausübung“ auf das Nachstellen, Fangen und Erlegen von Wild bezieht. Deutlich wird diese Trennung von „Hege“ und „Jagdausübung“, indem die Pflicht zur Hege beim Grundstückseigentümer verbleibt, auch wenn das Jagd-ausübungsrecht an die Jagdgenossenschaft abgetreten wird. Nach alldem gibt es keine gesetzliche Grundlage für die revierübergreifende Jagdausübung.

 

-  Keinerlei fundiertes Zahlenmaterial liegt für alle anderen Tierarten vor. Beispielsweise unterliegt die Fuchs- und Vogeljagd keiner Beschränkung durch Abschussbegrenzungen, sodass es dem einzelnen Jäger frei steht, nach Belieben zu jagen. Dieser Freibrief begründet einen nie gekannten Wildtierterrorismus durch Antianimalisten.

 

-  Die gewachsenen Sozialstrukturen vieler Wildtiere, vor allem der Wildschweine, werden durch Jäger zerschossen. Leittiere, welche die Vermehrungsraten kontrollieren, sind in den Rotten und Verbänden kaum noch vorhanden. Die Populationsdynamik ist durch den erheblichen und immer mehr zunehmenden Jagddruck enorm gestiegen.

 

-  Die Füchse, die in freier Natur monogam und reviertreu sind, werden zum Ortswechsel gezwungen, um sich neue Partner zu suchen, da die Paare durch die Jäger auseinander geschossen werden. So werden durch Zerstörung sozialer Tierstrukturen nicht nur neue Paarbildungen verursacht, jedes weibliche Tier befruchtet und damit die Geburtenrate erhöht, sondern auch verstärkt Krankheiten übertragen, welche angeblich durch die Jagd bekämpft werden sollen.

 

-  Die Vogeljagd, speziell die Enten- und Gänsejagd, verursacht eine undifferenzierte Tierselektion ohnegleichen. Der Vogel, der auf seinen länderübergreifenden Flügen den Nachstellungen in einem Jagdrevier entkommen ist, unterliegt den gleichen Verfolgungen auf seinen Stationen im nächsten und übernächsten Revier.

Diese Tiere sind dem lustorientierten Tierselekteur schutzlos ausgeliefert. Desaster in der Sozialstruktur betroffener Tierverbände und im Artengefüge ganzer Vogelbestände sind damit vorprogrammiert. Durch die Verwendung von Schrotmunition, die vielfach nicht sofort tödliche Steckschüsse mit inneren Verletzungen verursacht, erleiden jährlich Hunderttausende angeschossener Tiere einen langsamen, qualvollen Tod.

 

-  Für das reine Schießvergnügen gezüchtete und in Mitteleuropa ursprünglich nicht heimische Tiere wie z.B. Fasanen dokumentieren die pervertierte Auffassung von Tier- und Naturschutz. Auf der gleichen Ebene sind Winterfütterungen zu sehen. In forstlich nutzungsorientierten Stangenkulturen besteht ein ausgeprägter Mangel an Stauden, Buschwerk und Weichhölzern, sodass nur mit Hilfe der Zufütterung saisonal ungeeigneten Futters größerer Schaden im Forst verhindert und dabei gleichzeitig ein überhöhter Wildbestand zur weiterhin lohnenden Bejagung erhalten werden kann.

-  Absolut dekadent und morbide sind Auslandsjagden, in denen aus reiner Tötungsgier sowohl bestandsbedrohte und oft international streng geschützte

Arten als auch zahme Zuchttiere (z.B. Löwen) von pathologischen Tiertötern erlegt werden.


Ethisch-politische Komponente

-  Tiere sind Individuen, die Freude und Leid, Schmerz und Glück erfahren können, die Rechte besitzen und die als Mitgeschöpfe geachtet werden müssen.

Die Jagd widerspricht einem aufgeklärten, fortschrittlichen Verständnis von Natur und Tieren aufs Schärfste.

 

-  Die Menschheit hat sich per Selbsternennung und mit keiner naturwissenschaftlichen Logik in Einklang zu bringendem Selbstverständnis mit der Berechtigung ausgestattet, ohne Gewissensprobleme über die Interessen aller andersartigen Wesen (Arten) zu entscheiden, um diese nach Lust und Laune zu versklaven, zu töten, zu züchten und zu verändern. Die Jagd ist dabei nur eine kleine Facette dieses gigantischen anthropogenen Unfugs- und Unterdrückungssystems.

 

-  Das heutige Jagdgesetz ist aus der nationalsozialistischen Gesetzgebung hervorgegangen und in seinen Grundzügen bis heute gültig.

Unverkennbar tauchen faschistoide Komponenten wie Männlichkeit, Einheit, Stärke, Riten, Symbole und die „regenerative“ Kraft von Gewalt – umdefiniert als Gewalt gegen Tiere – auf. Gerade der exzessive Bezug zur Tradition stützt diese These.

 

-  Oft unterstützt faschistoides Gedankengut „rassisches“ Überlegenheitsgefühl und ethnische Verfolgung. Der humane Bezug hat sich bei der Jagd auf einen animalistischen Bezug transformiert und sich in einen, dem menschlichen Rassismus vergleichbaren, Antianimalismus gewandelt. Durch biologischen Ranghöhenwahn des Menschen, speziell des jagenden Menschen, gegenüber der Tierwelt ist ein faschistoider Artenselektionismus entstanden, der in einen gnadenlosen Terrorismus gegen Wildtiere ausgeufert ist. Gegenüber einigen Tierarten (z.B. Fuchs) und definierten Feindgruppen (sog. „Raubzeug“ und „Raubwild“) ist ein genozidales Handeln zu erkennen.

 

 

 

 

 


 

 

 

Tierquäler verstümmeln Fuchs

....oder die Fuchs-Ohr-Prämie für Jäger lässt weitere Perversionen gesetzlich zu  (Anm. d. Red.)

 

Ohren eines angefahrenen Tiers abgeschnitten - Jäger erhalten von Behörde bei Abschuss Prämie von 20 Euro
 

Hartmannsdorf. Jagdpächter Frank Heil hat am Donnerstagmittag in Hartmannsdorf an der Chemnitzer Straße einen grausamen Fund gemacht. Er war vom Ordnungsamt von Hartmannsdorf gerufen worden,

weil am Straßenrand ein angefahrener Fuchs liegen sollte. "Als ich eintraf, lebte das Tier noch, aber beide Ohren waren abgeschnitten", sagte der Jäger am Freitag auf "Freie Presse"-Nachfrage.

 

Er habe den Fuchs dann fachgerecht getötet, indem er ihn mit dem Messer den so genannten Fangstoß versetzte und den Kadaver entsorgte. "So was ist mir noch nie widerfahren", reagierte der Jagdpächter

mit einer über 40-jährigen Berufserfahrung entsetzt. Wer auch immer so etwas tue, müsse bestraft werden. "Das ist Tierquälerei. Der Fuchs ist angefahren worden. Es hat nur noch die Vorderläufe bewegen können, weil das Rückgrat gebrochen war", so Heil. Die Polizei sucht jetzt Zeugen, die Angaben zu der grausigen Tat machen können. "Es wurde Anzeige aufgenommen. Wir ermitteln wegen Tötung eines Tieres", sagte Polizeisprecherin Heidi Hennig. Eine Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren erhält laut Tierschutzgesetz derjenige, der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder ihm erhebliche Schmerzen zufügt.

 

Doch die Verstümmelung des Tieres könnte mehrere Gründen haben, erklärt Ulrich Köhler, Chef der Kreisjagdbehörde Freiberg. "Wenn ein Jäger einen Fuchs erlegt hat, schneidet er die Gehörspitzen, wie Ohren genannt werden, als Beweis ab, als weil er dafür von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises eine Prämie von 20Euro erhält." Damit werde die Fuchspopulation geregelt, da die Anzahl der Tiere in den vergangenen Jahren angestiegen sei.

Durch die erfolgreiche Tollwutimpfung gebe es wieder mehr Füchse. Doch eine andere Gefahr bestehe durch den Fuchsbandwurm, der durch den Fuchs und seine Ausscheidungen auf den Menschen übertragen wird und bei ihm zum Tod führen kann. "Deshalb gibt es diese Fangprämie in Sachsen", sagt Köhler. "Doch das Tier nicht von seinen Qualen zu erlösen, ist schäbig und Tierquälerei", schimpft Köhler. Er vermutet, dass "ein Jäger die Prämie kassieren will". Doch es könnten auch andere Täter infrage kommen. Die Polizei kann noch nichts über die Hintergründe der Tat sagen. "Wer mit seinem Auto ein Tier anfährt, sollte immer die Polizei rufen", empfiehlt die Sprecherin. Neben Versicherungsfragen sei es wichtig, dass der zuständige Jagdpächter das Tier ordnungsgemäß entsorge. Laut Unterer Jagdbehörde sei es Pflicht des Jägers, getötete Füchse entweder in der Tierkörperbeseitigungsanlage abzugeben oder tief zu vergraben. Damit solle vermieden werden, dass Wildschweine die Kadaver ausgraben und fressen.

für Hinweise: Telefon 03737 7890

Von Bettina Junge,  Erschienen am 22.01.2010

 

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/1666395.php

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...und berechtigte Protest-Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten, wie folgende Mails zeigen:

 

 

Mail von Lovis Kauertz

(www.twitter.com/jagdaberfair)
 
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!

Eben erfahre ich durch einen Pressebericht, dass in Ihrem Bundesland Kopf- oder soll ich besser sagen Ohrenprämien für Füchse ausgeschrieben sind.

Begründung sei die Gefahr der Übertragung des Fuchsbandwurmes auf den Menschen (1). Ferner beruft sich der Leiter Ihres Bürgerbüros, Herr Dr. Walter Siegemund, in einem öffentlich gemachten Standardschreibens darauf, dass zum einen eine Abschussprämie für Füchse Tradition (2) habe, ferner diese auch in anderen Bundesländern, z.B. Rheinland-Pfalz, ausgelobt sei. Darüber hinaus wird als Begründung angegeben, der Jäger habe ansonsten keinen Anreiz, Füchse oder “Raubzeug” zu schießen (3). Ferner behauptet Herr Dr. Siegmund, Jäger haben die Aufgabe, den Wildbestand zu regulieren (4), der Fuchsbestand könne sich aufgrund fehlender natürlicher Feinde nicht selbst regulieren (5), der Fuchs würde den Bestand von Hasen und Dachsen und anderem Niederwild schädigen (6) und er müsse aus Tierschutzgründen und um des biologischen Gleichgewichts Willen (7) gezielt bejagt werden. Weitere haltlose in dem Schreiben aufgeführte Begründungen will ich nun hier aus Platzgründen nicht ausführen.

Das vollständige Schreiben finden Sie hier: http://www.arbeitskreis-tierschutz.de/Startseite/Artikel/Abschusspraemie.htm

Dass in Sachsen - wie in vielen anderen Ländern - für Füchse und andere ausgesuchte Arten überhaupt keine Schonzeiten bestehen ist an sich schon verwerflich und wird weder dem Tierschutzgedanken noch dem Grundgesetz gerecht. Dass aber Prämien für erlegte Füchse ausgelobt werden, und der Nachweis über abgeschnittene Ohren geführt wird ist nicht nur verwerflich, es ist ethisch nicht vertretbar in einer Zeit, in welcher moderne Maßstäbe von Natur- und Tierschutz gelten sollten.

Zu den mangelhaften Begründungen Ihres leitenden Mitarbeiters möchte ich wie folgt Stellung nehmen:

(1) Wie viele Fälle von Übertragung des Fuchsbandwurmes auf den Menschen hat es in Sachsen (in Deutschland) in den letzten Jahren gegeben? Welche wissenschaftliche Begründung gibt es dafür, wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr des Menschen massiv Füchse zu jagen? Wie hoch ist der Fuchsbestand in Sachsen?

Es gibt unabhängige Studien der Universitäten Ulm und Stuttgart, welche zeigen, dass selbst Risikopersonen (Waldarbeiter, Förster etc) nicht am Fuchsbandwurm erkranken, obwohl sie bereits Kontakt mit diesem Parasiten hatten (Quelle: Kurt Eicher, Biologe). Diese Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen beweisen, dass eine ernstzunehmende Gefahr für den Menschen vom Fuchsbandwurm nicht ausgeht. Sollten Sie dennoch der Überzeugung sein, dass etwas gegen den Fuchsbandwurm unternommen werden muss, so gibt es die Alternative über Köder Impfstoffe auszubringen. Die Jagd auf Füchse zur Vermeidung der Ansteckung des Menschen mit dem Fuchsbandwurm verstößt gegen den Gedanken des Tierschutzgesetzes, denn es gibt keinen vernünftigen Grund dem Fuchs deshalb nachzustellen.

(2) Dass bereits in der DDR oder aktuell auch in Rheinland-Pfalz Fuchsprämien ausgelobt wurden und auch schon im Mittelalter den Füchsen nachgestellt wurde, ist doch bitte keine Rechtfertigung für eine keiner Ethik gerecht werdenden Herangehensweise Ihres Bundeslandes.

(3/4/5) Die Jäger benötigen keinen weiteren Anreiz, Füchse zu erlegen. Ein Großteil der Jäger - sicherlich nicht alle - sind reine Lust-Töter, es wird geschossen, was vor die Flinte kommt. Lesen Sie die einschlägigen Jagdzeitungen, hören Sie was auf Treib- oder Drückjagden oder am Stammtisch gesprochen wird - als einigermaßen sensibler Mensch kann man da nur entsetzt sein! Eine Ursache der angeblichen Überpopulation von Füchsen in Sachsen ist die Jagd selbst. Durch die Jagd werden die Sozialgefüge der ansonsten monogam lebenden Tiere geradewegs zerschossen. Das führt dazu, dass Füchse immer wieder das Revier wechseln und dort neue Partnerinnen befruchten. Damit wird nicht nur die ansonsten funktionierende Bestandsregulation unter Füchsen signifikant zerstört, auch führt es z.B. durch häufigere Sexualkontakte zu einer stärkeren Verbreitung von Krankheiten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich selbst mit drastischen Maßnahmen die Fuchspopulation nicht reduzieren lässt. Niemand kann die Bestanddichte besser regulieren als die Füchse selbst. Stellen Sie die Jagd auf Füchse ein, denn was Sie da machen, hat weder Hand noch Fuß - es dient allein der Mordlust einer Minderheit von Jägern.

(6/7) Der Fuchs ist keine Gefahr für den Bestand des Niederwilds. Dass er Bestands gefährdend für den Dachs ist, ist lächerlich. Dann bitte zeigen Sie mir einen Fuchs, der einen gesunden Hasen stellt. Der Fuchs ist ein Allesfresser, seine fleischliche Nahrung bezieht er im Wesentlichen durch das Bejagen von Mäusen und krankem Niederwild. Auch Kaninchen stehen auf seiner Speisekarte. Aber in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet war der Fuchs nie die Ursache für die Gefährdung einer Tierart. Daher ist auch die von Herrn Dr. Siegemund angeführte Behauptung, der Fuchs müsse aus Tierschutzgründen bejagt werden, an den Haaren herbei gezogen. Das biologische Gleichgewicht erreichen Sie nicht durch die Bejagung des Fuchses, vielmehr würde das Pflanzen von Hecken und die Pflege von natürlichen Ausgleichsflächen dieses Ziel unterstützen.

Bitte setzen Sie sich mit dieser Argumentation auseinander, befragen Sie nicht nur die Jäger und der Jagd zugetane Experten … und lassen Sie sich nicht zu sehr von der mächtigen Jagdlobby beeinflussen.
 
Mit freundlichen Grüßen

 

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Mail von Beate Rost

 

Liebe Tierschutzfreunde,
vor wenigen Tagen wurde an einer Landstraße mitten im Freistaat Sachsen ein angefahrener Fuchs gefunden, deren Ohrspitzen abgeschnitten waren.

Dieser Fuchs lebte noch, sein Rückgrat war gebrochen, aber er konnte die Vorderläufe noch bewegen.
Die Ohrspitzen hatte man ihm bei lebendigem Leib abgeschnitten!
Der Grund: In Sachsen bekommt derzeit jeder Jäger gegen Vorlage der Ohrspitzen eines Fuchses als Tötungsnachweis vom Land eine Prämie von 20 Euro.
Es ist unfassbar. Und für ein zivilisiertes Land, wie es auch Sachsen seit der Wiedervereinigung sein will, ist es ein Skandal.
Deshalb bitte ich euch, beim sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich gegen dieses barbarische Vorgehen zu protestieren.
ministerpraesident@sk.sachsen.de
Bitte klickt diese Mail nicht einfach weg. Bringt den Mut auf, für diese wundervollen Geschöpfe Einzustehen. Ihr Klagen und Weinen darf uns nicht gleichgültig sein,

auch dann nicht, wenn wir es nicht unmittelbar hören. Nur dann können wir etwas verändern. Nur dann kann Jankers Geschichte auch die Geschichte einer großen Hoffnung sein.
Beate Rost

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Mail von A. Riehl

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

da ich noch nie im Osten war, meine Mutter aber da her kommt, wollte ich eigentlich dieses Jahr mit meiner Familie dort meinen Urlaub verbringen, ich denke das hat sich nun erledigt.

Ich mußte leider lesen das man eine Kopfprämie auf Füchse zahlt, als Beleg dienen dem Land abgeschnittene Ohren, so etwas kann ich nicht akzeptieren, besser nähme man diese

Steuergelder um Köder auszulegen, die die Vermehrung der Tiere unterbindet, und die Fuchsjagd verbietet, das alleine wäre ein Besuch in Ihrem Land wert.

Ich bitte Sie höflichst darüber nach zu denken und auch zu handeln, denn dann würde man eine positive, auch unter dem Gesichtspunkt Tierschutz, Nachricht verbreiten,

die sogar ausländische Urlauber anziehen könnte. Zu einer Natur gehören nicht nur schöne Landschaften, sondern auch die Tierwelt.

Mfg   A.Riehl

 

 

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..........Und hier die (standardisierte) Antwort des Bürgerbüro´s:

 

 

----- Original Message -----

Sent: Wednesday, February 24, 2010 10:37 AM

Subject: AW:

 

Sehr geehrter Herr Riel, 

Herr Ministerpräsident Tillich dankt Ihnen für Ihre Anfrage und hat das Bürgerbüro beauftragt, Ihnen zu antworten.

 

In den letzten Tagen häuften sich bei mir E-Mails zur Frage der Abschussprämie für Füchse. Interessanterweise kamen sie vorzugsweise nicht aus Sachsen, sondern fast ausschließlich aus den westlichen Bundesländern - wie auch Ihre Anfrage. Das zeigt, dass interessierte Kreise in westlichen Bundesländern bei Leuten, die die sächsischen Verhältnisse nicht kennen, offenbar leichter eine Hype erzeugen

können als bei Leuten, die Bescheid wissen. Ich freue mich, dass Sie - Im Gegensatz zu anderen Zuschriften, wo nur aus dem Bauch heraus geschimpft wird - eine Aufklärung anfordern.

Ich will sie Ihnen gern geben.

 

Zunächst, was Sie offenbar nicht wissen: Abschussprämien für Füchse haben in Deutschland (sowohl in der alten Bundesrepublik als auch in der DDR) eine lange Tradition, weil Jäger zwar durch das geschossene Wild mit dem so gewonnenen Wildbret Vorteile haben, durch geschossene Füchse oder Raubzeug nicht.  Z.B. legen Jäger mit den Innereien ausgebrochenen Wildes schon immer sogenannte Luderschächte an,

mit denen Füchse und Raubzeug angelockt und geschossen werden kann. Auch in westlichen Bundesländern gibt es eine Abschussprämie für Füchse, in Rheinland-Pfalz beträgt sie z.B. mit 40 € das Doppelte

der sächsischen. Haben Sie dort schon nachgefragt? Sie könnten also ebenso wenig dorthin fahren wie z.B. nach Baden-Württemberg oder Bayern.

Bedenken Sie das bitte noch einmal.

 

Wie Sie möglicherweise wissen, haben Jäger die Aufgabe, den Wildbestand so zu regulieren, dass das biologische Gleichgewicht erhalten bleibt, nicht z.B. durch Wildschweine Saaten durchwühlt werden oder das überhand nehmende Schwarz-, Reh- und Rotwild den Jungforst durch Verbiss schädigt. (Übrigens war das schon früher so, ich erinnere nur an den Jägerchor aus dem "Freischütz", wo es heißt: "  ... den blutigen Wolf und den Eber zu fällen, der gierig die grünenden Saaten durchwühlt ...", wie Sie sicher wissen.). Da der Fuchs keine natürlichen Feinde hat, wie auch das Schwarz-, Rot- oder Rehwild  (früher waren die natürlichen Feinde Bären und Wölfe), wird der Bestand nicht natürlich reguliert. Und ist das von Ihnen empfohlenen Auslegen von Giftködern etwa humaner? Ein gezielter waidgerechter Abschuss ist humaner, billiger, effizienter und vor allem im Sinne des Naturschutzes, schon weil Giftköder genau so gut auch Dachse, Wiesel oder Mauswiesel (naturgeschützt) töten würde. Wollen Sie das?

 

Seit bei Füchsen z.B. in Sachsen (und auch im übrigen Deutschland) keine Tollwut - eine wesentliche Todesursache von Füchsen bisher - auftritt, hat der Bestand drastisch zugenommen. Mittlerweile ist der Fuchs sogar Bewohner der Großstädte. Mir begegnen z.B. auf meinem Arbeitsweg mit dem Rad in Dresden oft früh Füchse, die auch nicht - wie früher - sehr scheu sind. Neulich schaute sogar ein junger Fuchs durch unsere Verandatür ins Zimmer, und auch ein Altfuchs wollte sich partout nicht verjagen lassen. Immer wieder wird berichtet, dass Füchse Abfalltonnen und -haufen durchwühlen, auch auf meinem Arbeitsweg kann ich solche durchwühlten Abfalltonnen sehen.  Das ist übrigens nicht nur in Sachsen so. Der Fuchs jedoch ist der natürliche Feind des übrigen Niederwildes, wie Fasanen, Hasen, Kaninchen, Dachse oder bodenbrütende Vogelarten. Je mehr Füchse - desto mehr wird das Niederwild und damit das biologische Gleichgewicht geschädigt. Wollen Sie das?

 

Aus Tierschutzgründen und um des biologischen Gleichgewichts willen müssen Füchse also gezielt bejagt werden. Zudem wird dadurch die Gefahr durch den auch für Menschen gefährlichen und gelegentlich tödlichen Fuchsbandwurm verringert und das erneute Ausbrechen der Tollwut (es wandern auch Füchse aus anderen Ländern, die noch nicht tollwutfrei sind, ein) im Keim erstickt, ganz abgesehen von hygienischen Gründen bei durchwühlten Abfallbehältnissen. Durch die Abschussprämie wird der übergroße Bestand an Füchsen staatlich kontrolliert auf ein umweltverträgliches Maß, wie es schon vorher jahrhundertelang geherrscht hat, reduziert. Auch ganze Fuchskadaver werden abgegeben und können tierveterinärärztlich untersucht werden, selbst abgeschnittene Ohren (sie werden abgeschnitten, wenn der Fuchs tot ist, also keine Tierquälerei) können Auskunft über Krankheiten geben. Ein einziger Fall, bei dem einem überfahrenen Fuchs die Ohren abgeschnitten wurden wird gegenüber Hunderten waidgerecht getöteten Füchsen maßlos aufgebauscht und wahrheitswidrig als Alltäglichkeit berichtet.

 

Sie sind - so scheint es - einer Hysterie aufgesessen, die Unkenntnis über die tatsächlichen Verhältnisse ausnutzt. Ich traue Ihnen so viel gesunden Menschenverstand zu, bei besserer Kenntnis die Haltlosigkeit einer möglicherweise gezielt gegen Sachsen gerichteten Ausrottunghysterie zu erkennen und sich an einem Besuch in Sachsen zu erfreuen, wozu ich Sie herzlich einlade.

 

Mit freundlichem Gruß 

Dr. Walter Siegemund
Leiter Bürgerbüro

 

 

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Mail von Thomas Urland

Guten Tag Herr Ministerpräsident,

als ich von o.g. Sachverhalt hörte, meinte ich im Mittelalter angekommen zu sein. Und all das in Sachsen. Wo man doch angibt ein Volk mit hellen Köpfen zu sein. Bei einigen ihrer Zeitgenossen, und vor allem bei denjenigen die solche Prämien aussetzen, scheint gar das Gegenteil zuzutreffen. Hat die Dekadenz auch nun in ihrem Bundesland schon solche Ausmaße angenommen? U.a. werden Füchse immer wieder zu Sündenböcken für das Ausbreiten von Krankheiten gemacht. Nur um deren Ausrottung zu rechfertigen.  

Längst muß sich doch auch bei ihnen herumgesprochen haben, dass die s.g. Hobbyjagd generell völlig sinnlos ist und keinesfalls dem Gedanken des Tier- und Umweltschutzes gerecht wird. Sollten sie es noch nicht wissen, weil sie von "dringenderen" Angelegenheiten abgehalten werden, nehmen sie sich doch bitte einmal Zeit für "Nebensächlichkeiten" und informieren sie sich über die abscheulichen Machenschaften dieser Lusttöter (auch als Jäger bekannt) in unserem Land.

Die Größe und den Fortschritt einer Gesellschaft kann man daran ermessen, wie sie die Tiere behandelt. (Mahatma Ghandi).

Ich bitte sie dringendst all ihre Möglichkeit auszuschöpfen und dieses hirn- und gefühlslose Handeln abzuschaffen bzw. zu verbieten.

Falls in Sachsen der 1. Präsident der Bundesrepublik (Prof. Dr. Theodor Heuss) bekannt sein sollte, lesen sie bitte  seine Meinung zur Jagd.

"Jagd ist nur eine Feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf.

Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit".  Mit freundlichen Grüßen Thomas Urland              

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2. Mail von Thomas Urland

 

Sehr geehrter Herr Dr. Siegemund,

möglich, dass auch meine "Bauchreaktion" auf ihrem Schreibtisch gelandet ist. Übrigens, ich bin zwar nicht aus Sachsen, aber doch aus Thüringen. Will sagen, sie müssen sich nicht nur von Bürgern aus den alten Bundesländern verfolgt fühlen. Es gibt tatsächlich auch im Osten Leute, trotz der von der Politik verursachten Verschärfung der Arbeits- bzw. Lebensbedingungen, die noch allseitig interessiert sind. Dass es eine gesamtdeutsche Misere hinsichtlich Tierschutz gibt, ist jedem, der sich dafür ansatzweise interessiert, bekannt. Und das ist der einzige Punkt bei dem ich ihnen zustimme. Ansonsten ist ihre Antwort eine typische Reaktion aus einem Bürgerbüro. Mit Unwahrheiten (um nicht zu sagen Lügen) die graue Masse dummhalten. Sie sollten sich, bevor sie weiterhin mit solchen althergebrachten Irrtümern an die Öffentlichkeit gehen, unbedingt mit den aktuellen Forschungsergebnissen versorgen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Urland

 

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Meine Stellungnahme zu dem Geschreibsel des Bürgerbüro´s

 

Werter Herr Siegemund,
auch wir kamen in den zweifelhaften Genuss Ihrer Stellungnahme an diverse Mailversender aus unserem bundesweiten Verteiler.

Das es das Ministerbüro nicht für nötig hält, selbst Stellung zu beziehen, sondern dafür jemanden sucht der seinen Kopf hinhalten soll,

wundert uns nicht. Wundern können wir uns nur über die, von Ihnen publizierten, Jägerlügen, (wie Fuchsbandwurm oder hygienische Bedenken) die wir in Ihrem "Antwortschreiben" zu Hauff finden und

auf die ich im Detail nicht näher eingehen möchte.

Ich denke, durch Inkompetente Entscheidungen und fadenscheinige Ausreden beruhigt man, die zu Recht, aufgebrachten Tierschützer heutzutage nicht mehr.

Was fast jeder weiß:
Der Fuchs ist ein Überlebenskünstler. Er sucht sich selbstverständlich auch dort Nahrung, wo es für ihn an Ungefährlichsten und am Einfachsten ist. So dann auch an Mülltonnen.

In den Gebieten, in denen er die Erfahrung gemacht hat, das man nicht auf ihn schießt.

Des Weiteren ist er als Nahrungsgeneralist durchaus in der Lage, zu erkennen, welche Beute er schnell und ohne großen Energieaufwand erreichen kann und welche nicht.,

Die hier von Ihnen angesprochenen Fasane z.B. gehören zu der "einfachen Beute". Sind sie doch aus den Fasanerien kaum mit natürlichen Feinden vertraut.

Das er hin und wieder auch Kaninchen oder gar Hasen erwischt, ist eigentlich eine natürliche Auslese. Denn normalerweise ist der Hase wesentlich schneller.
Grundsätzlich besteht die Nahrung des Fuchses zu über 90 % aus Mäusen. Dazu kommen Insekten und Waldfrüchte.
Wissen Sie überhaupt auch nur am Rande etwas über den Fuchs?
z.B. das er Verluste, wie sie z.B. durch die Jagd entstehen, schnell wieder ausgleicht durch mehr Nachwuchs?

Bei Jägern ist er als Beutekonkurrent verhasst, mehr nicht.
Und Ihr Minister sowie Sie selbst, lassen sich vor den Jägerkarren spannen, ohne die biologischen Hintergründe zu hinterfragen? Sollte es wirklich zu viele Füchse in Ihrem Bundesland geben, ist es lediglich das Ergebnis von zu viel erreichbaren Nahrungs-Recourcen für diese Tierart.
Sei es, das diese von Jägern angeboten werden oder durch den Müll der Familie Ottonormal. Vielleicht sollten die Herren Jäger einmal aufhören mit der beliebten Faunenverfälschung durch so genannte Auffrischungsaktionen, für die sie angeblich die Fasane einkaufen und aussetzen. Vielleicht sollten die Menschen in der Gegend einmal ihren Müll unter Verschluss bringen um die Füchse nicht zu einem

gedeckten Tisch einzuladen.

Denn ein Bestand von Beutegreifern reguliert nicht die Beute, sondern wird von der Beute (und anderweitigen Nahrungsgrundlagen) reguliert.
Und vielleicht sollten Sie Ihrem Minister einmal von den Protesten erzählen, die eine derart abartige Aktion bislang hervorgerufen hat und wahrscheinlich auch noch weiter hervorrufen wird

Bevor solche tierschutzwidrigen und zur Entwicklung der Fauna kontraproduktiven Entscheidungen getroffen werden, fragt man keine Jäger.
Hier sind Biologen gefragt. Aber diese würden solche Entscheidungsträger lediglich herzlichst auslachen. Mit Recht.
Dem schließe ich mich an, (auch wenn es aus einem sehr traurigen Anlass geschehen muss)

Einzig die Hoffnung auf die nächste Wahl und den Verstand der Wähler verbleibt.

Rudi Pohlenz
NATUR OHNE JAG e.V.

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6.) Mail von Diana Hartig

 

.....an:

Ministerpräsident v. Sachsen Stanislaw Tillich

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Landesjagdverband Sachsen e. V.


in Kopie an:

Bund der Steuerzahler Deutschland e. V.
Kathrin Kagelman
- Die Linken


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich kann mich den vielen Mails, die sie fraglos von Seiten meiner Kollegen bereits erhielten, nur anschließen.

Was soll das ?
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/CHEMNITZ/1666395.php

 

Wir werden jeden Tag Zeuge von Schweinereien wie diesen (Bilder der Deutschen Fuchswoche auf einer brit. Seite):

http://serbiananimalsvoice.wordpress.com/2010/02/22/germany-220210-update-fox-week-killings-go-on-and-on-for-weeks/

 

Hier wird das ganze Ausmaß des Massakers, das dauernd an diesen Tieren verübt wird, deutlich; Zerschossen, ausgeweidet, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, getötet und weg geworfen wie Abfall ? und das soll NOTWENDIG sein ????

Wo liegt eigentlich das Problem des Jägers mit dem Fuchs ??

Wo liegt das Problem des Bundeslandes Sachsen mit dem Fuchs ?

 

Diese Tiere sind Opfer einer großangelegten Hexenjagd, landauf/landab, die mit fragwürdigen Argumenten begründet wird. Fragwürdig deswegen, weil diese sog. ?Gründe? wiederholt durch Experten widerlegt wurden.

Nicht dass das irgendjemanden in Sachsen oder überhaupt in der Bundesrepublik (und schon gar nicht in Jägerkreisen) interessiert.

Hier zählt nur eines: der Fuchs wird bejagt bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus, ohne Sinn und Ziel, der puren Ignoranz und der Lust am Töten wegen:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/606/456275/text/

 

''Befriedigung der Mordlust''

Um es also auf den Punkt zu bringen: ?DU SOLLT NICHT TÖTEN?

 

Was soll man denn von Leuten halten die unfähig sind einen 4-Wörter-satz zu verstehen ?

 

Die Tollwut gibt es quasi nicht mehr; die sog. "Seuchengefahr" ist maßlos überzogen, und die Leute lassen sich mal wieder - und die Schweinegrippe/Vogelgrippe/SARS/BSE lassen grüßen - von bewusst fehlinformierter Presse und Lobbyarbeit verrückt machen.

Das ist eine Hexenjagd, sonst nichts. Und das Bundesland Sachsen unterstützt diesen inhumanen, rassistischen Schwachsinn noch indem eine Kopfprämie für die abgeschnittenen Ohren dieser Tiere gezahlt wird.

Das ist ja wie in der Zeit des Wilden Westens in den USA, als man die Ausrottung der Amerik. Ureinwohner betrieb und für jeden Skalp eines Indianers Prämien zahlte (ebenso wie für sie abgehackten Schwänze der Bisons).

 

Jawohl, Deutschland im 21igsten Jahrhundert !

Was für ein erhebendes Gefühl des Stolzes muss das wohl sein ..

 

Mit freundlichen Grüßen,

D. Hartig

 

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7.)  Antwort des Bürgerbüro´s darauf   (bitte gut festhalten)

 

Liebe Frau Hartig,

 

Sie fragen:" Wo liegt das Problem des Bundeslandes Sachsen mit dem Fuchs?" 

Ich frage: Wo liegt Ihr Problem ausgerechnet mit dem Bundesland Sachsen?

Denn die Abschussprämie für Füchse gibt es auch in anderen deutschen Bundesländern.

In Rheinland/Pfalz wird z.B. für einen geschossenen Fuchs 40 ? gezahlt, also doppelt so viel wie in Sachsen.

Wo bleibt Ihr Protest nach Mainz?

Mit freundlichem Gruß

Dr. Walter Siegemund
Leiter Bürgerbüro

 

Red.: Auf weitere, derart fachlich kompetente Antwortschreiben aus dem Ministerium darf man gespannt sein.

Wir berichten weiter über die Rechtfertigungsversuche dieser Truppe aus Sachsen............

 

 

8.) Mail von Beate Rost

 

Von: <beate.rost@t-online.de>
An: <ministerpraesident@sk.sachsen.de>
Betreff: Antwort auf das Schreiben von Herrn Dr. Walter Siegemund
Datum: 26. Feb 2010 13:26

 

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Tillich,

ich protestiere mit diesem Brief gegen die grausame Methode, mit der Sie in Ihrem Land die Jäger zu einer noch höheren Abschussquote von Füchsen animieren. Ich protestiere gegen das unwürdige Abschneiden der Ohrspitzen bei toten Füchsen. Denn als Ministerpräsident sind Sie nicht nur den Menschen in Sachsen gegenüber verpflichtet, sondern tragen auch die Verantwortung für einen respektvollen Umgang mit den Tieren in Ihrem Land.

Ich schreibe Ihnen nicht aus Sachsen, sondern aus Berlin. Da ich die Antwort von Herrn Dr. Walter Siegemund auf die bei Ihnen zahlreich eingegangenen Protestschreiben bereits kenne, erübrigt es sich,

mich darauf hinzuweisen, dass ich einer Hysterie von Leuten aufgesessen sei, die die sächsischen Verhältnisse nicht kennen. Ich versichere Ihnen, ich kenne sie. Und auch die der anderen Bundesländer. 

Denn ich habe mich, während der Recherche zu meinem letzten Buch, sehr lange mit dem Thema "Jagd" beschäftigt. Und genau wie ich, werden auch Sie wissen, dass die Argumente des Herrn Dr. Walter Siegemund Floskeln sind, die jeder Grundlage entbehren: Jäger haben nicht die Aufgabe, den Wildbestand zu regulieren.

Ganz im Gegenteil. Denn mal abgesehen davon, dass es Jäger waren, die in unseren Wäldern die natürlichen Beutegreifer wie Wolf und Luchs ausgerottet haben, sind sie überhaupt nicht in der Lage dazu, deren Funktion im Naturhaushalt zu übernehmen. Es ist definitiv bewiesen, dass sich die Populationen selbst regulieren würden, wenn man sie ließe. Füchse z. B. brauchen keinen natürlichen Feind, wie von Herrn Dr. Siegemund angenommen. Sie gleichen ihren Bestand dem Nahrungsangebot an. Ebenfalls definitiv bewiesen ist, dass es in den Populationen durch einen vermehrten Abschuss zur erhöhten Reproduktion der einzelnen Spezies kommt. Ich möchte Herrn Dr. Siegemund nicht unterstellen, dass er keine Ahnung hat, von dem was er schreibt. Aber von einem kompetenten Ansprechpartner muss man erwarten können, dass er entweder mit der Thematik vertraut ist, oder sich vor einer Stellungnahme zumindest fundamentales Wissen aneignet. Denn auch seine Argumentation, der Bestand der Füchse

habe in Sachsen zugenommen, weil es die Tollwut nicht mehr gäbe, ist absolut unhaltbar. Der wahre Grund dafür, dass die Fuchspopulationen in Sachsen größer werden, liegt einzig und allein daran, dass sich die Abschusszahlen weiter erhöht haben, was durch die von Ihnen ausgelobte "Ohrprämie" weiterhin verstärkt wird. Ich bin jederzeit bereit, Ihnen die biologische Begründung dieser Darstellung im Detail zu erläutern.

 

Sehr geehrter Herr Tillich, nun könnte ich Ihnen jede weitere Behauptung des Herrn Dr. Walter Siegemund, die das Abschießen der Füchse rechtfertigen soll,  widerlegen. Und das wissen Sie auch. Weder die Argumentation über den Fuchsbandwurm noch die angebliche Zerstörung des biologischen Gleichgewichts durch den Fuchs sind haltbar. Der gesamte Brief ist eine Mär, die von der Jägerschaft publiziert wird, um ihren grausamen Sport öffentlich nachkommen und rechtfertigen zu können.
Aber ich versichere Ihnen, sowohl in Sachsen als auch in den anderen Bundesländern lassen sich immer weniger Menschen für dumm verkaufen. 

Ich fordere Sie an dieser Stelle dazu auf, das unwürdige Verhalten Ihrer Jägerschaft, nämlich das Abschneiden der Ohrspitzen von Füchsen, umgehend zu untersagen.

Sollte das nicht geschehen, behalte ich mir vor, Presse und Fernsehen zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Beate Rost

 

 


  

 

 

 

 

Chaos-Jäger gefährdeten Passanten - Zeugen gesucht

Durmersheim (pol/dd) –

Am Samstagmittag, 5. Dezember, zwischen 14 und 15 Uhr fand im Bereich des neuen Friedhofs in Durmersheim eine Treibjagd statt. Dabei sollen die Jäger im Bereich der Brunnenstraße

bei dem dortigen Weg zum Friedhof auch zwischen Passanten hindurch auf Tiere geschossen haben. Wie die Polizeidirektion Rastatt/Baden-Baden mitteilt, wurde dieser Vorfall

jetzt erst schriftlich beim Polizeiposten Durmersheim angezeigt.

Eventuell durch Schüsse gefährdete Personen werden gebeten, sich mit dem Polizeiposten Durmersheim unter 07245/5090 in Verbindung zu setzen.

  


 

06.01.2010 13:52   Jäger erschießt Hund - Jagdschein entzogen

 

Ein Thüringer Jäger muss seinen Jagdschein abgeben, weil er den Hund eines Kollegen erschossen hat. Das Verwaltungsgericht Weimar wies die Klage des Betroffenen gegen den Entzug der Lizenz ab.

Mit seinem Schuss auf den Jagdhund habe der Mann seine Waffe missbräuchlich oder leichtfertig verwendet, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil.

Damit sei er «jagdrechtlich unzuverlässig». Der Kläger hatte argumentiert, dass er den Hund, der in sein Revier eingedrungen war, für ein wilderndes Tier gehalten habe.

 

 


 

 

 

Jäger geht auf Anwalt los...

BEZIRK OBERPULLENDORF /

Während ein Anwalt seinen ferngesteuerten Hubschrauber fliegen ließ, soll ein Jäger auf ihn losgegangen sein.


Nach einem Zwischenfall am 25. Oktober, einem schönen sonnigen Herbsttag, trafen sich die Kontrahenten vorige Woche vor Gericht. „Ich ließ bei Mannersdorf am Feld meinen Modellhubschrauber fliegen“, berichtete der 42-jährige Wiener Anwalt, der seine Freizeit gerne im Bezirk Oberpullendorf verbringt.


Als sich ein Pick-up näherte, maß der Anwalt dem zunächst keine besondere Bedeutung zu: „Ich ging mit dem Hubschrauber in Schwebeflug.“ Einen Moment später habe er gespürt, wie er von dem Auto angefahren wurde.
„Gerade so viel, dass ich aus dem Gleichgewicht kam. Der Helikopter stürzte binnen zwei Sekunden ab“, so der Anwalt. Aus dem Seitenfenster habe der 61-jährige Jäger gefragt: „Wer bist denn du?“ -

„Ich antwortete: Ich kann mich nicht erinnern, dass wir per du sind“, so der Anwalt vor Gericht. „Und ich fragte ihn, ob ihm bewusst ist, dass er am Modellhubschrauber einen Schaden von 700 Euro angerichtet hat.“

Der Jäger schilderte die Begegnung völlig anders: „Der mir unbekannte Mann stand mitten auf der Kreuzung. Ich hupte und probierte, rechts vorbei zu fahren, da ging der Mann nach rechts.

Ich wollte links vorbei fahren, da ging der Mann nach links.“ Er sei ausgestiegen und habe den Hobby-Flieger zur Rede gestellt. „Ich drückte ihn mit der Schulter von meinem Auto weg,

er packte mich auch und wir fielen in den Graben“, so der Jäger.

Der Anwalt behauptete, der Jäger habe ihn mehrmals mit seinem Auto „angestoßen“, während er versuchte, das Autokennzeichen zu notieren. Er sei bei der Ranglerei verletzt worden und habe unter Schmerzen in der Brust und am Hals gelitten. Der Jurist machte einen Schaden in der Höhe von 3.600 Euro geltend. Der Jäger bekannte sich nicht schuldig. Richter Dr. Wolfgang Rauter will nun einen Sachverständigen beiziehen, der klärt, wie lange sich ein Modellhubschrauber selbstständig in der Luft halten kann. Der Jäger hatte nämlich behauptet, der Helikopter sei erst nach der Ranglerei im Graben abgestürzt. Der Prozess wurde vertagt.

http://www.bvz.at/redaktion/bvz-chronik/article.asp?text=319633&cat=938

 


 

Jäger beißt Mann beim Streit in Hand

 

Ein Jäger hat bei einem Streit im Wald bei Neuzelle (Oder-Spree) einen Spaziergänger geschlagen und in die Hand gebissen. Der 42-jährige Spaziergänger hatte den 68 Jahre alten Jäger zur Rede gestellt,

weil dieser mit seinem Wagen beinahe einen seiner beiden Hunde überfahren habe. Beide gerieten in Streit, wie die Polizei berichtete. Dabei soll der Jäger gedroht haben, den Mann über den Haufen zu

schießen. Der 42-Jährige habe einen Faustschlag ins Gesicht bekommen. Außerdem habe der Jäger ihm beim Abwehren weiterer Schläge in die Hand gebissen. Die Polizei stellte in der Wohnung des

Jägers seine Jagdwaffen und die Waffenbesitzkarte sicher.

Quelle: WELT online, 26.11.2009

http://newsticker.welt.de/?module=dpa&id=23112962

 

Anm. d. Red.:

Selbst Schuld. Wie kann man es auch wagen, einen dieser Herrenmenschen zur Rede zu stellen. Einen Jäger zu bitten, Rücksicht zu nehmen, ist ja auch eine echte Unverschämtheit.

 

 


 

19.11.2009     Jäger erschießt irrtümlich zwei Rinder

>Ernst Otto Fischer<

 

Breckerfeld. Den besten Erfolg bei der Jagd auf Wildschweine versprechen bei der Einzeljagd die Ansitze in den Nächten vor und nach dem Vollmond. Aber nicht alles ist Wild, was das Jägerauge im Dunkeln erblickt.

In Breckerfeld erlegte ein Jäger statt der Wildschweine zwei ausgewachsene Rinder.

Nach der Entdeckung seiner Fehlschüsse informierte der Schütze umgehend den Besitzer der Rinder. Und der schaltete, weil er wenigstens noch das Fleisch seiner erschossenen Tiere verwerten wollte,

unverzüglich die Veterinärbehörde des EN-Kreises ein.

 

Jagdschein und Waffenbesitzkarte entzogen

Ingo Niemann, Sprecher der Kreisverwaltung: „Unser Amtstierarzt hat nach seinem Ortstermin auf dem Hof des Breckerfelder Bauern unmittelbar die Untere Jagdbehörde eingeschaltet”. Diese handelte unverzüglich.

„Dem Schützen wurden der Jagdschein und die Waffenbesitzkarte entzogen. Seine Waffen musste der Mann sofort abliefern”.

Klaus Jürgen Kumpann, Leiter des Hegerings Breckerfeld: „Wir Breckerfelder Jäger begrüßen die schnelle Entscheidung der Unteren Jagdbehörde. Wer auf etwas schießt, was er nicht genau erkennen kann, hat auf der Jagd nichts verloren”.

 

Ausschluss aus Hegering

Nachdem der Vorfall dem Hegering zunächst nur als Gerücht bekannt geworden sei, habe man erfahren, dass die Behörde nach Recht und Gesetz tätig geworden war. Der Hegering Breckerfeld hat den Rinder-Schützen inzwischen aus seinen Reihen ausgeschlossen.

 

Anm. d. Red.:

Das waren sicher ganz neuartige Wildschweine. Mit Hörnern und langen Schwänzen

 

 


 

Das zweite Infomobil des Vereins ist ab sofort unterwegs

 

Information ist das Wichtigste.

„Der Vereinsname NATUR OHNE JAGD e.V. sagt schon, für was wir uns engagieren“ sagt Kristine Conrad von der Sektionsleitung Hessen „doch das „Warum“ müssen wir noch manchmal erklären“

Deshalb ist der Verein jetzt auch besonders stolz, zwei Jahre nach Einrichtung der Sektion Hessen in Hofgeismar, bei so vielen Menschen das Bewusstsein geweckt zu haben, dass sie sich ein eigenes Infomobil anschaffen konnten.

 

Nicht nur durch die verschiedenen Aktionen des bundesweit aktiven Vereins Natur ohne Jagd e.V. wie beispielsweise Themenabende, Demonstrationen oder Infostände wird das Thema „Jagd“ in die Öffentlichkeit getragen,

sondern jetzt auch endlich durch ein zweites, eigens für diese Aktivitäten angeschafftes Infomobil.

 

Dieser Bus ist nicht nur bereits optisch ein Denkanstoss für viele Menschen, sondern versteckt in seinem Inneren, wie auch das Infomobil des Vorstands, hochmoderne Technik. Er ist zum Beispiel so ausgestattet,

dass an jedem beliebigen Ort über USB bzw. DVD verschiedene, zum Thema Hobbyjagd passende, Filme und Fotopräsentationen auf einem LCD TV in Bild und Ton wiedergegeben werden können.

 

„Für die Tiere im Wald herrscht jeden Tag Krieg und diesen Krieg können wir jetzt Jedem Interessierten an jedem Ort zeigen“ sagt das Vereinmitglied René Hartje 

„um den Tieren, die keine Chance auf ein Leben ohne Leid und Qualen haben eine Stimme zu geben“.

 

Die Förderung des Busses erfolgte von vielen Einzelpersonen, aber auch von Unternehmern die die Arbeit des Vereins für sinnvoll und wichtig halten und durch ihre finanzielle Unterstützung maßgeblich mithelfen, d

ass die Informationsarbeit noch intensiver betrieben werden kann.

 

Nicht alle Menschen sind mit unserem Engagement einverstanden und es ist zu befürchten, dass wir jetzt nicht nur die Tiere und die Umwelt schützen müssen, sondern auch das Infomobil.

„Aus diesem Grund wurde bereits bei der Installation der Technik darauf geachtet, dass der Bus nie unbewacht ist.“ sagt die Tierschützerin Kristine Conrad und möchte nicht weiter erklären was sich im Inneren des Fahrzeuges noch verbirgt.

 

Um weiterhin effektive Tierschutzarbeit leisten zu können, freut sich der als gemeinnützig anerkannte Verein natürlich auch künftig über neue Mitglieder und Spenden. Diese Spenden sind steuerlich absetzbar

und können bei der Sparkasse Lemgo BLZ 482 501 10 auf das Konto 716 36 11 überwiesen werden. Noch mehr Informationen finden Sie unter www.natur-ohne-jagd.de im Internet.

 

 

 

    -> Das Neue Infomobil der Sektion Hessen <-

 

 

 


 

 

 

04.11.2009     Studie:  Mehr Jagd führt zur Vermehrung der Wildschweine

 

Sind die Jäger schuld an der Wildschweinschwemme?

Derzeit ist in allen Zeitungen von einer „Wildschweinschwemme“, gar von einer „Wildschwein-Plage“ zu lesen. Doch obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt die Anzahl der Wildschweine weiter. Ist die Lösung des „Wildschweinproblems“, noch mehr Tiere zu schießen?

Oder ist gerade die intensive Jagd auf Wildschweine das Problem?

Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, umso stärker vermehren sie sich.

Auf diesen Zusammenhang weisen immer mehr Wissenschaftler hin. Und zu diesem Ergebnis kommt auch eine aktuell publizierte französische Langzeitstudie: Starke Bejagung führt zu einer deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen.

 

Die Wissenschaftler um Sabrina Servanty verglichen in einem Zeitraum von 22 Jahren die Vermehrung von Wildschweinen in einem Waldgebiet im Departement Haute Marne, in dem sehr intensiv gejagt wird, mit einem wenig bejagten Gebiet in den Pyrenäen. Das Ergebnis wurde nun im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht: Wenn hoher Jagddruck herrscht, ist die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen wesentlich höher als in Gebieten, in denen kaum gejagt wird. Weiterhin tritt bei intensiver Bejagung die Geschlechtsreife deutlich früher – vor Ende des ersten Lebensjahres – ein, so dass bereits Frischlingsbachen trächtig werden. Auch das Durchschnittsgewicht der erstmalig fruchtbaren Wildschweine ist bei hohem Jagddruck geringer. In Gebieten, in denen wenig Jäger unterwegs sind, ist die Vermehrung der Wildschweine deutlich geringer, die Geschlechtsreife bei den Bachen tritt später und erst bei einem höheren Durchschnittsgewicht ein. (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009) Mit dieser Studie ist bewiesen, dass die starke Vermehrung bei Wildschweinen nicht auf nur vom Futterangebot abhängt, sondern auch von der intensiven Bejagung.

Stärkere Vermehrung durch die Jagd
Durch die Jagd vermehren sich Wildtiere stärker als unter natürlichen Umständen, meint auch Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der die Abteilung Wirbeltiere der Zoologischen Staatssammlung München leitet. Würden in einem Gebiet durch die Jagd, die ja vor allem im Herbst und Winter stattfindet, viele Tiere getötet, hätten die Verbliebenen ein besseres Futterangebot. „Tiere, die gestärkt überleben, pflanzen sich im Frühjahr zeitiger und zahlenmäßig stärker fort sagt Reichholf.  Der Biologe Kurt Eicher von der „Initiative zur Abschaffung der Jagd“ weist zudem darauf hin, dass Jäger durch legale oder illegale Zufütterungen und so genannte „Kirrungen“ für ein unnatürlich hohes Nahrungsangebot für Wildschweine sorgen – und damit wiederum zur Vermehrung beitragen. So hat die Wildforschungsstelle Aulendorf errechnet, dass allein in Baden-Württemberg jährlich 4.000 Tonnen Mais allein als „Kirrung“ ausgebracht werden – das sind pro erlegtem Wildschwein im Schnitt etwa 100 Kilo (!) Mais. Gerade Mais fördert nachweislich die Fruchtbarkeit von Wildschweinen.
Doch Jäger argumentieren lieber, dass die hohe Zahl der Eicheln und Bucheckern in den Wäldern verantwortlich für die Wildschweinschwemme sei. Darüber kann der Biologe Kurt Eicher nur den Kopf schütteln: „Den Tieren standen im Herbst schon immer Bucheckern und Eicheln in den heutigen Mengen zur Verfügung - früher eventuell sogar noch mehr, da der Wald gesünder war

Zerstörung der Sozialstruktur
Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten so Happ (in der Jägerzeitung Wild und Hund, 23/2002).
Auch Wildmeister Gerold Wandel weist auf das Jagd-Problem hin: „Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen (Jagdzeitung PIRSCH 1/2004)

Kann die Natur sich selbst regulieren?
Die Natur hatte eigentlich alles hervorragend geregelt: Erfahrene weibliche Wildschweine - die Leitbachen - sorgen für die Ordnung in der Rotte und für Geburtenkontrolle. „Die Hormone der Leitbachen bestimmen die Empfängnisbereitschaft aller Weibchen der Gruppe und verhindern, dass zu junge Tiere befruchtet werden so der Biologe Kurt Eicher, Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Fehlen die Leitbachen, weil sie bei der Jagd getötet wurden, löst sich die Ordnung auf. Die Sozialstruktur ist zerstört und die Wildschweine vermehren sich unkontrolliert
Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: „Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein

 

Kontaktinformation:

Initiative zur Abschaffung der Jagd
Derfflingerstr. 2
74080 Heilbronn

Kurt Eicher  (Biologe, Sprecher der Initiative und Sektionsleitung des Vereins „Natur ohne Jagd e.V.“)
 

 

 


04.11.09

Jagdhund beißt Mädchen, Jäger holt Gewehr

Steinhöring - Christian B. aus dem Landkreis Rosenheim war gerade von der Jagd gekommen. Er setzte sich mit seiner angeleinten Hündin beim Maibaumfest in Etzenberg, einem Ortsteil von Steinhöring, an die Bierbank und trank eine Maß Bier. Irgendwann lief eine 15-Jährige an ihm vorbei. Die Münsterländer-Hündin, eben noch unter dem Tisch, fiel das Mädchen plötzlich an, biss es in den Oberarm.

Die 15-Jährige blutete, kam ins Krankenhaus und konnte aufgrund der Verletzungen eine Woche lang nicht in die Schule.

 

Christian B. wurde aufgefordert, seinen Hund wegzubringen und das Fest zu verlassen. Erstes tat er, zweiteres nicht. Er brachte seine Hündin ins Auto und ließ die Scheiben offen, damit das Tier keinen Hitzschlag bekam. Dann kehrte er zum Fest zurück, in der Hand sein Jagdgewehr, das er in einer Tasche aus dem Auto mitbrachte. Er setzte sich wieder an die Bank und aß seine Brotzeit. Gerade hatte es Zank wegen des Hundes gegeben, jetzt hatte der Jäger eine Waffe dabei. Einem Verantwortlichen des Festes wurde es mulmig. Er rief die Polizei. Sie stellte bei Christian B. 1,6 Promille Alkohol fest.

 

Vor dem Ebersberger Amtsgericht musste sich der Beklagte nun für seine Verhalten verantworten. Die Vorwürfe: fahrlässige Körperverletzung sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz. „Die Waffe durfte ich laut Waffengesetz nicht im offenen Auto lassen, deswegen habe ich sie mit zum Fest genommen“, sagt der Angeklagte. Den Biss stellte er nicht in Abrede. „Der Angeklagte kann aus guten Gründen freigesprochen werden“, sagte sein Anwalt. Er habe nicht selbst gebissen, man könne nicht allen Hunden Maulkörbe verpassen, zudem sei es kein allzu fester Biss für eine Münsterländerin gewesen. Amtsrichter Otto Kick sah das anders: Er verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 4050 Euro (90 Tagessätze á 45 Euro) – wegen fährlässiger Körperverletzung und unerlaubten Führens einer Waffe bei einer öffentlichen Veranstaltung.

Von Stefan Sessler

http://www.merkur-online.de/lokales/nachrichten/hund-beisst-maedchen-jaeger-holt-gewehr-513672.html

 
26.10.2009

Jäger stürzt mit morschem Hochsitz in den Tod

Heidelberg (ap).

Beim Zusammenbruch eines morschen Hochsitzes ist ein 71-jähriger Jäger in den Tod gestürzt.

Der Heidelberger war nach Angaben der Polizei zusammen mit zwei Jagdfreunden in einem Wald bei Heidelberg unterwegs und hatte sich gegen acht Uhr von ihnen getrennt, um einzeln anzusitzen.

Gegen 10.30 Uhr wollten sie sich wieder treffen, aber der 71-Jährige erschien nicht. Die Jagdfreunde suchten nach ihm und fanden ihn kurz darauf tot bei einem zusammengebrochenen Hochsitz.

Quelle: Rheinische Post

 
 
 
 
25.10.2009
Betrunkener Jägersmann

Wartburgkreis. (ep) Kein Jägerlatein: Gegen 6.30 Uhr am Samstag ging in der Polizeiinspektion Eisenach die Mitteilung ein, dass ein Pkw ohne Personen zwischen 
Wommen und Neustädt im Straßengraben stehen soll. Auf der Anfahrt trafen die Beamten auf einen Fußgänger, der eine Langwaffe auf dem Rücken trug. 
Es handelte sich um einen Jäger aus Isselburg/Nordrhein-Westfalen. Der 41-Jährige sagte den Polizisten auf Nachfrage, dass er schon seit einer Stunde auf einen Jagdkollegen warte, 
der mit seinem Auto unterwegs sei.

Der Polizei blieb nicht verborgen, dass der Mann erheblich unter Alkoholeinfluss stand. Er habe sich kaum noch auf den Beinen halten können, heißt es im Bericht zum Sachverhalt. 
Die Beamten nahmen ihn kurzerhand zum leeren Auto mit, wo der Jagdmann erstaunt feststellte, dass es sich ja um sein eigenes Fahrzeug handelte. Er gab an, keine Ahnung davon zu haben, 
dass sein Auto im Graben steht, da er die letzten vier bis fünf Stunden auf einem Hochsitz verbracht habe. Bekleidet war er, als ihn die Beamten antrafen, in Biolatschen und relativ dünner Montur.

Der Jägersmann wurde nun gebeten, seine Taschen zu leeren. Das führte nicht zum Auffinden des Fahrzeugschlüssels. Immer wieder beteuerte er, dass er den Schlüssel nicht habe und sein 
Jagdkollege gefahren sei. Den Namen mochte er den Beamten jedoch nicht nennen. Sein Jammern half ihm allerdings nichts: Bei bei einer genaueren Leibesvisitation fand sich der 
Fahrzeugschlüssel schließlich in seinem rechten Strumpf. Daraufhin wurde eine Blutentnahme angeordnet und der Führerschein beschlagnahmt. Dem alkoholisierte Jäger wurden die 
Waffe samt Munition und alle Berechtigungsscheine für die Waffe entzogen.

Bitteres Nachspiel: 
Nun kann er für die nächste Zeit nicht mehr Auto fahren und muss außerdem damit rechnen, nie wieder auf Jagd gehen zu können.

http://www.tlz.de/tlz/tlz.nachbarstaedte.volltext.php?kennung=on2tlzLOKStaEisenach40109&zulieferer=tlz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt&region=Eisenach&auftritt=TLZ&dbserver=1
    

 

 

 


 

 

Lebendfalle in Vlotho

18.10.2009

 

 

Vor ca. 4 Jahren war der Bau an dieser Stelle noch unbewohnt.

Der klapprige Hochsitz (im Hintergrund zu sehen) steht schon seit langem dort

 

Hier wurden seinerzeit Strohsäcke deponiert mit diversen Lockstoffen, um ein neues "Befahren" zu beschleunigen

("Befahren" ist der fachl. Ausdruck für die Tatsache, das der Bau wieder angenommen wurde und dann bewohnt wird)

 

 

 

 

 

 

Nachdem nun der Bau von Tieren angenommen wurde und bewohnt ist,

finden wir heute diese Kastenfalle.

 

 

 

 

 

Sie ist direkt in den Eingang "gekeilt" wie man deutlich erkennen kann.

 

 

 

 

Mal davon abgesehen, das dieses Hobby ohnehin sehr pervers ist, stellt sich selbst dem Unwissenden die Frage:

Was hat das noch mit "Jagd" zu tun?

 

 

 

 

Da wird der Öffentlichkeit stets ein "waidmännisches" Verhalten verkauft, angepriesen und gepredigt.

 

Das diese Phrasen ohnehin nur Volksverdummender Blödsinn sind, ist jedem von uns schon lange klar.

 

Wenn dieses dokumentierte Verhalten dem fragwürdigen Ehrenkodex entspricht, wissen wir nun ganz real und unverfälscht

das wir mit unserer Meinung über Jagd und Jäger total richtig liegen.

 

"Hinterfotzigkeit"

ist angesichts solcher Bilder noch ein Kompliment

für die Verhaltensweise dieser verwirrten Trachtengruppe

 

 


 

 

23.10.2009

 

Heute wurde festgestellt, dass dieses Fanggerät entfernt worden ist.

 

Ob der gesetzlich befugte Tierquäler nun Erfolg hatte und einen Fuchs lebend fangen konnte weiß man nicht.

Vielleicht ist diese Unwissenheit aber auch besser für uns alle, denn wenn sich dieser Fuchs nun bei ihm befinden sollte,

wird er sicher einen sehr grausamen Tod bei der Hundeausbildung oder anderen Perversionen finden.

 

Es ist aber auch gut möglich, das diese Falle lediglich wegen zuviel Dummheit des Aufstellers

keinen Erfolg zeigte und deswegen wieder entfernt wurde.

 

Das Tatort-Wald Team sieht aber auch eine Möglichkeit in dem Verschwinden dieser Falle darin,

dass aufgrund des geplanten Presseberichts bzw. der Übermittlung dieser Daten an die Lokalzeitung

von dort aus eine Warnung an den zuständigen "Verwirrten" gegeben wurde.

 

 

Wie auch immer.

Die Qualen, das Leiden, die Ausbeutungen und die Tötungen unserer heimischen Wildtiere werden weitergehen,

solange solche fragwürdigen Gestalten in unseren Wäldern frei herumlaufen und die Natur manipulieren dürfen

nur um ihre niederen Triebe zu befriedigen.

 

 

 

 


15.10.2009

Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren

Was wir seit langer Zeit kritisieren. Nun steht es auch einmal öffentlich in der Presse

 

15.10.2009     Neuss - Schockierende Bilder /  Jagd-Übung: Erst verstümmelt, dann abgeballert

Von COLJA SCHLIEWA

 

Es ist ein Vorgang unvorstellbarer Grausamkeit: Um zu „üben“, stutzen Neus­ser Jäger lebenden Enten die Flügel. Dann hetzen sie ihre Jagdhunde auf die fluguntauglichen Tiere. Oder ballern das chancenlose Federvieh gleich selbst mit der Flinte ab.

Der Jäger zückt sein Messer, schneidet der hilflosen Stockente die Federn an beiden Flügel ab – für die Fluchttiere eine echte Verstümmelung! Anschließend wirft er sie in hohem Bogen ins Schilf.

 

Dann kommt der Hund. Der treibt den Vogel dann entweder vor das Gewehr des Jägers, oder macht ihm gleich selbst den Garaus. „Hetzarbeit an flugunfähiger Ente“, nennt sich das perverse Szenario in der Jägersprache.

Der Neusser Tierschützer ­Thomas Nachtigall machte ­EXPRESS jetzt auf diese Bilder des Grauens aufmerksam. Zu sehen sind Neusser Hobbyjäger bei ihrem grausamen Ritual an der „Blauen Lagune“ in Straelen.

„Diese Bilder hat der Verein selbst stolz auf seiner Internetseite veröffentlicht. Es ist eine unfassbare Tierquälerei!“ sagt Thomas Nachtigall. „Manchmal wird den Enten sogar noch Styropor unter die Flügelstummel gebunden,

damit sie nicht einmal mehr abtauchen können.“ Um für Nachschub an lebendigen Übungsobjekten zu sorgen, werden die Wasservögel extra gezüchtet. Nachtigall: „Pro Übungseinheit werden rund 20 Enten »verbraucht«.

Bundesweit werden jährlich 5000 Jagdhunde ausgebildet. Da kann man sich ausrechnen, was da zusammenkommt.“

 

Das Üben an der lebenden Ente ist in Deutschland grundsätzlich nicht verboten. Die Zeitschrift „Jagd und Hund“ betitelte die Prozedur in ihrer aktuellen Ausgabe sogar als „Das Muss vor dem Schuss“.

„Wenn den Enten aber die Flügel gestutzt werden, ist das ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, sagt Heinz Joachim Klein von der Unteren Jagdbehörde in Neuss. „Ich habe bis jetzt aber noch nie gehört,

das etwas Derartiges bei uns gemacht wird. Ich werde mir diese Bilder ganz genau ansehen.“

EXPRESS fragte beim Vorsitzenden des Hobbyjägervereins nach, bekam aber nur zu hören: „Ich bin zu keiner Stellungnahme bereit!“

 

http://www.express.de/nachrichten/region/duesseldorf/jagd-uebung-erst-verstuemmelt-dann-abgeballert_artikel_1253811667224.html

 

 

 

 

 


 

 

 

 

BLEIMUNITION

(und die Folgen)

 

 

 

15.04.2009     Studie soll Einfluss auf Menschen klären

Werden für die Jagd bleihaltige Geschosse verwendet, können mittelbar auch Menschen geschädigt
werden. Da sich die Splitter der Munition im getroffenen Tier verteilen, könnten Teile des Wildbrets, das in Jägerfamilien oder bei anderen

Konsumenten auf den Tisch kommt, Bleipartikel enthalten.
Das Schwermetall ist für Menschen giftig, vor allem bei Kindern hat es gravierende Auswirkungen: Es beeinflusst die geistige Entwicklung.

Zumindest im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass Blei auch Krebserkrankungen hervorruft. Daher ist das Metall vielerorts aus der Technik

verschwunden, selbst Autoräder dürfen nicht mehr mit Bleigewichten ausgewuchtet werden.
Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hat nun das Bundesinstitut für Risikobewertung beauftragt, einen möglichen Zusammenhang zwischen

bleihaltiger Munition, Wildbret und menschlicher Gesundheit zu untersuchen. Bislang liegen aber noch keine Ergebnisse vor. RHK

Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.04.2009)

 

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/art304,2773261


 

 15.04.2009     Zahlreiche Seeadler sterben an einer Überdosis Blei.

Das Schwermetall stammt oft aus Munition, mit der Jäger auf Rehe und Wildschweine schießen.

 

Wenn der deutsche Wappenvogel im Müritz-Nationalpark todkrank am Boden hockt, ist keineswegs die Wirtschaftskrise schuld, der Seeadler wurde schlicht vergiftet. „Von 16 Seeadlern, die wir zwischen 2004 und 2007 tot im Nationalpark gefunden haben, hatten zehn eine Bleivergiftung“, berichtet der Nationalparkmitarbeiter Volker Spicher. Im Rest der Republik sieht die Situation nicht viel besser aus, sagt Oliver Krone vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Seit 1996 untersucht der Tierarzt verendete Seeadler. Bei rund einem Viertel der mehr als 500 Vögel diagnostizierte er eine Bleivergiftung.

 

Wie das giftige Schwermetall in die Körper der Tiere gelangte und wie es dort wirkt, darüber diskutieren am morgigen Donnerstag Experten verschiedener Institutionen im IZW. Dabei werden auch die Ergebnisse einer dreijährigen Studie präsentiert. Sie zeigen, dass nicht nur Seeadler von Bleivergiftungen betroffen sind, sondern auch andere Greifvögel wie Rotmilane, Habichte und Mäusebussarde. In Österreich wurden im vergangenen Jahr sogar vier bleivergiftete Bartgeier gefunden.

Dieser Verlust trifft Wolfgang Fremuth von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) besonders hart, schließlich hatte die Naturschutzorganisation viel Geld in die Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen investiert. Seit 200 Jahren waren diese Vögel mit einer Spannweite von fast drei Metern dort ausgerottet. Daraufhin wurden die wenigen in Zoos und Tierparks überlebenden Tiere wieder nachgezüchtet. 65 000 Euro kostet jeder einzelne der rund 150 Bartgeier, die seit 1986 in den Alpen ausgesetzt wurden. Deshalb will auch das ZGF wissen, wie es zu den Bleivergiftungen kommt.

IZW-Forscher Oliver Krone kann diese Frage inzwischen ziemlich genau beantworten. So zeigen Röntgenanalysen, dass jeder zweite der untersuchten Seeadler Bleipartikel im Magen hat. Die wiederum stammen zum größten Teil von „Teilmantelgeschossen“, mit denen Jäger auf ihre Beute schießen. Ein Kern aus Blei gibt diesen Projektilen das nötige Gewicht für ihre hohe Durchschlagskraft, ein harter Mantel aus Messing erhöht die Stabilität. Trifft das Geschoss, zerlegt es sich beim Aufprall praktisch selbst. Als Krone den Kadaver eines jungen Wildschweins im Computertomografen untersuchte, entdeckte er weit um den Schusskanal herum Bleisplitter aus dem Teilmantelgeschoss.

Dieser Splittereffekt führt bei den gejagten Wildschweinen und Rehen zu größeren Wunden und damit zu einem schnelleren Tod. Doch auch für den Seeadler werden die Splitter zur tödlichen Gefahr. Normalerweise jagt er Fische und Wasservögel. Frieren im Winter die Seen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu – dort lebt der Großteil der rund 600 Seeadler-Brutpaare Deutschlands –, ziehen Enten und andere Vögel an die noch offenen Flüsse. Die Seeadler bleiben meist in ihrem Revier und verteidigen es mit knurrendem Magen gegen eventuelle Nebenbuhler. Da kommt das Wild, das die Jäger schießen, gerade recht. Zumindest die inneren Organe lassen die Waidmänner als sogenannten „Aufbruch“ zurück. Ungefähr zehn Prozent aller getroffenen Tiere gehen ihnen sogar ganz durch die Lappen und verenden später im Gebüsch.

Vor allem dieses Aas ist für Seeadler im Winter ein wichtiger Teil der Nahrung, zeigen Untersuchungen der IZW-Forscher. „Genau das aber kann sein Verhängnis sein“, vermutet Krone. „Schluckt der Adler Bleisplitter, löst die scharfe Magensäure Bleichloride von der Munition ab.“ Die Bleiionen gelangen mit dem Blut zu Leber und Nieren und werden am Ende sogar in den Knochen abgelagert. So wird immer mehr Blei aufgenommen – bis das Tier stirbt.

Doch stammt das Blei wirklich aus der Munition? Schließlich wird immer wieder behauptet, dass das Schwermetall in den Seeadlern auch vom Angelblei stammen könnte. Um das zu klären, haben Forscher der Universitäten Münster und Rostock mit mehreren Analysemethoden die chemische Zusammensetzung der Bleisplitter untersucht.

Stets erhielten sie das gleiche Ergebnis: Splitter aus Teilmantelgeschossen hatten den Seeadlern den Tod gebracht.

Aufgrund solcher Untersuchungen handelte der Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbundes (DJV), Jochen Borchert, bereits im Jahr 2005. „Ich habe die Jäger zu Sofortmaßnahmen aufgefordert, um den möglichen Tod von Adlern durch Blei aus Munition zu verhindern“, sagt er. Seither sollen die Waidmänner den Aufbruch an Ort und Stelle vergraben.

Volker Spicher vom Müritz-Nationalpark bezweifelt den Sinn dieser Maßnahme: Sobald der Boden im Winter gefroren sei, ließen sich die Innereien kaum in die Erde bringen. Und jene Tiere, die angeschossen werden und zunächst entkommen, würden nach wie vor von Seeadlern und anderen Greifvögeln gefressen. Dennoch will der DJV die seit 20 Jahren in den USA und inzwischen auch in Deutschland hergestellte bleifreie Munition bis heute nicht empfehlen, weil sie noch nicht ausreichend erprobt sei.

Spicher ist da anderer Ansicht. Der Nationalparkmitarbeiter ist selbst Jäger und gemeinsam mit 13 Kollegen bereits vor vier Jahren auf bleifreie Munition umgestiegen. Nach rund 200 seither erlegten Tieren stellen die Jäger fest: 95 Prozent der bleifreien Schüsse haben das Wild mit einer einzigen Patrone erlegt, besser sei die Quote auch mit herkömmlichen Teilmantelgeschossen kaum. Zwei der 14 Jäger waren mit „bleifrei“ trotzdem etwas unzufrieden, drei glauben dagegen, mit den Geschossen ohne Blei sogar besser zu schießen. Als Fazit könnte man festhalten: Schlechter ist die bleifreie Munition nicht.

Das bestätigt auch IZW-Forscherin Anna Trinogga, die geschossene Tiere mit Röntgengeräten und Computertomographen untersucht hat. In der „Tötungsfunktion“ fand sie keine Unterschiede zwischen Munition mit und ohne Blei. Deshalb wollte der Müritz-Nationalpark die Jagd auf bleifrei umstellen – wenn nicht das Land Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2008 zumindest den Jägern in seinen Diensten die bleifreie Munition verboten hätte.

Ein ähnliches Verbot gibt es auch in Brandenburg, wo zuvor sogar die bleihaltige Munition aufgrund der schädigenden Wirkung auf Greifvögel verboten war. In beiden Bundesländern wurde die Kehrtwende durch eine Mitteilung der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (Deva) ausgelöst: Demnach ist die bleifreie Munition für die Jäger selbst gefährlich. Die Deva beruft sich auf einen 15 Jahre zurückliegenden Fall, bei dem ein Jäger in Franken gegen die Sicherheitsvorschriften verstieß und mit bleihaltiger Munition feuerte, die ähnlich wie bleifreie Geschosse aufgebaut war. Die Kugel prallte ab und verletzte einen Menschen tödlich. Bei einem weiteren Jagdunfall in Potsdam-Mittelmark wurde ein Jäger vom Splitter eines bleifreien Geschosses in der Wade getroffen, als ein Kollege aus nächster Nähe auf ein Wildschwein zielte.

„Solche Unfälle sind nicht ungewöhnlich“, sagt Volker Spicher. 14 Prozent aller tödlichen Jagdunfälle gingen auf solche Abpraller zurück. Inzwischen untersucht die Deva auch das Abprallverhalten der bleifreien Munition genauer. Bis ein Ergebnis feststeht, bleibt die bleifreie Jagd untersagt.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 15.04.2009)
http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Seeadler-Bleivergiftung-Jagd;art304,2773263




Artenschutz
16.04.2009     Die Leiden der Seeadler

Von Marlene Weiss
Bleihaltige Jagdmunition vergiftet die seltenen Vögel. Tierschützer fordern ein Verbot

Der einzige frei lebende Berliner Seeadler wurde Ende Februar zum Witwer. Seine Partnerin starb in der Tierklinik Düppel an der häufigsten 
Todesursache für die seltenen Greifvögel: Bleivergiftung. 
Jeder vierte der in Deutschland gestorbenen Seeadler verendete durch eine Überdosis 
Blei im Blut, allein im vergangenen Winter waren es zehn.

Seit Längerem ist bekannt, dass diese Fälle vermeidbar wären. Die Adler nehmen das Blei auf, wenn sie Innereien von erjagtem Wild fressen 
oder angeschossene Tiere erbeuten. 
Oliver Krone vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, 
der ein Verbundprojekt zur Bleivergiftung bei Seeadlern leitet, ist überzeugt, dass sich die Vergiftungen mit 
bleifreier Munition leicht aus der Welt schaffen ließen. 
»Die Forschungsergebnisse sind eindeutig«, sagt er. Am 16. April unternimmt 
das IZW gemeinsam mit der Forschungsstelle für Umweltpolitik der FU Berlin auf einer Tagung in Berlin einen neuen Anlauf.

Heute brüten fast 600 Seeadlerpaare in Deutschland, die meisten davon in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dennoch – die Art, die in den siebziger 
Jahren kurz vor dem Aussterben stand, 
ist weiter schutzbedürftig. 
Darum setzen sich Artenschützer, allen voran der Naturschutzbund (Nabu), dafür ein, 
bei der Jagd nur noch bleifreie Munition aus Kupfer oder Wismut zu verwenden. »In der Tierklinik Düppel
hatten wir fünf Seeadler mit Bleivergiftung gleichzeitig«, sagt Dirk Stoewe vom Greifvogelschutz des Nabu, »und nur einer hat 
überlebt.«

Die Jäger und die Munitionsindustrie von der Dringlichkeit des Problems zu überzeugen ist jedoch ein langwieriges Unterfangen. »Mantelgeschosse 
mit Bleikern erfüllen die Bedingungen der Jagd 
derzeit einfach am besten«, 
sagt Matthias Vogel vom Munitionshersteller Ruag. Gerade aus Tierschutzgründen sei es wichtig, 
Projektile zu verwenden, die eine hohe Dichte und starke Verformbarkeit aufweisen. 
Das garantiere einen stabilen Flug, und die Energie werde im Körper des Wildes schnell abgegeben, 
sodass das Tier sofort sterbe. Außerdem werde das Abprallrisiko des Geschosses 
vermindert – kein anderes Material erfülle diese Anforderungen so wie das hochgiftige Blei.

Allerdings gibt es seit Jahren bleifreie Alternativmunition für alle gängigen Kaliber. 

Im Mai 2008 schien es auch in Brandenburg so weit zu sein: Die Berichte des seit 2006 laufenden »Bleifrei-Monitorings« überzeugten die Landesforstverwaltung; beim zweiten Fachgespräch der verschiedenen Interessengruppen schien der Kampf gegen das Blei so gut wie gewonnen. Aber dann bekamen Krone und die Steuergruppe des Bleifrei-Monitorings einen Brief von der Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen (Deva), finanziert von Munitionsherstellern und Jägerschaft. Bei einem Unfall im Fränkischen, heißt es darin, sei ein Jäger durch ein mehrfach an Bäumen abgepralltes Geschoss getötet worden; daher bestehe bei bleifreier Munition noch Gesprächsbedarf mit der Industrie. Was nicht in dem Brief stand: Der Unfall passierte schon Mitte der neunziger Jahre, die Munition war auch nicht bleifrei, sie wurde umgehend vom Markt genommen. Dennoch bekam die Verwaltung kalte Füße und stoppte das Monitoring-Projekt – seither ist in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern



Um diesen Auftrag wird sich auch die Deva selbst bewerben, deren Brief die Verunsicherung ausgelöst hat. »Wir werden demnächst mal wieder eine Sitzung machen«, sagt Helmut Kinsky von der Deva. Sehr eilig scheint es ihm damit nicht zu sein. Oliver Krone wird also wohl vorerst weiter Seeadler obduzieren, Bleivergiftungen feststellen und Überzeugungsarbeit leisten. Der trauernde Berliner Seeadler indes hat inzwischen eine neue Partnerin gefunden. Vielleicht gibt es dieses Jahr doch noch Seeadlernachwuchs in der Hauptstadt. DIE ZEIT, 16.04.2009 Nr. 17 [http://www.zeit.de/2009/17/N-Seeadler]


 
 

Gefährliche Erreger im Fleisch von Wildschweinen

Kreis Düren. Bei einem jungen, im Raum Langerwehe erlegten Wildschwein ist im Rahmen der Routineuntersuchung auf Trichinen ein massiver Befall von «Trichinella spiralis» festgestellt worden.

Trichinen sind auch für Menschen gefährlich. Durch den Verzehr von infiziertem Fleisch kann es zu einer so genannten «Trichinose» kommen. Je nach Infektionsgrad können dadurch mehr oder weniger starke Muskel- oder Gelenkschmerzen auftreten, die ohne rechtzeitige Behandlung lebenslang anhalten können. In Einzelfällen kann diese Krankheit sogar zum Tode führen.
Ein positiver Befund führt daher immer zur Vernichtung des Tierkörpers. Die Trichinenuntersuchung ist in Deutschland seit 1937 gesetzlich vorgeschrieben. Alle erlegten Wildschweine unterliegen der Untersuchungspflicht, genauso wie alle geschlachteten Hausschweine und Schlachtpferde.
Das Veterinäramt nimmt den Befund zum Anlass, insbesondere die Jägerschaft nochmals dafür zu sensibilisieren, wie wichtig die Trichinenuntersuchung nach wie vor ist.

Eine Nicht-Beachtung der Untersuchungspflicht ist aufgrund der Gefährlichkeit des Parasiten deshalb auch ein Straftatbestand. Wird der unbedingten Sorgfaltspflicht nachgekommen, besteht für den Verbraucher allerdings keine Gefahr, er kann das Fleisch bedenkenlos verzehren. Das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz untersucht jährlich etwa 40.000 Proben auf Trichinen.

 

Der Fall mit der Falle

 

 

 

Am Dienstag, 17.02.2009 fand ich eine schreiende Katze gefangen in einer Lebendfalle vor und befreite dieses Tier.

Die Falle brachte ich zur Polizeistation Vlotho

 

Hier der Pressebericht dazu:

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 20.02.2009

Heute Nachmittag, nach Erscheinen des obigen Artikels, erhielt ich dann auch den bereits seit längerem erwarteten Besuch des "Jagdausübungsberechtigten"  (inklusive Verstärkung).  Freundlicherweise nahm er diesen Besuch unter anderem zum Anlass mir das,

wie er sagte "Verpackungsmaterial" der Falle zurückzubringen. Hierbei handelte es sich um zwei blaue Müllsäcke, die ja auch einen unschätzbaren Wert darstellen.

Ich möchte an dieser Stelle dem Herrn L. und seinem Begleitschutz nochmals meinen ausdrücklicher Dank für die Verantwortungsvolle

Rückführung dieses überaus wichtigen Verpackungsmaterials zum Ausdruck bringen

 

Ersparen hätte er sich allerdings seine fragwürdigen Bekundungen, (gestikulierend unterstrichen mit auf und abschwingendem Zeigefinger), demnächst ein Verfahren einzuleiten,

sollte ich wie er sagte: >(Zitat) "meine Finger künftig nicht von fremden Eigentum lassen"<

(Ich hatte übrigens in meiner Schulzeit mal einen Lehrer, der auch nichts von sich geben konnte, ohne Zeigefinger. Ich fand das früher schon lustig)

 

Übrigens "Verfahren":

Wem hier ein Verfahren gebührt, sollte nach Prüfung der Sachlage besser die untere Jagdbehörde entscheiden, von der ich auch noch etwas zu hören hoffe.

 

Der Vorwurf, ich hätte die Weide abgeschlossen stellte offenbar ebenfalls einen sehr wichtigen Beschwerdepunkt in diesem Zusammenhang dar.

Denn, wie er sagte, konnte er deswegen nur aus der Ferne mit dem Fernglas die Falle kontrollieren.

 

Ich stelle mir allerdings hier irgendwie die Frage, ob dieses optische Hilfsmittel noch in Ordnung ist.

Denn auch ohne Fernglas konnte man sehr gut vom Weidetor aus erkennen, ob die Klappen der Falle offen oder geschlossen sind.

Grob geschätzt beträgt die Entfernung vom Weidetor bis zum Standort der Falle ca. 20 Meter.

 

Sollte er in dieser Distanz von ca. 20 m, eine Falle von 1,2 m Länge nicht ohne Fernglas erkennen könnnen,

frage ich mich ernsthaft , ob es nicht besser wäre, den Jagdschein abzugeben.

 

 

Ich habe grundsätzlich etwas dagegen, das man diese veralteten (Jagd)-Gesetze benutzt, nicht nur um ungeschriebene Umgangsformen, (die eigentlich jedem klar sein müssten,

der auch nur eine halbwegs normale Erziehung genossen hat), zu missachten, sondern das man diese hier gebotenen Möglichkeiten bis zum Letzten total ausnutzt, um seine niederen

Triebe auszuleben,- -und das alles auf Kosten unserer Tiere.

Das diese Triebe auch nur allzu oft dazu führen, dass die gesetzlichen Möglichkeiten noch weit über das erlaubte Maß ausufern,  ist jedem schnell klar, der sich auch nur kurz mal

mit dem Thema "Jagd" beschäftigt hat

Nicht nur meine Person, sondern auch einige andere Leute, werden dieses interessante "Revier" künftig noch intensiver im Auge behalten.

 

 

Samstag, 21.02.2009          8:12 Uhr

 

Die Falle wurde mittlerweile an der gleichen Stelle (Weide) wieder aufgestellt, ist jedoch "nicht fängisch gestellt".

Wir werden das Teil nun  2-3 mal  täglich kontrollieren, da es ja dem Herrn L. nicht möglich zu sein scheint

(wie man feststellen musste)

 

 

Samstag, 21.02.2009      12:16 Uhr

 

Nach Mitteilung eines Anrufers wurde die Falle offenbar dort doch wieder entfernt. Man hat den Eindruck, als das es dem Herrn L.

doch zu mühsam zu sein scheint, das Teil ordnungsgemäß zu kontrollieren (im Wissen darüber, das diese "Kontrolle" ja nun kontrolliert wird)

Nachdem ich von einem Kunden zurückkam, wollte ich dem erhaltenen telefonischen Hinweis, das dieses Teil nun nicht mehr dort steht, nachgehen.

In Begleitung meines Mitarbeiters schloss ich die Weide auf und schaute mich um, ohne das abartige Fanggerät zu entdecken.

 

Wir waren grade im Begriff das Weidetor wieder zu verschließen, als Herr L. im Auto gemächlich den Weg herunter rollte. Er hielt nur kurz an,

um seinem Frust über die verschlossene Weide Luft zu machen, indem er betonte: "Sie können die Weide ruhig abschließen, das stört uns überhaupt nicht"

>Nunja, mich stört das erst recht nicht.<  (denn ich habe den Schlüssel, nicht er)

 

Wieso aber ist es jemandem wichtig ständig zu betonen, dass dieses oder jenes überhaupt nicht stört, wenn es doch so egal ist?

 

 

 

 

 

 

Weiteres wird sicher folgen.....